Reisethrombose |
Die Erkenntnis, dass stundenlanges Sitzen in der dünnen Luft an Bord die Gesundheit der
Passagiere gefährdet, ist nicht neu, hat aber durch Presseberichte der letzten Zeit neue Aktualität erlangt.
Vorbeugend sollten Passagiere bequeme Kleidung tragen, pro Stunde ein Glas Wasser trinken, die Beine hoch legen – etwa durch eine Gepäckstück unter den Füßen oder ein Kissen unter den Oberschenkeln -, leichte Gymnastik treiben sowie spätestens alle 2 Stunden ein paar Schritte gehen.
Exaktere Empfehlungen je nach Risikogruppen gibt die Stiftung Warentest in ihrem Heft April 2001:
Niedriges Risiko
für jeden Reisenden bei mehrstündigen Reisen in sitzender Position im Flugzeug, Zug, Bus oder Auto.
Was tun ?
Gymnastische und isometrische Übungen im Sitzen; wiederholt aufstehen und umhergehen; reichlich Mineralwasser und Saft trinken (keinen Alkohol und keinen Kaffee); auf Beruhigungsmittel verzichten.
Mittleres Risiko
wenn mindestens zwei der folgenden Faktoren zutreffen:
- Alter über 40 Jahre,
- Raucher,
- Herz- und Lungenkranke,
- Krampfadern, Veneninsuffizienz,
- Frauen, die die Pille oder Hormonersatzpräparate einnehmen,
- Übergewichtige
Was tun ?
Bewegung, Flüssigkeitszufuhr (wie zuvor) und Kompressionsstrümpfe der Klasse 1 bis 2.
Hohes Risiko
bei Menschen, die
- schon einmal eine Thrombose hatten,
- ein Gipsbein haben,
- eine familiäre Thromboseneigung haben,
- frisch operiert oder
- krebskrank sind.
Was tun ?
Zusätzlich zu Bewegung, Flüssigkeitszufuhr und Kompressionsstrümpfen nach ärztlicher Verordnung gerinnungshemmendes Heparin spritzen.
Hinweis zu Stützstrümpfen:
Nach einer britischen Studie helfen die meisten orthopädischen Stützstrümpfe gegen Thrombosen nicht bei oder nach Langstreckenflügen. Die meisten Strümpfe wurden für den Einsatz liegender Patienten entwickelt und sind nicht ausreichend für die höheren Belastungen sitzender Passagiere. Man sollte Stützstrümpfe benutzen, die speziell für lange Flüge entwickelt und getestet wurden.
Warnzeichen
Eine Reisethrombose kann vorliegen bei
- einer Beinschwellung, auch einseitig,
- Schmerzen beim Gehen,
- unklarer Atemnot während oder im Anschluss an eine längere Reise.
Bei diesen Anzeichen unbedingt einen Arzt zurate ziehen und ihn über die Reise informieren.
Ob es einen Zusammenhang von Platzangebot und Thrombosegefahr gibt, ist strittig. Gleichwohl kann es nicht schaden und dient ja auch der allgemeinen Bequemlichkeit, ein Flugzeug mit möglichst großer Beinfreiheit zu wählen. Hilfreich kann hier die im Februar 2001 von der Wirtschaftswoche veröffentlichte Tabelle der „Kniefreiheit in ausgewählten Economy-Klassen" sein:
Gesellschaft |
Kniefreiheit *) |
British Airways |
26 / 42 **) |
KLM |
26 |
LTU |
26 |
Lufthansa |
28 |
Swissair |
28 |
United Airlines |
28 / 40 **) |
Condor |
29 |
Delta Air Lines |
29 |
Cathay Pacific |
29 |
Air France |
30 |
Singapore Airlines |
30 |
British Midland |
31 / 46 **) |
Quantas |
31 |
Thai Airways |
32 |
Emirates |
33 |
American Airlines |
44 |
*) in Zentimetern gemessen als Abstand von der Sitzkante bis zur Rückseite des Vordersitzes
**) Super-Economy-Klasse
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