Durchfall
Durchfall auf Reisen ist die klassische Reisekrankheit, denn die bei jedem Menschen natürlich vorkommenden und zur üblichen Verdauung notwendige Bakterienflora des Darms unterscheidet sich je nach Reiseland, Klima und Umweltbedingungen.
Besten Schutz gegen krankheitserregende Bakterien gewährt die normale Magensäure. Die Magensaftproduktion wird durch herzhaft gewürzte Speisen angeregt, große Mengen kalter Getränke verdünnen sie dagegen.
Symptome einer Störung sind heftige Durchfälle ohne Beimengung von Blut oder Schleim, bis zu 20 tägliche Stuhlentleerungen sind keine Seltenheit, ziehende Leibschmerzen und Darmkrämpfe.
Behandlung |
verlorene Flüssigkeit und Elektrolyte wie Natrium und Kalium ersetzen (ELOTRANS oder ORS-Elektrolyt-Lösung) |
Medikamente |
möglichst erst ab 2. Tag einsetzen, leichtere Fälle: IMMODIUM ®(tötet keine Krankheitskeime, sondern stellt nur den Magen-Darm-Trakt ruhig), schwere Fälle: antibakterielle Medikamente wie TARIVID® für fünf Tage + IMMODIUM® |
ORS-Elektrolyt-Lösung |
1l abgekochtes oder Mineralwasser 20g Zucker (2 Eßl.) 3,5g Kochsalz (3/4 Teel.) 2,5g Bicarbonat, z.B. NaHCO3 (1/2 Teel.) 1,5g Kalimumclorit (KCL) (1/4 Teel.) Bicarbonat und Kalimclorit können durch 1 Glas Orangensaft ersetzt werden Alternativ: Lösung aus 1 l Fleinschbrühe mit 4 Tabletten DEXTROENERGEN herstellen |
1. Tag |
24 Stunden süßen Tee oder ORS-Lösung trinken, keine körperlichen Anstrengungen, bei Bauchkrämpfen: Schmerzzäpfchen (BUSCOPAN®) |
2. Tag |
Tee oder ORS-Lösung in unbegrenztenMengen, Kohletabletten-Einnahme beginnen; bei nachlassenden Durchfällen: Porridge, Reisbrei, Milchreis, Apfelmus |
3. Tag |
weiter reichlich trinken; Toast, Pudding, weiches Ei erlaubt bei Abklingen, ausreichende Salzzufuhr |
4. Tag |
bei weiterem Abklingen leichte Gemüse (gekochter Lauch, Karotten), Kartoffelbrei und Bananen erlaubt |
5. Tag |
Durchfall sollte abgeklungen sein, langsame Gewöhnung an normale Kost, aber noch einige Tage kein Fett, Öl, scharf gewürzte Speisen |
als Notdiät geeignet: |
Fleischbrühe, Cola-Getränke (Zimmertemperatur !), Fruchtsaft, Salzstangen |
Achtung: Durchfall kann auch Begleiterscheinung einer Erkrankung sein.
Stets mit Durchfällen einher gehen Typhus, Paratyphus, Cholera, Bazillenruhr, Amöbenruhr, Lebensmittelvergiftung.
Oft mit Durchfällen einher gehen Wurmerkrankungen wie Bandwürmer, Spülwürmer, Madenwürmer, Bilharziose und Lamblien.
Vorbeugung
Die nachstehenden Grundsätze zur Nahrungsaufnahme beziehen sich vorwiegend auf südliche Länder und weniger auf die USA, sind aber gleichwohl auch hier wirksam.
Zunächst gilt die Grundregel:
"Cook it, peel it or leave it"
("Koch es, schäl es oder laß es liegen").
Im einzelnen heißt das:
- Selbstversorger sollten Wasser grundsätzlich abkochen.
- Obst immer schälen oder frisch zu Saft pressen.
- Vorsicht mit Wassermelonen: mancherorts werden sie mit Leitungs- oder Flußwasser gespritzt. (Die Injektion erhöht das Gewicht, den Preis und das Risiko.)
- Kein offenes Speiseeis essen, kein rohes Fleisch und keinen rohen Fisch. Keine rohen Meeresfrüchte (Muscheln, Seespinnen). Krankheitskeime lassen sich nur durch Kochen abtöten.
- Hygienestandards in Hotel- und Restaurantküchen, von Garküchen am Straßenrand zu schweigen, fallen weltweit sehr unterschiedlich aus. Deshalb: Was auf den Tisch kommt, sollte durchgegart und durchgebraten sein und noch dampfen. Temperaturen über sechzig Grad Celsius machen sowohl Viren als auch Bakterien den Garaus. Vorsicht ist geboten bei Speisen, die mit Folie abgedeckt warmgehalten werden. Das darunter entstehende Treibhausklima verschafft Mikroorganismen ideale Wachstumsbedingungen.
- Keine Eiswürfel im Drink! Kein Leitungswasser trinken, wenn es nicht westeuropäischen Qualitätsstandards entspricht. Statt dessen: gut gekühltes Mineralwasser, Limonade oder Säfte aus der frisch geöffneten Flasche oder Bier, Tee, Kaffee und Wein. Dieser Tip hat für die USA kaum Bedeutung !
- Keine Salate essen, die mit Mayonnaise angemacht sind, keine Geflügelsalate (auch nicht vom Buffet eines Fünf-Sterne-Hotels). Salmonellen sind im Süden und in den Tropen wesentlich weiter verbreitet als hierzulande. Vorsicht bei den Enteneiern, sie enthalten oft ein Vielfaches der Salmonellenfracht von Hühnereiern! Auch dies ist in
- den USA grundsätzlich kein Problem.
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