Fledermäuse in Bracken Cave bei San Antonio

Eine Wolke scheint vom Boden aufzusteigen, wenn 20 Millionen Guano – Fledermäuse kurz bevor die Sonne untergeht aus der Höhle von „Bracken

Cave“ bei San Antonio in Texas ausschwärmen. An jedem Sommerabend wiederholt sich das Naturschauspiel. Mehr als zwei Stunden dauert es, bis alle Tiere den Bau verlassen haben. Es ist die größte Fledermauskolonie, die man auf der Welt kennt. Irgendwann verschwindet die Wolke in der Ferne.

Sie fliegen in die Ackerbauregion „ Winter Garden ", südwestlich von San Antonio, ein Gebiet mit zigtausend Hektar Mais-, Baumwoll- und Gemüsefeldern. Insekten richten dort regelmäßig riesige Schäden an. Die Maiseule, ein Nachtfalter, ist der Feind Nummer eins für viele Farmer. Die Fledermäuse fressen allein über Texas in einer Nacht bis zu 900 000 Kilo Insekten.

Wie ist man aber dahinter gekommen? 30 Km von „ Bracken Cave " entfernt betreibt der „ National Weather Service " in der Gemeinde New Braunfels eine Radarstation. Mit Radarstrahlen kann man bewegte Objekte – zum Beispiel Regentropfen oder Hagel – auf ihrem Weg durch die Luft verfolgen. Die Millionen Fledermäuse, die aus der Höhle strömen, sehen auf dem Radarbildschirm aus wie ein riesiges Unwetter, das von einem Punkt am Erdboden -der Höhle – ausgeht und sich dann über die Landschaft ausbreitet. Mit Hilfe des Radars wurde auch herausgefunden welche und wie viele Schadinsekten die Fledermäuse fressen.

An den nächtlichen Flügen im Frühjahr und Frühsommer beteiligen sich schätzungsweise 100 Millionen Guano – Fledermäuse. Sie leben in einem Dutzend Höhlen im Süden von Zentraltexas. Noch einmal 50 Millionen leben in den Höhlen von Oklahoma, New Mexiko und Arizona. Es sind riesige Kolonien von Weibchen, die im Frühjahr von ihren Winterquartieren in Mexiko in den Südwesten der USA ziehen. Im Juni bringt jedes Weibchen ein einziges Junges zur Welt. Die Mutter verlässt die Höhle nachts zweimal zum Fressen und kommt dann zurück, um ihren Nachwuchs zu säugen. Ende Juli sind die jungen Fledermäuse so weit, dass sie auf Jagd gehen können. Dann verdoppelt sich die Größe der Schwärme.

Um sich selber und das Junge zu ernähren, muss ein Weibchen jede Nacht eine Insektenmenge fressen, die 70 Prozent seines Körpergewichts entspricht. Eine Fledermaus wiegt zwar nur 15 Gramm, eine Million von ihnen vertilgt in einer Nacht aber 10 Tonnen Insekten. Die 100 Millionen Fledermäuse dieser Schwärme fressen 1.000 Tonnen Schädlinge – jede Nacht. Andere Fledermausarten, auch hier in Texas, halten sich an Beutetiere, die dicht über dem Boden fliegen.

Warum steigen die Guano – Fledermäuse bis zu 3000 Meter auf ?

Auch hier hat das Radar geholfen. Es zeigt nicht nur die hungrigen Jäger, sondern auch die Milliarden Insekten hoch über Texas.

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