Everglades National Park III

Tierwelt

Die Südspitze Floridas ist das einzige Fleckchen auf der Erde, auf dem man sowohl Alligatoren als auch Krokodile treffen kann.

Der amerikanische Alligator

hat eine runde, stumpfe Schnauze und eine schwarze Körperfarbe. Er ist der eigentliche „Bewahrer" der Everglades („Keeper of the Everglades"). In der Trockensaison ziehen sich die Alligatoren in Erdmulden zurück, die noch Wasser führen. Sie vergrößern diese Alligatorenlöcher („gatorhoies"), in dem sie durch Buddeln eine Mischung aus Pflanzen und Erdreich zur Seite schaffen. Diese Erdmulden dienen gleichzeitig auch Fischen, Schildkröten, Vögeln und anderen Tieren als Überlebensquelle. Mit Beginn der Regensaison ziehen sich alle Lebewesen wieder in die nun gut gefüllten Wasserwege zurück. Die Paarungs- und Brutsaison der Alligatoren beginnt Mitte April. Etwa Mitte Juni bauen die Weibchen einen großen Nisthügel aus Pflanzen und Schlamm. In diesen Hügel werden die hartschaligen Eier gelegt und die Öffnung des Hügels verschlossen. Der Hügel wird von der Mutter bewacht. Durch die Hitze der verfaulenden Pflanzen sind die Eier nach etwa 65 Tagen ausgebrütet. Die Jungtiere sind bei der Geburt ca. 20 cm groß und bedürfen im ersten Jahr noch der Obhut der Mutter. In den ersten Lebensjahren wachsen die Jungtiere ungefähr um 30 cm pro Jahr. Ausgewachsen erreichen die Weibchen eine Körperlänge von 2,5 m, die Männchen eine solche von 3,5 m und mehr. Alligatoren bevorzugen Süßwasserregionen.
Das amerikanische Krokodil hat eine schlanke, dreieckige Schnauze und eine graugrüne Körperfarbe. Es bewohnt die brackigen Gewässer und Salzwasserregionen der Everglades und ist relativ scheu. Die Brutpflege durch das Weibchen ist nicht so intensiv wie bei den Alligatoren, eigentlich wird die Brut lediglich aus dem Nest befreit. Danach müssen die geschlüpften Jungtiere Schutz in den Mangrovensümpfen suchen und sieht selbst durchschlagen.

Der Anhinga (Schlangenhalsvogel/Wassertruthahn) ist ein typischer Bewohner der Everglades. Er besitzt zwar kräftige Schwimmfüße, aber ihm fehlen die Fett- und Bürzeldrüsen anderer Wasservögei. Daher ist er gezwungen, sein zu nass gewordenes Gefieder in der Sonne zum Trocknen zu spreizen. Gejagt werden Fische, die beim Schwimmen mit dem Schnabel aufgespießt werden. Dann wirft der Anhinga die Beute in die Luft, fängt sie mit geöffnetem Rachen und verschlingt sie ganz. Der Name „Schlangenhalsvogel" leitet sich von der Art und Weise ab, in der der Vogel schwimmt.: fast der gesamte Körper ist unter Wasser, nur Kopf und Genick ragen über die Wasseroberfläche schlangenartig hinaus. Weibchen haben eine hellbraunen Hals, Männchen sind schwarz. Während der Paarungszeit von Januar bis März haben beide helltürkise Ringe um die Augen.

Im Park soll es 43 Arten von Mosquitos geben. Für den geplagten Besucher ist dies im Zweifel unerheblich, denn Stechen und Blutsaugen tun sie mehr oder weniger alle. Sie wachsen und schlüpfen in den seichten Gewässern und kommen besonders in den warmfeuchten Monaten von Mai bis Oktober in gewaltigen Mengen vor. Siehe hierzu auch unter Reisezeit.

Der Florida Panther (Bobcat, amerikanischer Luchs) gehört zu den gefährdeten Arten. Um Jagen zu können benötigt er ein großes Revier. Es gibt nur noch wenige frei lebende Exemplare in Süd-Florida (etwa 30 Stück), die sich in die entlegensten Regionen zurückgezogen haben. Die Bemühungen zum Erhalt dieser Tierart sind in den letzten Jahren erheblich verstärkt worden.

Manatees (Seekühe) sind die sanften Riesen. Es sind vom Körpervolumen her die größten Tiere in diesem Gebiet. Täglich fressen sie 10 bis 15 Prozent ihres eigenen Körpergewichts, das leicht 200 Pfund erreichen kann, und sind daher ständig damit beschäftigt, die Grasflächen der Sümpfe abzugrasen. Wegen der geringen Tiefe der Gewässer halten sich die Tiere vorwiegend nahe der Wasseroberfläche auf und sind daher besonders gefährdet: die Schiffsschrauben von Motorbooten führen viel zu häufig zu Kollisionen mit den Pflanzenfressern und verletzen diese. Heute soll es noch etwa 1.200 dieser Tiere freilebend geben.

Fische gehören zu den häufigst vertretenen Lebenwesen im Nationalpark und sindein wichtiges Glied in der Nahrungskette.

Der Florida Gar hat eine Körperform wie ein Hecht und ist ein „lebendes" Fossil, das atmen kann. Als Raubfisch ernährt er sich von anderen Fischen und Krustentieren. Die Indianer verwandten die großen Fischschuppen als Schmuck.

Die großen Seebarsche wechseln je nach Stimmung die Farbe.

Sonnenfische (Sunfish) sind eine beliebte Beute der Anhingas und auch der Sportangler.

Der Katzenfisch (Catfish) zählt zu den Exoten, die die Existenz der heimischen Fischarten bedrohen.

Schlangen sind eher ängstlich und scheuen den Menschen. Echte Gefahr besteht nur, wenn man auf sie tritt. In den Everglades gibt es nur vier Giftschlangenarten: Eastern Diamond-backed Rattlesnake (Diamt-Rücken-Klapperschlange), Dusky Pigmy Rattlesnake (Schwärzliche Zwergklapperschlange), Water Mocassin (Wassermokassinschlange) und Coral Snake (Korallenschlange). Daneben soll es 22 weitere nichtgiftige Schlangenarten geben.

Pflanzenwelt

Saw Palmetto (Sägepalme)
Die Sägepalme ist eine der häufigsten Palmensorten Floridas und wächst meist in der Gesellschaft von Pinien. Die kleinen fächerförmigen Blätter können bis zum Boden reichen und besitzen rasierklingenscharfe Zacken an den Enden.

Säbel Palm (Säbelpalme)
Die Säbelpalme, auch Cabbage Palm genannt, ist Floridas Staatsbaum. Sie ist an dem schlanken Stamm und den breiten fächerartigen Blättern leicht zu erkennen und war früher weit verbreitet. Den Indianern bot sie Nahrung und Schutz. Man aß die Früchte, nutzte die Palmblätter zur Bedachung der Hütten und gleichzeitig als Material für die Kleidung (Hüte, Umhänge, Matten).

Gumbo Limbo
Der Baum ist an der rötlichen, sich schälenden Rinde zu erkennen. Diese Färbung führte zu den Spitznamen „Sunburn " (Sonnenbrand) oder Tourist-Tree. Aus der verletzten Rinde tropft ein aromatischer Balsam, der bei der Herstellung von Lacken, Klebstoffen und als Weihrauchersatz Verwendung findet. Das Holz ist leicht und wird deshalb auch als Schwimmer eingesetzt.

Live Oak (Eiche)
Diese Eichenart ist bis in die gemäßigten und nördlicheren Klimazonen bis hinauf nach Virginia verbreitet. Das Holz ist hart und war insbesondere bei Segelschiffbauern beliebt. Die raue und rissige Rinde bietet ideale Wachstumsbedingungen für Scheinschmarotzerpflanzen (Epiphyten).

Scheinschmarotzerpflanzen
hängen in Girlanden von Baumstämmen und Ästen. Ihre Blätter sind wie Arme ausgestreckt und fangen aus der Luft Regenwasser, Staub und Baumsaft sowie Bakterien vorbeistreifender Tiere auf. Ein winziger Wasserspeicher befindet sich im Inneren der Pflanze.

Royal Palm (Königspalme)
Die Königspalme macht ihrem Namen alle Ehre. Sie kann bis zu 30 m hoch und 100 Jahre alt werden, die Blätter eine Länge von 4,5 m erreichen.

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