Südstaaten – Verwehte Vergangenheit und verwegene Vielfalt

In den Südstaaten der USA trifft eine Mischung aus Herrschaftshäusern, wie man sie aus „Vom Winde verweht“ kennt und Plantagen-Elend à la „Onkel Toms Hütte“ auf  Schaufelraddampfer und Dixieland–Musik.

In den Südstaaten der USA trifft eine Mischung aus Herrschaftshäusern, wie man sie aus „Vom Winde verweht“ kennt und Plantagen-Elend à la „Onkel Toms Hütte“ auf Schaufelraddampfer und Dixieland–Musik.

Der an den Süden der USA denkt, dem fallen vielleicht als erstes Georgia und Mississippi, Louisiana und Alabama ein. Das sind jene Bundesstaaten, die die herkömmlichen Klischees des Südens sicherlich am besten bedienen. Dabei trifft eine Mischung aus Herrschaftshäusern, wie man sie aus „Vom Winde verweht“ kennt und Plantagen-Elend à la „Onkel Toms Hütte“ auf Schaufelraddampfer und Dixieland –Musik.

Doch der Süden der USA ist so viel mehr als „nur“ ein Abziehbild der Vergangenheit. Eine stolze Anzahl von 13 Staaten wird unter diesem Oberbegriff zusammengefasst – und was für Staaten darunter sind! Das stolze, selbstbewusste Texas etwa gehört dazu, ebenso wie das musikbegeisterte Tennessee. Eine echte Überraschung mag dagegen für den einen oder anderen die Tatsache sein, dass auch Florida zu den Südstaaten zählt. Zugegeben, die geografische Lage legt das nahe, doch die weltoffene, internationale Atmosphäre dieses Ferienstaates ist nicht wirklich „typisch südlich“. Doch was soll’s, der Süden der USA ist eben auch eine große, hoch interessante Region, die von ihren Widersprüchen lebt. Hier begegnet der Reisende modernster Raumfahrttechnik und tiefstem Aberglauben gleichzeitig. In der riesigen Region leben insgesamt fast 100 Millionen Menschen. Was sie vereint? Unter anderem ihre Geschichte. In allen Südstaaten ist bis zum Jahr 1865 die Haltung von Sklaven offiziell erlaubt gewesen. Neben den bereits genannten Bundesstaaten zählen dazu auch noch Arkansas, Kentucky, North Carolina, South Carolina, Virginia und West Virginia. In den USA selbst wird die gesamte Region übrigens schlicht „Dixieland“ genannt.

Charismatische Städte

Die Südstaaten bilden eine Großregion im Südosten der USA. Foto: By User:Astrokey44 (Based on GNU Image:US_map-South_Historic.png [1]) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Die Südstaaten bilden eine Großregion im Südosten der USA. Foto: By User:Astrokey44 (Based on GNU Image:US_map-South_Historic.png [1]) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Eine Reise in den Südosten der USA wird immer auch ein Städtetrip sein. Kein Wunder, denn wer würde New Orleans, Memphis und Nashville schon links linken lassen wollen? New Orleans ist natürlich Pflicht für alle Freunde des Jazz, der hier seine Wiege hat. Aber auch Architekturfans kommen im „French Quarter“ auf ihre Kosten. Bis heute stehen dort eindrucksvolle Gebäudeensemble sowohl aus der Zeit der französischen als auch der spanischen Kolonisation. Wer das Glück hat, mit dem „Mardi Gras“, wörtlich übersetzt dem „fetten Dienstag“, den Karneval zu erleben, der wird unvergessliche Eindrücke mit nach Hause nehmen.

In Memphis liegen die Wurzeln anderer Musikrichtungen. Hier wurden der Blues und der Rock’n Roll geboren und hier lebte (und starb) der “King of Rock’n Roll“. Für einen Besuch von „Graceland“, dem Anwesen von Elvis Presley, sollte unbedingt Zeit sein.

Auch Nashville lebt von der Musik. Hier ist Country Music Trumpf und hier haben so bedeutende Karrieren wie die von Dolly Parton und Johnny Cash ihren Anfang genommen. Selbst wer nicht gern tanzt, sollte in Nashville abends ausgehen. Die Atmosphäre in den Country-Clubs, in denen die Nacht zum Tag gemacht wird, ist einfach unvergleichlich.

Walt Disney lässt grüßen

Neben den „üblichen Verdächtigen“ in Sachen Städtetrip gibt es im Südosten aber auch noch ein paar weitere Kandidaten, die auf jeden Fall einen Besuch verdient haben. Wie ein Ausflug in die – ambivalente – Vergangenheit muten die Innenstädte von Charleston und Savannah an. Hier erlebt man Südstaatenromantik pur und kann den Reichtum und den Lebensstil des tiefen Südens eindrucksvoll nachvollziehen. Wenn Scarlett O‘Hara aus „Vom Winde verweht“ noch irgendwo um die Ecke kommt, dann in einer dieser beiden Städte. Das sollte freilich nicht vergessen machen, dass es Sklaven waren, die sich für diesen Wohlstand auf den Baumwollplantagen abgerackert haben.

Keine Aufzählung von Städten im Südosten der USA wäre vollständig, ohne Miami und Orlando in Florida zu erwähnen. Miami begeistert nicht nur mit seinem mondänen Lifestyle, sondern auch mit endlos langen Stränden. Die wahre Hauptstadt der Touristen aber ist Orlando. Mit rund 55 Millionen Besuchern in Jahr ist sie nicht nur im Süden die Nummer eins, sondern in den ganzen USA. Das liegt vor allem an den großen Freizeit- und Themenparks, die hier angesiedelt sind. Sie locken Menschen jeder Altersklasse und aus der ganzen Welt an. Die größten Zugpferde dabei sind natürlich die Parks von Walt Disney.

See you later Alligator!

Die Innenstadt von Charleston bietet viele historische Gebäude, die eine Reise in die Vergangenheit ermöglichen.

Die Innenstadt von Charleston bietet viele historische Gebäude, die eine Reise in die Vergangenheit ermöglichen.

Wer nach so viel Urbanität frische Luft und Natur pur braucht, der ist im Südosten der USA ebenfalls gut aufgehoben. Bleiben wir doch zum Beispiel gleich in Florida. Mit den Everglades besitzt dieser Bundesstaat ein einmaliges Feuchtgebiet, das heute in weiten Teilen Nationalpark ist und von der UNESCO zum Weltnaturerbe deklariert worden ist. Allein sollte man sich dort allerdings nicht unbedingt auf Entdeckungstour begeben. Die Everglades werden von Bären und Pumas, von Alligatoren und Krokodilen bevölkert. Ins Herz der Sümpfe macht man sich deshalb am sichersten mit einer geführten Tour auf einem Propellerboot auf.

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