17. Mai 2017

USA: Laptop-Verbot für Flüge aus Europa wird konkreter

Die USA planen das Laptop-Verbot auf Flüge aus Europa auszuweiten. Nach Angaben des Flughafenbetreiber-Verbandes ACI Europe wären davon 3.257 Flüge pro Woche betroffen.

Die USA planen das Laptop-Verbot auf Flüge aus Europa auszuweiten. Nach Angaben des Flughafenbetreiber-Verbandes ACI Europe wären davon 3.257 Flüge pro Woche betroffen.

Wie wir berichteten, planen die USA ihr Laptop-Verbot auf Flüge aus Europa auszuweiten. Zuvor hatten die Vereinigten Staaten von Amerika Laptops, Tablets und andere elektronische Geräte im Handgepäck von zehn vornehmlich im Nahen Osten und in Nordafrika liegenden Flughäfen auf dem Weg in die USA verboten. Eine ähnliche Regelung gilt für Flüge nach Großbritannien. Derzeit verhandeln die EU-Länder mit den Vereinigten Staaten über eine konkrete Umsetzung des Verbotes. Nach Angaben des Flughafenbetreiber-Verbandes ACI Europe wären von dem Laptop-Verbot für Flüge aus Europa in die USA exakt 3.257 Flüge pro Woche betroffen.

Gefahr bestehe auch im Frachtraum

Nach Ansicht des Pilotenverbandes European Cockpit Association verlagere man mit dem Laptop-Verbot lediglich die Gefahr von der Flugzeugkabine auf den Frachtraum.

Nach Ansicht des Pilotenverbandes European Cockpit Association verlagere man mit dem Laptop-Verbot lediglich die Gefahr von der Flugzeugkabine auf den Frachtraum.

Bereits in der vergangenen Woche haben Vertreter der EU-Komission sowie mehrere Minister der EU-Länder mit dem US-Heimatschutz-Minister John Kelly telefoniert. In dieser Woche findet nun ein Treffen statt, um die Einzelheiten des geplanten Laptop-Verbots zu besprechen. Vor allem, weil US-Präsident Donald Trump offensichtlich Geheimdienstinformationen im Zusammenhang mit dem Laptop-Verbot an den russischen Außenminister Sergej Lawrow weitergegeben haben soll, gerät nun neue Brisanz in das geplante Treffen. Seit Wochen fragen Deutschland und andere US-Bündnispartner Informationen für die Pläne rund um das Laptop-Verbot an; ohne Erfolg. Die Regelung gilt wohl für alle elektronischen Geräte, die größer als Mobiltelefone sind. Darunter Tablets, E-Book-Reader, Kameras und eben Laptops. Ursprung des Verbots seien Geheimdienstinformationen, wonach terroristische Organisationen planen, Sprengsätze in Laptops und Co. an Bord von Flugzeugen zu schleusen.

Das Laptop-Verbot ist vor allem in Europa sehr umstritten. Denn immerhin könnten manipulierte Geräte nach wie vor in Flugzeuge geraten. Wenn nicht im Handgepäck, dann halt im Frachtraum. Der europäische Pilotenverband European Cockpit Association sieht eine viel größere Gefahr: Wenn große Mengen elektronischer Geräte künftig im Frachtraum gelagert werden, steigt durch die Anzahl der Lithium-Batterien das Brandrisiko. Dadurch würde der Frachtraum erst recht zum attraktiven Ziel für Terroristen, so der Verband.

Produktivitätsausfall von 160 Millionen Euro pro Jahr

Welche Ausmaße ein Laptop-Verbot für die deutsche Wirtschaft hätte, beschreibt der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR). „Für die Produktivität der deutschen Unternehmen ist es immens wichtig, dass ihre Geschäftsreisenden mobil arbeiten können, insbesondere auf Langstreckenflügen“, sagte der Vizepräsident des VDR, Ralph Rettig, in Berlin. Die Pläne der US-Behörden nennt Rettig „reinen Aktionismus, der auf besorgniserregende Weise in die Geschäftsprozesse und die Arbeitsproduktivität der Unternehmen eingreift“. Laut des Verbandes fliegen jedes Jahr circa 720.000 Geschäftsreisende aus Deutschland in die USA. Gehe man bei einem zehnstündigen Flug von einer effektiven Arbeitszeit von drei Stunden und Arbeitskosten von 75 Euro aus, belaufe sich der jährliche Produktivitätsausfall auf 160 Millionen Euro. Zwar ist das Verständnis für die Sicherheitsbedürfnisse der USA vorhanden, dennoch „stellen elektronische Geräte im aufgegebenen Koffer im Zweifel ein ebenso großes Risiko dar wie im Handgepäck“, so Rettig weiter.

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