Mississippi – Der geschichtsträchtige Süden

Mississippi New State Capitol Building in Jackson.

Wer Mississippi bereisen möchte, der ist wahrscheinlich bereits ein fortgeschrittener USA-Tourist. Denn Mississippi zählt nicht zu den „A-List“-Bundesstaaten, die wie zum Beispiel Florida oder Kalifornien zu den Traumzielen vieler Reisender zählen.

                                                                                                                                                           
Fläche in qkmEinwohnerAbkürzungHauptstadtOrtszeit
125.4432.978.512MSJacksonMEZ -7

Das heißt allerdings nicht, dass dieser Bundesstaat nichts zu bieten hätte. Ganz im Gegenteil. Mit seinem freundlichen Klima, das eine ganzjährige Saison erlaubt, und mit seinen interessanten, vom Wasser geprägten Landschaften ist es für Naturliebhaber und Wassersportler ein geradezu ideales Ziel. Wenn man dann noch die vielen historischen Stätten und die pulsierenden Städte mit ihren vielfältigen Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten dazu nimmt, dann rückt Mississippi auf der Liste der Wunschstaaten ein gehöriges Stück nach oben.

Lage und Geografie

Mississippi hat seinen Namen von dem gleichnamigen Fluss, der den Bundesstaat prägt. Übersetzt aus der Sprache der einheimischen Indianer bedeutet der Name „Großer Fluss“. Heute leben kaum noch Nachfahren der einstigen Ureinwohner in Mississippi; sie wurden fast alle von den frühen Siedlern vertrieben. Die Landschaften des Staates sind flach und von den Armen des großen Flusses und auch des Yazoo Rivers geprägt. Nur im äußersten Nordosten finden sich ein paar Hügel. Mississippi gehört zu den Südstaaten der USA und grenzt dort auf einem schmalen Küstenstück an den Golf von Mexiko. Im Norden liegt Tennessee, Alabama befindet sich im Osten. Im Westen schließlich heißen die Nachbarstaaten Arkansas und Louisiana.

Eldorado für Wassersportler und Glücksritter

Der Staat hat seinen Namen vom Mississippi River, der mit dem indianischen Wort für „großer Fluss“ bezeichnet wird.

Der Staat hat seinen Namen vom Mississippi River, der mit dem indianischen Wort für „großer Fluss“ bezeichnet wird.

Der Bundesstaat Mississippi ist vergleichsweise arm. Gemessen an dem Pro-Kopf-Einkommen der Einwohner stellt er sogar das absolute Schlusslicht dar. Diese Tatsache erklärt sich nicht zuletzt aus der Geschichte. Die sumpfigen Areale des Flussdeltas lieferten Holz und erlaubten den Anbau von Reis und von Tabak in großem Stil. Als die Subventionen dafür ausblieben, brach die Wirtschaft quasi über Nacht zusammen. Es dauerte eine Weile, bis man schließlich so weit war, dass Baumwolle angepflanzt und zur Haupteinnahmequelle werden konnte. Die großen Plantagen agierten zwar erfolgreich, aber doch unrühmlich. Nur dank der Arbeit von Sklaven war es möglich, sie überhaupt zu unterhalten. Die Plantagen und ihre steinreichen Besitzer gibt es bis heute. Inzwischen werden sie jedoch überwiegend von Maschinen bewirtschaftet. Die Nachfahren der afro-amerikanischen Sklaven leben nach wie vor in Mississippi, fast immer unter sehr ärmlichen Bedingungen. Der kleine Trost für die Armut im Land ist lediglich, dass auch die Lebenshaltungskosten hier sehr gering sind.

Das kommt bis zu einem gewissen Grad natürlich auch den Touristen zugute. Jedes Jahr bereisen Naturenthusiasten, Fischer und auch Jäger aus der ganzen Welt Mississippi und sein Flussdelta, um hier ihren Hobbys nachzugehen. Möglichkeiten zu den entsprechenden Outdooraktivitäten gibt es in Hülle und Fülle. Segeln, Kajak, Wasserski, Wakeboarding, Schwimmen, Tauchen – es gibt wohl keine Wassersportart, die man in Mississippi nicht ausüben könnte. Das Land ist zudem durchzogen von State Parks, in denen man auch einen Caravanplatz buchen kann, und von Wäldern. Hier sind grandiose Wandertouren (Checkliste für den Wander-Urlaub in den USA) möglich, zum Beispiel auf dem „Devil’s Backbone“. Das ist ein Jahrhunderte alter Handelsweg, den einst die Indianer benutzt haben. Man muss ihn ja nicht gleich auf seiner ganzen Länge von rund 700 Kilometern kennenlernen! Auch unbedingt empfehlenswert: der Cypress Swam Trail in der Nähe der Hauptstadt Jackson. Der Weg führt auf einem Steg, der auf Holzpfählen steht, über einen Kilometer lang durch ein wildes Sumpfgebiet. In Mississippi lassen sich aber auch prima das Mountain-Bike satteln oder lange Ausritte unternehmen. Apropos Ausritte. Auch Glücksritter finden in Mississippi ihr maßgeschneidertes Territorium. Kasinos bilden hier einen weiteren Schwerpunkt bei den Einnahmen durch den Tourismus.

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Land der Musik und der Literatur

Segeln, Kajak, Wasserski, Wakeboarding, Schwimmen, Tauchen – es gibt wohl keine Wassersportart, die man in Mississippi nicht ausüben könnte.

Segeln, Kajak, Wasserski, Wakeboarding, Schwimmen, Tauchen – es gibt wohl keine Wassersportart, die man in Mississippi nicht ausüben könnte.

Das alles hört sich nach zu viel Natur und zu wenig Kultur an? Das täuscht. Mississippi ist nicht nur ein sehr musikalischer Staat, in dem man jeden Abend in ein anderes Livekonzert gehen kann. Das Land hat auch einen der berühmtesten Sänger überhaupt hervorgebracht. In dem kleinen Ort East Tupelo erblickte nämlich am 8. Januar 1935 ein gewisser Elvis Presley das Licht der Welt. Der Junge, der einst der Wegbereiter für den Rock’n Roll und eine unvergessliche Legende werden sollte, wächst unter der Obhut von Mama Gladys und Papa Vernon zu den Gospelklängen der Pentecostal Church auf. 1948 zieht die Familie nach Memphis/Tennessee um. Auch Literaturfreunde kommen in Mississippi nicht zu kurz. Sie können dort nämlich auf den Spuren des Literaturnobelpreisträgers William Faulkner wandeln, der am 25. September 1895 in New Albany geboren wurde und später eine Zeit lang in Oxford/Mississippi lebte und arbeitete. Wenn in seinen Romanen das – fiktive – „Yoknapatawpha County“ auftaucht, dann handelt es sich um das Hügelland von Mississippi. Trotz seines anderslautenden Vornamens ist auch Tennessee Williams ein echter Sohn Mississippis. Er wurde 1911 in Columbus geboren.

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