Gesundheitssystem

Teures US – Gesundheitssystem

Das amerikanische Gesundheitssystem ist teuer und lückenhaft. Die Zahl der Bürger ohne Krankenversicherungsschutz betrug in 2001 mehr als 41 Millionen. Auch wer versichert ist, muss aus Privatmitteln zuzahlen: pro Arztbesuch werden regelmäßig 10 bis 20 % der Behandlungskosten fällig.

Die Ausgaben für Gesundheit explodieren in den letzten Jahren. Für 2002 wird ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 10 % auf rd. 1,45 Bill. $ erwartet. In Deutschland werden pro Kopf der Bevölkerung nur 51 % der Summe ausgegeben, die in den USA aufgewendet werden. Dank fortschrittsbesessener Medizintechnik und wachsender Patientenansprüche sind die Krankenhäuser die Preistreiber Nummer 1. Ärzte schützen sich gegen potenzielle Schadensersatz-Prozesse mittels aufwändiger Diagnosegeräte. Auch die Pharmaindustrie dreht an der Preisschraube für Arzneimittel, allein in 2001 betrug der Preisanstieg hier 13.8 %.

Als Folge stiegen die Krankenversicherungsbeiträge in zweistelliger Höhe. 12,7 % betrug die durchschnittliche Beitragserhöhung in 2001. Betroffen sind insbesondere die Unternehmen mit Gruppen-Policen für ihre Mitarbeiter. Für kleinere Unternehmen wird für 2003 ein Preisanstieg in der Krankenversicherung von 30 bis 40 %, für größere Unternehmen von 15 bis 20 % erwartet.

US-Präsident Clinton war in 1993 gescheitert, eine Krankversicherung ähnlich dem deutschen System einzuführen. Seit dem hat die amerikanische Politik wenig gegen die Kostenexplosion getan.

Stand: Dezember 2002

Fast 44 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung

Immer mehr Menschen in den USA sind nicht krankenversichert. Ihre Zahl stieg in 2002 auf 43,6 Millionen. Damit waren 15,2 Prozent aller Amerikaner nicht versichert – in 2001 waren es 14,6 Prozent. Das Problem trifft zunehmend auch Angehörige der Mittelklasse, die ihren Job und damit ihren Versicherungsschutz über den Arbeitgeber verlieren. Nur noch 61 Prozent der US-Bürger sind über den Arbeitgeber versichert. Seit dem Amtsantritt von Präsident George W. Bush sind rund 2,7 Millionen Stellen verloren gegangen. Die Armutsrate ist auf etwa 12 Prozent gestiegen.

Stand: Juni 2003

Krankenversicherung für Einkommensschwache (Medicaid)

Die staatliche Krankenversicherung „Medicaid“ für Wohlfahrtsempfänger wird je zur Hälfte von den Bundesstaaten und der Zentralregierung in Washington D.C. getragen. Die Anspruchsbedingungen für die Krankenbeihilfe legt jeder Bundesstaat individuell fest, z.B. ist in Nebraska eine 6köpfige Familie bis zu einem Einkommen von maximal 10.500 $ im Jahr anspruchsberechtigt.

Anspruchsberechtigt sind zur Zeit insgesamt rund 30 Millionen einkommensschwache Amerikaner, bei einem Etat der Krankenversicherung von rd. 260 Mrd. $ pro Jahr (was etwa 15 % des Budgets alles US-Bundesstaaten entspricht).

Ab 2004 planen viele Bundesstaaten aufgrund bestehender Überschuldung und sinkender Steuereinnahmen Eingriffe in die Medicaid. Das Heer der rd. 41 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherungsschutz würde dadurch dramatisch steigen.

Stand: Juli 2003

Über die Schwächen des amerikanischen Gesundheitssystems berichtet die Welt am Sonntag am 06.11.05 in dem Artikel „ US-Bürger kommt ihre Gesundheit teuer zu stehen – Hurrikans decken die Schächen der Medizinversorgung auf. Selbst für die Mittelschicht ist sie kaum bezahlbar. Zieht Amerika Lehren aus der Katastrophe ?“

http://www.wams.de/data/2005/11/06/799503.html

Dazu auch „Gesundheitssystme im Vergleich

http://www.wams.de/data/2005/11/06/799502.html

Exkurs: Gewichtsprobleme

Noch Ende der Achtzigerjahre des vorigen Jahrhunderts hatten mehr als die Hälfte der Amerikaner Normalgewicht. Heute haben knapp zwei Drittel zu viel Speck auf den Rippen:

Anteil der Übergewichtigen Amerikaner an der US-Bevölkerung:

1960

44,8 %

1970

47,7 %

1980

47,4 %

1990

56,0 %

2000

64,5 %

Hinweis zur Ermittlung des BMI – des Body-Mass-Index:

      Gewicht in kg

      geteilt durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat

Bei einem Ergebnis von mehr als 25 besteht Übergewicht.

Exkurs: Verschuldung der US-Bundesstaaten

Die Verfassung vieler US-Bundesstaaten verlangt einen ausgeglichenen Haushalt. Wegen sinkender Steuereinnahmen ist daher ein Ausgleich durch Steuererhöhungen oder Kürzung sozialer Leistungen unausweichlich. Dies verdeutlicht auch die Verschuldung der US-Bundesstaaten inklusive Kommunen – Top 10 in Mrd. $ – :

New York

80,4

Michigag

20,1

Kalifornien

69,3

Pennsylvania

19,2

Massachusetts

42,1

Connecticut

19,0

Illinois

30,2

Ohio

18,7

New Jersey

29,7

Florida

18,6

Quelle: US Census Bureau 2001

Ein Link ist nicht mehr aktuell ? Versuchen Sie eine Eingabe des Links in der WayBackMachine von www.archive.org mit Suchresultat für den Zeitraum des bei uns angegebenen Standes !

Diese Seite ist Teil der Homepage www.usatipps.de

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.