Hurrikans

Hurrikans

Hurrikan – Zyklon – Taifun

Viele Hurrikans in 2008 erwartet
Nach Aussagen von Wissenschaftlern der Colorado State University werden in 2008 ungewöhnlich viele Hurrikans erwartet: 15 tropische Stürme in dieser Saison, davon bis zu 8 Hurrikans und davon wiederum 4 schwere Hurrikans der Kategorien 3, 4 oder 5. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein heftiger Hurrikan die US-Küste erreicht, liegt mit 69 % sehr hoch (die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit liegt bei 52 %). Verglichen mit gewöhnlichen Jahren wird die Sturmaktivität bei etwa 160 % liegen.

Die Bezeichnungen stehen für dasselbe Wetterphänomen: In Australien heißen Wirbelstürme Zyklon, im Atlantik Hurrikan und im Pazifik Taifun. In Mittel- und Nordamerika sind insbesondere die karibischen Inseln und die südliche Ostküste der USA gefährdet.
Der Begriff Hurrikan kommt aus dem Englischen: hurricane bzw. vom idianischen/spanischen hurakàn (nach dem Windgott der Maya).

Es sind spiralförmige Tiefdruckgebiete, die zu Wirbelstürmen anwachsen können.

Die Energie liefert der mindestens 27 Grad warme Ozean. Wasser verdunstet und kondensiert in der Höhe zu Gewitterwolken. Große Energien werden frei und treiben die Luftmassen an. Wasserdampf ist die Energiequelle. Der Wirbelsturm wird immer stärker je länger er über warme Gewässer zieht und dabei Wärmeenergie in Form verdunsteter Wassermengen aufnimmt (inflow).

Über Land verliert ein Hurrikan ohne die Zufuhr neuer feuchtwarmer Luftmassen und bei geringer Bodenreibung schnell an Kraft (landfall).

Der Durchmesser eines Hurrikans kann einige 100 km betragen, die Windgeschwindigkeit bis über 300 km/h erreichen. Die Zuggeschwindigkeit liegt zwischen 8 und 10 Metern pro Sekunde.

Im Zentrum des Sturms – dem Auge – ist es wolkenfrei, niederschlagsfrei und ruhig. Es hat meist einen Durchmesser von 15 bis 30 km, kann aber auch 70 km erreichen. Befindet man sich im Auge, ist man ringsum von mächtigen Wolkenwänden umgeben (sog. eye-wall).

In der unmittelbaren Nähe des Zentrums treten die größten Windgeschwindigkeiten auf. Die Luftmassen rotieren entgegen dem Uhrzeigersinn um das Auge des Sturms.

Von einem tropischen Wirbelsturm sprechen Meteorologen ab einer Windstärke von 12. Nach ihrer Stärke werden sie in Gefahrenstufen von 1 (minimal) bis 5 (katastrophal) eingestuft, sog. Saffir-Simpson-Hurricane-Skala:

Kategorie

Wind in
miles per hour

Wind in km/h

Flutwelle beim Auftreffen auf Land (in m)

Zentraldruck in
Pascal

Tropischer Wirbelsturm

35–73

56–117

0–1

 

1 (schwach)

74–95

118–153

1–2

über 980

2 (mäßig)

96–110

154–177

2–3

965–979

3 (stark)

111–130

178–210

3–4

945–964

4 (sehr stark)

131–158

211–249

4–6

920–944

5 (verwüstend)

über 158

über 249

   

Hurrikane verursachen verheerende Zerstörungen durch Sturm, sintflutartige Niederschläge und Überflutungen. Die küstennahen Gebiete bekommen in der Regel die zerstörerischen Kräfte der hohen Windgeschwindigkeiten zu spüren.

Die Hurrikan-Saison dauert im amerikanischen Pazifik vom 15. Mai bis 30. November, im Atlantik vom 1. Juni bis 30. November.

Die Wirbelstürme eines Jahres werden mit englischen Vornamen in alphabetischer Reihenfolge benannt.
Die Namensliste zur Benennung von Hurrikans wiederholt sich grundsätzlich alle 6 Jahre. Allerdings werden die Namen besonders schwerer Hurrukane aus psychologischen Gründen aus dieser Liste gelöscht. Eine Aufstung dieser "retired names" bietet die Internetseite – Stand: April 2007 -:

http://geography.about.com/od/physicalgeography/a/retirednames.htm?n l=1

Weitere Einzelheiten allgemeiner Art zu Hurrikans bietet die Internetseite von Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hurrikan

Versuche, Hurrikane zu bekämpfen, waren bisher erfolglos. Fortschritte gibt es aber bei der Vorhersage und Warnung, weil sich der voraussichtliche Weg eines Hurrikans relativ gut berechnen lässt.

Drei Tage vor dem wahrscheinlichen Eintreffen des Wirbelsturms wird die betroffene Region in Alarmzustand versetzt und etwa eineinhalb Tage vorher laufen konkrete Schutzmaßnahmen an.

Zuständig ist das National Hurricane Center (NHC) in Miami/Florida . Es gibt für den Atlantik und den Nordostpazifik in englischer Sprache aktuelle Warnungen heraus:

http://www.nhc.noaa.gov

Ziehen die Wirbelstürme bis nach Kanada ist das Canadian Hurricane Center zuständig.

http://www.atl.ec.gc.ca/weather/hurricane/index_e.html

Verhalten bei Hurrikans

Halten Sie sich während ihrer Reise in hurrikan-gefährdeten Gebeiten auf, informieren Sie sich regelmäßig über die Wettersituation (Rundfunk, Fernsehen, Zeitungen, Internet, Hotelrezeptionen usw.).

Droht ein Hurrikan in ihr Reisegebiet zu ziehen, sollten Sie schnell und ernsthaft ihre Reisepläne überdenken und ändern, also in sichere Gebiete verlegen. Je früher Sie dies tun, umso geringer sind die Zeitverluste. Wird die heimische Bevölkerung erst evakuiert, droht absolute Staugefahr auf allen Ausfallstraßen.

Sollten Sie bleiben, hören Sie regelmäßig die Meldungen der Notfall-Rundfunk-Stationen ( emergency broadcasting stations). Die Frequenzen zeigen Hinweisschilder auf den Highways an:

„Hurricane Evacuation Route“
„For Information tune radio to ……AM …..FM“

Jede Gemeinde hat örtliche Notfallpläne. Bei Gefahr werden in der Regel Bewohner tiefer gelegener Küstenregionen, auf Inseln, in Wohnmobilen usw. aufgefordert, ander Gebiete aufzusuchn, ggf. auch zwangsweise evakuiert. Folgen Sie auf jeden Fall den Anweisungen örtlicher Behörden, nehmen Sie das Angebot zum Aufsuchen von Schutzräumen (shelter) an und stellen Sie sich auf einen 3 bis 4tägigen Aufenthalt hier ein.
Um in Florida die nächste Schutzeinrichtung vor einem aufziehenden Wirbelsturm im Evakuierungsfall zu erfahren (nearest shelter) ruft man am Besten das amerikanische Rote Kreuz – American Red Cross – an:

Tel. 407-894-4141

Sowohl bei Abreise als auch beim Aufenthalt sollten Sie überlegen, ob Sie nachstehende Gegenstände haben bzw. noch kaufen sollten, bevor die Geschäfte ausverkauft sind:

  • Batteriebetriebenes Radio mit Ersatzbatterien – solange Strom verfügbar ist, diesen statt der Batterien zum Betrieb des Radios nutzen
  • Karten für die Weiterreise bzw. für den Aufenthaltsort – möglichst in kleinem Maßstab
  • Benzintank füllen – die Versorgung kann nach dem Abklingen des Sturms mehrere Tage unterbrochen sein
  • Getränke – in Dosen, mindestens 2 Liter pro Tag und Person
  • Nahrungsmittel, die ohne weitere Zubereitung essbar sind und nicht viel Platz benötigen

Denken sie insbesondere auch an ausreichende Mengen an benötigten Medikamenten, Babynahrung usw.

Beim Aufsuchen von Schutzräumen sind Decken, Handtücher und feuchte Toilettentücher sinnvoll.

Weitere Hinweise können Sie auch den Empfehlungen der örtlichen Behörden für Einheimische entnehmen, wie z.B. der

Hurricane Tracking Chart Louisiana

(pdf-Dokument)

Hurrikans und Tourismus-Veranstalter

Flugverbindungen
Gebuchte Flüge in Hurrikan-bedrohte Gebiete werden von den Fluggesellschaften in der Regel kostenlos umgebucht bzw. storniert, und zwar auch dann, wenn die Tickets im Prinzip nicht tauschbar (non-refundable) sind.

Sind Sie bereits im bedrohten Reisegebiet, werden Sie von der Fluggesellschaft wenn möglich grundsätzlich zu jedem anderen erreichbaren und sicheren Ziel ohne Zusatzkosten ausgeflogen.

Soweit die grundsätzlich erfreuliche Geschäftspolitik der Airlines. Die Tücke liegt allerdings in der Frage: wann droht eine gefährliche Wetterlage (severe weather) ? Die 5-Tage-Vorhersagen für einen Hurrikan-Verlauf sind leider noch sehr unpräzise, so dass es wesentlich auf die Kulanz der jeweiligen Airline ankommt.

Hotels, Resorts usw.
Viele Hotelanlagen in Hurrikan-bedrohten Gegenden bieten eine sog. „hurricane guarantee“. Einzelheiten ergeben sich aus den jeweiligen Geschäftsbedingungen und sind sehr unterschiedlich geregelt. Meist werden „verlorene“ Tage gut geschrieben, teilweise auch nur auf zukünftige Aufenthalte angerechnet.

Kreuzfahrten (cruise lines)
Kreuzfahrtschiffe ändern bei sich verschlechternden Wetterbedingungen in der Regel rechtzeitig ihre Fahrtrouten. Ob es für die Gäste einen Ausgleich für nicht angelaufene Reiseziele gibt, richtet sich nach den jeweiligen Geschäftsbedingungen des Veranstalters. Diese sind in der Regel nicht großzügig, sondern sehen bei fortgeführter Reise keinen Ausgleich oder nur Erstattungen rü „reine“ Bordtage von etwa 20 $ pro Tag vor.

Florida
hat eine eigene Hilfe-Hotline für Touristen (emergency hotline)

Telefon 800 – 287 – 8598

Die Internetseite der Florida Keys bietet eine Broschüre mit Hurrikan-Sicherheitsinformationen zum kostenlosen Download an

http://www.fla-keys.com

Diese Informationen können Sie als pdf-Datei auch hier downloaden (Stand: August 2007):

Hurricane_Sicherheits_Info_Florida_Keys

Die großen Themenparks (SeaWorld Orlando, Busch Gardens Tampa Bay, Discovery Cove, Universal Orlando, Disney) bieten eine unterschiedlich geregelte „ hurricane guarantee“ (Gutschriften, Erstattungen für ausgefallene Tage), aber stets nur dann, wenn die Buchungen über die Park-Agenturen erfolgten (park’s vacation companies).

Texas
Hinweise zum Besuch des Bundesstaates Texas während der Hurricane-Saison (Juni bis Dezember) gibt in englischer Sprache die Internetseite

http://gotexas.about.com/od/texasvacations/a/TXHurricanes.htm

- Stand Juni 2007 -

 

Weitere Link-Hinweise:

Die Hurrikane mit den meisten Todesopfern seit dem Jahr 1900 listet folgende Internetseite auf – Stand: April 2007 -

Stand: August 2007


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