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Durchschnitts - Amerikaner ? |
Gibt es ihn ? Wohl nicht, wie in anderen Staaten auch nicht. Aber es gibt allgemeine Erfahrungssätze, die häufiger auf eine Vielzahl von Personen zutreffen. Und das Wesen einer Bevölkerung lässt sich am Besten charakterisieren, indem man die Unterschiede zu den eigenen bekannten Verhaltensweisen unterstreicht.
Allgemein gelten die US-Amerikaner als unkompliziert, freundlich und hilfsbereit. Es ist einfach, mit ihnen in Kontakt zu kommen, sehr schnell werden die Adressen getauscht. Bemerkenswert ist, dass viele Amerikaner eine äusserst optimistische Grundstimmung haben, sie finden sofort alles 'great', 'marvellous' und 'phantastic'. Oft mutet die Höflichkeit als reine Floskel an, etwa wenn als Begrüssungsformel 'How are you?' - 'Thank you, fine' verwendet wird. Grundverkehrt wäre es, hinter solchen Redewendungen ein ernsthaftes persönliches Interesse zu vermuten. Am Besten ist es, dem Gegenüber immer zu bekunden, es gehe einem 'great', auch wenn es gar nicht so ist. Vgl. hierzu unsere Hinweise für Erstbesucher.
Die Kenntnis über das Geschehen in der Welt beschränkt sich meist auf die Verhältnisse in den USA. Geprägt durch die Nachrichtensendungen, in denen der Rest der Welt selten auftaucht (außer teilweise bei CNN), ist das Wissen auf die Heimat USA konzentriert.
Den „Durchschnitt“ werden Sie nicht in den Weltstädten, etwa New York, finden. Dies sind
Lebensräume mit eigenen Gesetzmäßigkeiten. Die Mehrheit der Amerikaner lebt auf dem Lande oder in Vororten, die speziell zu Wohnzwecken erbaut wurden, und damit in Gebieten,
denen Sie auf den „klassischen“ Sightseeing-Routen kaum begegnen werden. Zitiert zur Selbsteinschätzung der amerikanischen Wesenszüge sei an dieser Stelle
der stellvertretende Direktor des Hudson Institute in Indianapolis und Washington Gary Geipel, der als Deutschland-Experte regelmäßig in „The Wall Street Journal“, „International
Herald Tribune“ und „Los Angeles Times“ veröffentlicht (hier in einem Artikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 06.02.2003 zur Einschätzung der Irak-Krise unter dem
Tenor: „Europäer und Amerikaner teilen nicht mehr die gleichen Werte“).
„Statistisch gesehen sind die Vereinigten Staaten ein junges Land. Amerikaner haben immer noch Kinder. Wir empfangen junge Einwanderer mit offenen Armen, weil wir glauben, dass sie sich in unsere herrschende Kultur integrieren und sie keineswegs zerstören werden. Wir arbeiten bereitwillig bis in achte Lebensjahrzehnt hinein. Risikobereitschaft gilt uns als Tugend und als der einzige Weg zum Fortschritt. Die meisten Amerikaner sind zutiefst religiös und meistern mit großem Geschick die Gefahren fundamentalistischer Glaubensüberzeugungen. Als Volk gelingt uns eine geradezu unglaubliche Kombination aus extremer Inbrunst für die eigenen religiösen Anschauungen und extremer Toleranz für die Anschauungen anderer.
Wir sind notorische „Patrioten“ und setzen großes Vertrauen auf die Anziehungskraft und Beständigkeit unseres politischen Systems. Als Nation sehen wir keinen Widerspruch darin, eine gerechte Sache zugleich mit grausamer Gewalt und zärtlichem Mitgefühl zu verfolgen. Manche bezeichnen das als „moralisches Selbstvertrauen“. Was von alledem lässt sich auch von Frankreich, Deutschland oder anderen europäischen Gesellschaften behaupten ? Ist es da ein Wunder, dass unsere politischen Führer zu anderen Einschätzungen gelangen, wenn es um die Frage geht, was wir im Irak, im Mittleren Osten und der Welt erreichen können – auch wenn wir weiterhin dieselben liberalen Werte teilen ?“
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