25. Mai 2016

Los Angeles: Erstmals fährt Metro bis zum Strand

Am Wochenende wurde in Los Angeles der zweite Abschnitt der Stadtbahnstrecke „Expo Line“ eröffnet. Erstmals können die Menschen dort mit der Metro zu den schönen Stränden fahren.

Am Wochenende wurde in Los Angeles der zweite Abschnitt der Stadtbahnstrecke „Expo Line“ eröffnet. Erstmals können die Menschen dort mit der Metro zu den schönen Stränden fahren.

Los Angeles baut – und das ist für die Autostadt sehr ungewöhnlich – seinen öffentlichen Nahverkehr aus. Erst am vergangenen Wochenende wurde der zweite Abschnitt der Stadtbahnstrecke „Expo Line“ eröffnet. Der neue Teil der Metro erlaubt es den Menschen in der Stadt erstmals seit den fünfziger Jahren ohne Auto zu den schönen Stränden der Umgebung zu gelangen. Wer bis dato ein paar Stunden am Strand verbringen wollte, musste sich durch kilometerlange Staus quälen. Damit ist nun Schluss. Rund 20.000 bis 50.000 Passagiere sollen auf der Strecke zwischen der Innenstadt und der Küste Santa Monicas pro Tag befördert werden.

Zeitersparnis von mehreren Stunden

Der erste Streckenabschnitt aus dem Zentrum von Los Angeles nach Culver City wurde vor vier Jahren eröffnet. Nun folgte also der zweite Abschnitt. Für die gesamte Strecke, die wenige hundert Meter vor dem Pazifikstrand endet, benötigt die Metro rund 50 Minuten. Was das kostet? Nur 1,75 Dollar. Für Senioren sogar noch weniger: Außerhalb der Rush Hour müssen sie nur 35 Cent bezahlen. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in Los Angeles macht der neue Abschnitt eine Zeitersparnis von teilweise mehreren Stunden aus. Denn schließlich ist der Santa Monica Freeway mit bis zu 14 Spuren eine der verkehrsreichsten Straßen der Welt. Im vergangenen Jahr verbrachten die Bewohner von Los Angeles durchschnittlich 81 Stunden im Stau. Trotz der Tatsache, dass diese Zahl bald sinken dürfte, hat das 1,5-Milliarden-Dollar-Projekt (rund 1,35 Milliarden Euro) mächtig Gegenwind bekommen. Vor allem die befürchteten Schäden an den Korallenbäumen und die mangelnde Infrastruktur sind die größten Kritikpunkte der Gegner.

Metro fährt alle 12 Minuten

Zwar bieten bis dato nur drei der sieben Stationen genügend Parkplätze, doch möchte die Stadt diesen Makel bald beheben. Ein weiteres Problem: Alle der rund 7.000 Parkplätze waren innerhalb eines Tages vergriffen. Dauerpächter sicherten sich die begehrten Standplätze. Auch Bürgermeister Eric Garcetti hat einen großen Kritikpunkt, den er auch öffentlich äußerte: „Zu Beginn fährt die Bahn alle zwölf Minuten. Wenn sie alle zehn oder acht Minuten führe, müsste niemand in einem überfüllten Waggon sitzen“, so Garcetti, der mit einem Surfbrett zur Einweihungsfeier erschien. Mit dem Surfbrett unter dem Arm wollte der Bürgermeister zeigen, dass der Weg zum Strand nun direkter, kürzer und einfacher ist. Die Verbindung des Zentrums der Millionenstadt und Santa Monica wurde seit Jahrzehnten gefordert und soll die Straßen von Los Angeles deutlich entlasten. Nachdem die Straßenbahnen in den 1950er-Jahren – nicht nur in Los Angeles – eingestellt worden waren, begann der Siegeszug des Autos. Doch schon seit Jahren haben viele US-Metropolen in dieser Thematik umgedacht und bauen die öffentlichen Verkehrsmittel immer weiter aus.

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