Austin – Ein Stück Texas jenseits aller Klischees

Der Hang zur Größe und zur Überdimensionalität des Bundesstaates Texas wird in der Hauptstadt Austin immer mal wieder deutlich.

Austin ist zwar nicht die größte Stadt in Texas, aber sie ist die Hauptstadt dieses ikonischen US-Bundesstaates. Schon allein deshalb lohnt es sich, sie zu besuchen.

Es ist einfach spannend, deutschen Sitten und Gebräuchen zu begegnen, die sich hier über Jahrhunderte erhalten, aber natürlich gleichzeitig auch verändert haben. Aber auch für alle, die im Urlaub gern mal die Sitten und Gebräuche von daheim hinter sich lassen, ist Austin ein interessantes Reiseziel. Die Stadt ist jung, wohlhabend, gebildet, kultiviert und – wie sie es selbst in ihrem Spitznahmen postuliert – „wird“. Frei übersetzt bedeutet das, dass Austin auf erfrischende Weise anders ist als der Rest von Texas. Es macht Spaß, sich davon selbst zu überzeugen. Der Hang zur Größe und zur Überdimensionalität wird auch in der Hauptstadt von Texas, in Austin, immer mal wieder deutlich. Doch abgesehen davon präsentiert sich die Stadt ganz zahm. Sie ist super gepflegt, sie bietet enorm viel Kultur und sie verwöhnt Bewohner und Besucher gleichermaßen mit sehr hoher Lebensqualität.

Auch eine junge Stadt wie Austin hat schon Geschichte

Austin ist zu einer der beliebtesten und am schnellsten wachsenden Städte in den USA geworden.

Austin ist zu einer der beliebtesten und am schnellsten wachsenden Städte in den USA geworden.

Keine Sorge, allzu lang muss man sich mit der Geschichte von Austin nicht aufhalten, dazu ist die Stadt noch zu jung. Gegründet wurde sie im Jahre 1835; die kleine Siedlung erhielt damals den Namen Waterloo. Doch schon drei Jahre später tauften die Stadtväter den rasant wachsenden Ort in Austin um. Benannt wurde sie nach Stephen F. Austin, der als Gründer der damals noch unabhängigen Republik Texas gilt. Nur ein Jahr später war Austin dann auch schon die Hauptstadt von Texas. In welch atemberaubenden Tempo sich damals alles entwickelte, zeigt ein Blick auf das Parlamentsgebäude. Das Texas State Capitol, das 1888 (also nur ein halbes Jahrhundert nach der Gründung der Stadt) in Austin gebaut wurde, war damals das siebthöchste Gebäude der Welt. Es überragt das Kapitol in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington um stolze sechs Meter.

Bildung und Kulturgenuss

Bislang hat noch niemand herausgefunden, warum es so ist, aber es ist so: Die Einwohner von Austin sind überdurchschnittlich bildungshungrig, lesefreudig und in der Folge auch überdurchschnittlich gebildet. Das könnte man natürlich einfach der renommierten Universität der texanischen Hauptstadt zuschreiben. Tatsächlich reicht das Bildungsphänomen aber weit darüber hinaus. Solch anspruchsvollen Einwohnern müssen die Stadtväter etwas bieten, wenn sie sie in ihren Mauern halten wollen. Von den Konzertsälen und den Museen, von den Galerien und sonstigen kulturellen Einrichtungen profitieren aber natürlich auch interessierte Touristen. Nachfolgend ein Streifzug durch einige ausgewählte Museen. Im „Elisabeth Ney Museum“ in der East 44th Street etwa lernt der Besucher die Werke der deutschen Bildhauerin kennen, die 1907 starb. Das Museum befindet sich im ehemaligen Studio der Künstlerin, von der hier noch über einhundert Werke zu sehen sind. Dabei handelt es sich überwiegend um Büsten wichtiger politischer Persönlichkeiten aus den Vereinigten Staaten und aus Europa.

Apropos wichtige Persönlichkeiten. Im LBJ Library & Museum“ in der Red River Street dreht sich alles um den 36. Präsidenten der USA, um Lyndon B. Johnson. Die Präsidentschaft des gebürtigen Texaners begann im November 1963 äußerst dramatisch. Er wurde als Nachfolger von John F. Kennedy vereidigt, der unmittelbar zuvor in Dallas, ebenfalls Texas, ermordet worden war. Johnsons Regierungszeit fiel in einer der aufwühlendsten Perioden, die die USA nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Weitere Attentate und der Vietnamkrieg fallen in diese Zeit, die im Museum wieder auflebt. Das spektakulärste Ausstellungsstück dürfte dabei die Nachbildung des „Oval Office“ sein, wie LBJ es sich als Büro im Weißen Haus eingerichtet hatte. Es gibt aber noch einen Menschen, der die Abkürzung LBJ trug. Auch Lady Bird Johnson, die Frau des Präsidenten, wird im Museum mit einer eigenen Ausstellung näher beleuchtet.

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Von Studenten und Fledermäusen

The University of Texas at Austin ist die größte Universität von Texas. Sie wurde 1883 gegründet und ist mit 50.201 Studenten die fünftgrößte Universität der USA.

The University of Texas at Austin ist die größte Universität von Texas. Sie wurde 1883 gegründet und ist mit 50.201 Studenten die fünftgrößte Universität der USA.

Austin ist nicht nur in Texas, sondern sogar auf ganz Amerika bezogen eine echte Bildungshochburg. Gut 50.000 Studenten bereiten sich hier nicht nur in der University of Texas sondern auch in einigen renommierten privaten Universitäten auf ein anspruchsvolles Berufsleben vor. Kein Wunder also, dass sich bei so vielen akademischen Fachkräften auch das Angebot an Arbeitsplätzen sehen lassen kann. Zu den großen Firmen, die in Austin wenn nicht gleich ihren Sitz, so doch zumindest große Niederlassungen haben, gehören Branchenriesen wie Google, Dell, Ebay, Samsung, Facebook, Apple, IBM und Hewlett-Packard. Junge Leute, die sich auf die Zukunft freuen, bestimmen denn auch das Straßenbild und die Atmosphäre in der Stadt. Cafés, Szenekneipen und hübsche, individuelle Boutiquen gibt es nicht nur in den Studentenvierteln.

Eine Kolonie übertrifft die Studenten zahlenmäßig übrigens bei weitem – und das dürfte ein Grund für Tierliebhaber sein, Austin einen Besuch abzustatten. In der Nähe der Congress Bridge leben die meisten Fledermäuse, die je in den USA in einer Stadt gezählt wurden. 1,5 Millionen von ihnen haben sich hier angesiedelt. In den Abend- und Nachtstunden können sie für ein echtes Spektakel sorgen.

Raus an die frische Luft

Bildung und Kultur sind prima, Sport und Spaß sollten aber im Urlaub natürlich auch ihren Platz haben. Austin enttäuscht seine Besucher in dieser Hinsicht nicht. Mitten in der Stadt liegt der „Town Lake“. Bei 300 Sonnentagen im Jahr klingt das doch verlockend, oder? Der Badesee ist groß genug, um viele Wassersportarten darauf ausüben zu können. Das Schönste ist, dass alle, die einfach nur schwimmen oder plantschen wollen, davon überhaupt nicht gestört werden. Es gibt jedoch auch noch eine wunderbare Alternative dazu. Im Freibad „Barton Springs“ speisen nämlich heiße Quellen das Wasser – das ist ein ganz besonderes Erlebnis für alle Wasserratten. Wer bei seinen Outdooraktivitäten lieber trockene Füße behält, hat im Umland von Austin beste Möglichkeiten dazu. Das Gebiet lädt mit sanften Hügeln, die man fast schon als „immergrün“ bezeichnen könnte, zum Wandern (Checkliste für den Wander-Urlaub in den USA) und zum Mountainbiking ein. Allerdings, Wassersportler kommen auch hier nicht zu kurz. Flüsse (zum Beispiel der berühmte Colorado River) und Seen erlauben es fast das ganze Jahr über, zu schwimmen oder mit dem Kanu auf Entdeckungstour zu gehen. Eines der beliebtesten Ausflugsziele für Austin-Besucher ist der „Enchanted Rock“. Der etwa 150 Meter hohe Granitfelsen erhebt sich östlich der Stadt.

Hier spielt die Musik

In Austin steht die Statue von Stevie Ray Vaughan. Der im Jahr 1990 verstorbene Blues- und Bluesrock-Musiker prägte die Bluesszene von Austin entscheidend mit.

In Austin steht die Statue von Stevie Ray Vaughan. Der im Jahr 1990 verstorbene Blues- und Bluesrock-Musiker prägte die Bluesszene von Austin entscheidend mit.

Nashville mag sich für die musikalischste aller US-Städte halten – aber sie ist es nicht. Dieser Titel gebührt Austin, und das sogar ganz offiziell. „Live Music Capital of the world“ nennt sich die Stadt deshalb etwas unbescheiden. Doch wer hat, der hat. Und Austin hat. Auf dem Flughafen werden die Reisenden bereits mit Live Music empfangen und so geht es überall in der Stadt weiter. Live Bands vor dem Supermarkt, vorm Rathaus, in Cafés und in Boutiquen. Selbstverständlich wird auch das Nachtleben von Konzerten in unzähligen größeren und kleineren Lokalen geprägt. Wer gern tanzt, wird sich hier wie im Paradies vorkommen. Die vorwiegenden Musikrichtungen sind dabei neben Country vor allem Blues und Rock. Musikkneipen gibt es überall; die größte Dichte dürfte im Market District, in Downtown Austin sowie in der Sixth Street anzutreffen sein. Obwohl Musik sowieso schon den Alltag der Texaner in Austin bestimmt, werden darüber hinaus rund ums Jahr noch viele Musikfestivals veranstaltet. Wer mit Musik also gar nicht klarkommt, der sollte sich lieber für ein anderes Reiseziel entscheiden.

Bescheidenheit gehört nicht unbedingt zu den Kerntugenden der Texaner. In Städten wie Dublin oder Nashville sollte man es den Stadtvätern von Austin deshalb nachsehen, wenn sie ihre Stadt auch stolz „Live Music Capitol of the World“ nennen. Tatsache ist, dass man in Austin lange, warme Sommernächte verbringen kann, die von Musik, Gesang, Tanz und bester Laune erfüllt sind.

1000 weitere Gründe für einen Austin-Besuch

Ein tolles Klima, eine wunderschöne, grüne Umgebung, großartige Ausflugsziele (viele mit deutschen Namen), erstklassige Kulturangebote und jede Menge Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten – die Liste der Vorzüge von Austin ist lang und wird immer länger. Die Stadt sollte ein „Muss“ bei einem Besuch in Texas sein.

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