Cincinnati – Heimat des größten Oktoberfestes der USA

Cincinnati ist ein idealer Ausgangspunkt für Reisende, die wirklich in das Leben in den USA eintauchen möchten und die Amerikaner in ihrem ureigenen Lebensgefühl entdecken möchten.

Schade eigentlich, dass Cincinnati nicht zu jenen Städten in den USA gehört, die bei Touristen besonders beliebt sind. „The Queen City“, wie sich die Stadt selber nennt, wäre nämlich ein idealer Ausgangspunkt für Reisende, die wirklich in das Leben in den USA eintauchen möchten und die Amerikaner in ihrem ureigenen Lebensgefühl entdecken möchten.

Mit rund 300.000 Einwohner ist die Stadt überschaubar genug, um in wenigen Tagen zumindest einen guten ersten Eindruck bekommen zu können. Als Teil einer Metropolregion mit über zwei Millionen Menschen aber ist Cincinnati gleichzeitig auch groß genug, um mit wahrhaft amerikanischen Dimensionen aufzuwarten. Die Stadt gilt darüber hinaus auch deshalb als ausgesprochen amerikanisch, weil sie wenig europäischen Einfluss aufweist. Wie gesagt: wenig, aber nicht überhaupt keinen. Denn trotz der unspektakulären Lage im Mittleren Westen haben die Deutschen hier nicht nur mit ihrer guten Küche, sondern auch mit dem Oktoberfest einen bleibenden und sehr lebendigen Eindruck hinterlassen. Und der Name der Stadt, der kann seinen europäischen Ursprung auch nicht wirklich verleugnen. Er geht nämlich auf einen berühmten römischen Feldherrn zurück.

Römische Antike und norddeutsche Söldner

Fehlanzeige also, falls jemand Cincinnati vielleicht mit Zimt (englisch: cinnamon) gedanklich in Verbindung gebracht haben sollte. Stattdessen war es der alte Haudegen Lucius Quinctius Cincinnatus, nach dem die Stadt benannt worden ist. Was aber hat ein erfolgreicher und moralisch übrigens vorbildlicher Feldherr, der von 519 bis 430 vor Chr. gelebt hat, mit einer amerikanischen Stadt zu tun, die 1788 gegründet wurde? An diesem Punkt kommen die Deutschen ins Spiel. Viele Söldner vor alles aus dem Nordwesten des heutigen Deutschlands hatten sich in der Gegend niedergelassen und eine berufsständische Vereinigung – „Society of the Cincinnati“ – gegründet. Eines der prominentesten Mitglieder war übrigens George Washington, der nicht nur der erste Präsident der USA, sondern auch der erste Präsident eben dieser Vereinigung von Veteranen gewesen ist. Als die Siedlung schließlich 1814 ihre städtische Verfassung bekam, übernahm man kurzerhand den ehrenvollen römischen Namen. Cincinnati war gegründet.

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Eine Stadt im Dreiländereck

Der Ohio River schlägt bei Cincinnati für den Rest seines Laufes eine west-südwestliche Richtung ein.

Der Ohio River schlägt bei Cincinnati für den Rest seines Laufes eine west-südwestliche Richtung ein.

Doch wo genau liegt diese ur-amerikanische Stadt eigentlich? Politisch gehört sie gerade noch zu Ohio, befindet sich dort jedoch im südwestlichen Grenzgebiet. Besuche in Kentucky und Indiana sind deshalb von Cincinnati aus wirklich nur ein Katzensprung. Bemerkenswert ist aber auch die Lage der Stadt direkt am Fluss. Der Ohio River ist hier deutlich über einen halben Kilometer breit und wird von sanften Hügeln gerahmt. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, dass sich auf diesen Hügeln heute die begehrtesten Grundstücke und die schönsten Villen befinden. Ganz nebenbei ist aber auch noch Platz für einige Weingärten, in denen gute Tropfen produziert werden.

Die Lage im Dreiländereck zwischen Ohio, Indiana und Kentucky ist ein Pluspunkt für Reisende, die den Mittleren Westen und somit auch wichtige landwirtschaftliche Regionen der USA kennenlernen möchten. Wie nah alles beisammen liegt, beweist allein die Tatsache, dass der Flughafen von Cincinnati/Ohio in Kentucky liegt; knappe 20 Kilometer im Südwesten der Stadt.

Was gibt’s in Cincinnati zu sehen?

In der Stadt am mächtigen Ohio hat sich viel getan. Noch vor gerade mal rund zehn Jahren galt das verfallene einstige Viertel der deutschen Einwanderer „Over-the-rhine“ als gefährlichster Stadtteil Amerikas. Damit haben die Stadtverwaltung und Investoren in einer gemeinsamen Anstrengung aufgeräumt. Heute ist „Over-the-rhine“ das trendigste Quartier der Stadt, in dem man wunderbar ausgehen, shoppen und hervorragend essen kann. Vor allem die deutschen Restaurants bekommen regelmäßig im September allerdings Konkurrenz. Dann wird nämlich ganz zünftig das „Oktoberfest“ (oktoberfestzinzinnati.com) gefeiert. Das Volksfest mit Bratwurst, Bier, Dirndln und Blasmusik gilt als die größte Wies’n der gesamten USA, ja sogar weltweit – mit Ausnahme vom Original in München natürlich. Bayerns Landeshauptstadt ist übrigens mit Cincinnati in einer Städtepartnerschaft verbunden. Allein das garantiert schon, dass die Kopie nicht allzu weit vom Original abweicht.

Mit Originalen bekommt es der Besucher auch im Cincinnati Art Museum (953, Eden Park Drive, cincinnatiartmuseum.org) zu tun. Die permanenten Sammlungen umfassen Objekte seit der Antike, die man am besten während einer geführten Tour kennenlernt. Diese Touren sind nicht nur hoch informativ und unterhaltsam, sie sind auch grundsätzlich gratis. Nur wenn eine der hochkarätigen Sonderausstellungen ansteht, muss der Besucher für den Eintritt zahlen. Doch wen wundert das, wenn etwa wie zum Beispiel zwischen Oktober 2016 und Januar 2017 weltbekannte Arbeiten von Vincent van Gogh aus führenden Museen in Cincinnati zusammengeführt werden?

Teilweise experimenteller und für viele Kunstfreunde vielleicht noch nicht ganz so bekannt sind die zeitgenössischen Werke, die im Lois & Richard Rosenthal Center for Contemporary Art (44 E. 6th Street, contemporaryartscenter.org) ausgestellt werden. Beide Museen lohnen übrigens allein schon wegen ihrer Architektur einen Besuch.

Doch nicht nur Freunde der Bildenden Kunst kommen in Cincinnati auf ihre Kosten. Wer mag, der kann hier auch sehr gut Livemusik erleben- vom kleinen Countryclub bis hin zum großen Konzert eines Symphonieorchesters ist regelmäßig alles zu haben.

Bei der faszinierenden „Balluminaria“ begeistern leuchtende Heißluftballons die Massen.

Bei der faszinierenden „Balluminaria“ begeistern leuchtende Heißluftballons die Massen.

Natürlich kann man in Cincinnati auch im Freien viel erleben. Wer etwa im November kommt, der wird im „Eden Park“ (cincinnatiparks.com/central/eden-park/) direkt am Ohio River in den Walnut Hills die faszinierende „Balluminaria“ erleben, bei dem sich leuchtende Heißluftballons ein Stelldichein geben. Den Rest des Jahres kann man den Park auch ganz einfach wegen seiner tollen Aussichten, seiner wunderbaren landschaftlichen Anlage und seiner Pflanzen genießen. Ein Park der etwas anderen Art ist der Coney Island Amusement Park (6201 Kellogg Ave, coneyislandpark.com). Der Name deutet schon an, dass sich in diesem Vergnügungspark auch Kinder prächtig amüsieren können.

Etwas, das sich Besucher von Cincinnati auf keinen Fall entgehen lassen sollten, ist der nächtliche Blick auf die John A. Roebling Hängebrücke, die den Ohio River zwischen Cincinnati/Ohio und Covington/Kentucky überspannt. Die wagemutige Konstruktion und die stimmungsvolle Beleuchtung sollten Reisende auf keinen Fall verpassen. Auf der Kentuckyseite kann man die Konstruktion von vielen Bars und Restaurants aus genießen.

Cincinnati in aller Kürze

  • Over-the-rhine ist das Trendviertel von Cincinnati
  • Im September wird in Cincinnati das größte Oktoberfest außerhalb von München gefeiert
  • Anspruchsvolle Ausstellungen und Sinderschauen im Cincinnati Art Museum
  • Zeitgenössische Kunst zeigt das Lois & Richard Rosenthal Center for Contemporary Art
  • Die toll beleuchtete Hängebrücke John A. Roebling ist ein Tipp für „after dark“

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