Autokauf statt Mietwagen? Je nach Aufenthalt

Ist man acht Wochen oder länger in den USA, macht das Mieten eines Wagens kaum noch Sinn. Ein Autokauf ist in diesem Fall oftmals interessanter.

Für Reisende, die sich länger als 8 Wochen in den USA aufhalten, kann der Kauf eines Fahrzeugs sinnvoller als die Anmietung eines solchen sein. Allerdings bietet der Kauf – und spätere Verkauf – erhebliche größere und weniger bestimmt kalkulierbare Risiken als dies bei einem Mietfahrzeug der Fall wäre. Technisch sind für den Kauf und Verkauf eines Autos insbesondere erforderlich:

Abschluss einer Versicherung

Die Versicherung kann sowohl im Voraus als auch erst beim Kauf des Fahrzeugs in den USA selbst abgeschlossen werden. Wer dies in den USA tun will, sollte möglichst eine amerikanische Adresse vorweisen können. Dies kann – nach Absprache – auch die Adresse des Händlers sein, bei dem das Fahrzeug erworben wird. Eine Adresse im ländlichen Raum kann zu geringen Versicherungsbeiträgen führen, als eine Großstadtanschrift. Die Konditionen sind von Versicherung zu Versicherung und die Mindestanforderungen an den Versicherungsschutz von Staat zu Staat recht unterschiedlich. Hilfreich sind unabhängige Versicherungsmakler. Wegen der erheblichen Risiken bei Unfallschäden, man denke nur an die allseits bekannten hohen Schmerzensgelder bei Personenschäden, ist ein umfassender und möglichst hoher Versicherungsschutz unerlässlich, man sollte es nicht bei den Mindestanforderungen der Staaten belassen.

In der Regel wird ein Versicherungsvertrag mit einer Laufzeit von mindestens 6 Monaten verlangt, ggf. sind Erstattungen von Versicherungsbeiträgen bei früherem Verkauf vereinbar. Die Versicherungsbeiträge sind recht hoch, auch in Abhängigkeit von der Versicherungsdauer und der Fahrpraxis des Fahrzeughalters. Bei Fahrern unter 25 Jahren gelten besondere Beschränkungen, teilweise werden diese nicht versichert, teilweise sind erhebliche Risikozuschläge zu zahlen. Bestätigungen des heimischen Kfz-Versicherers, dass man während der letzten 12 Monate in Europa unfallfrei gefahren ist, können hilfreich sein.

Eine Versicherung des Fahrzeugs im Voraus in Europa ist möglich. Die Fahrzeugdaten werden dann nach dem Kauf in den USA nachgetragen. Derartige Versicherungen bietet zum Beispiel die American International Underwriters GmbH und die Tour Insure GmbH an.

Anmeldung beim staatlichen „Motor Vehicle Department“ (MVD)

Unter Vorlage des Kaufvertrages und des Versicherungsnachweises erhält man hier die wichtige „Title Card“, die Sie als Fahrzeughalter ausweist. Diese Title Card ist für den späteren Verkauf des Fahrzeugs unbedingt erforderlich. Zwischen Antrag und Ausstellung des Dokuments können einige Wochen vergehen. Eine Adresse in den USA (Hotel, Händler, Freund), an die die Karte gesandt werden kann, ist daher sinnvoll.

Zahlung von Steuern beim „Motor Vehicle Department“

Bei der Anmeldung sind sog. „registration fees“ zu entrichten, die von Staat zu Staat unterschiedlich hoch sind (bis zu über 10 % des Kaufpreises). Einzelheiten erfährt man auf den Internetseiten des Motor Vehicle Department des jeweiligen Staates (ggf. auch State Department of Highway and and Motor Vehicles). Hier kann man ggf. auch Informationen über den erforderlichen Versicherungsschutz (Mindestanforderungen) bekommen.

Kauf von Nummernschildern

Nummernschilder (license plates) erhält man nach Vorlage der Versicherungspolice. Das Nummernschild bezieht sich jeweils auf den Bundesstaat, in dem das Fahrzeug registriert wurde. Beispiele für Nummernschilder der einzelnen Staaten gibt es auf der Internetseite schildershop24.de. Dort kann man Nummerschilder auch kaufen, allerdings nur für Sammlerzwecke.

Abgas- und Fahrtüchtigkeitstest beim Besitzerwechsel

Aufgrund des Testes erhält man das „State Test Certificate“. Den Abgastest (emission test) sollte man auf jeden Fall auch vor dem Kauf eines Fahrzeugs durchführen lassen, um sicher zu sein, die staatlichen Anforderungen für die Registrierung zu erfüllen.

Sonstiges

Vor dem Kauf des Autos sollten mehrere Angebot eingeholt werden. Auch gilt es, sich ausführlich zu informieren.

Vor dem Kauf des Autos sollten mehrere Angebot eingeholt werden. Auch gilt es, sich ausführlich zu informieren.

Daneben bestehen die mit dem Kauf und Betrieb sowie Verkauf eines Fahrzeugs allgemein gegebenen Risiken. Generelle Informationen darüber, was beim Kauf eines Fahrzeugs beachtet werden sollte, erhält man beim amerikanischen Automobilclub AAA (für Mitglieder europäischer Automobilclubs bei Nachweis entsprechender Clubmitgliedschaft ggf. kostenfrei).

Der Erwerb eines Neufahrzeugs ist wegen des sehr hohen Anfangswertverlustes nicht in Erwägung zu ziehen. Andererseits sollte das Gebrauchtfahrzeug nicht älter als 5 Jahre sein, da amerikanische Fahrzeuge nicht entsprechend dem europäischen Standard regelmäßig gewartet werden. Fahrzeuge unter 2.000$ gelten gemeinhin als „Schrott“. Einige AAA-Offices haben Diagnose Zentren (diagnostic centers), die gegen Gebühr das zu kaufende Fahrzeug auf technische Zuverlässigkeit prüfen. Ansonsten sollte man, wenn man kein ausgesprochener Autofachmann ist, die Prüfung des Fahrzeugs in einer Fachwerkstatt in Erwägung ziehen (mechanic check for defects), um spätere Überraschungen zu vermeiden. Fallen während des Betriebs Reparaturkosten an, können diese sehr schnell einige hundert Dollar ausmachen. Anhaltspunkte für den angemessenen Kaufpreis geben die sog. Blue Books, die die Fahrzeuge nach Hersteller, Herstellungsjahr und Modell auflisten. Diese Blue Books kann man in öffentlichen Büchereien einsehen. Im übrigen geben die Verkaufanzeigen in der örtlichen Presse Hinweise.

Kauft man das Fahrzeug privat, sollte man sich vom Verkäufer die Title Card und einen Ausweis (I.D. = identification card) zeigen lassen, um den rechtmäßigen Besitz zweifelsfrei zu klären.

Beim Kauf von einem Händler kann ein Rückgaberecht vereinbart werden für den Fall, dass in den ersten Tagen Probleme auftreten. Im übrigen kann der Händler die Anmeldung und die Beschaffung der Nummernschilder übernehmen. Als günstiger Auto-Käufer-Markt gilt Las Vegas, weil hier häufiger Spieler ihre Autos zur Begleichung von Spielschulden verkaufen. Für den Verkauf des Fahrzeugs muss man – ebenso wie für den Kauf – mehrere Tage des Aufenthaltes vorsehen, insbesondere wenn man das Fahrzeug privat über Annoncen veräußern möchte. Wer An- und Verkauf eines Fahrzeugs vor der Reise von zu Hause aus regeln möchte, findet ein entsprechendes Angebot – auch mit deutschen Informationen – bei folgenden Unternehmen: TransAtlantic Automobile, adventure travel, STI Inc. – Interessante Informationen finden Sie auf den Internetseiten von reisebuch.de und reisetraeume.de. Außerdem finden Sie auf der Seite azdot.gov ausführliche Beschreibung der Bestimmungen zur Arizona’s Driver License.

Als Tipp kann ich Ihnen das Buch US-Import-Anleitung: Sparen durch Auto- und Motorradkauf in den USA ans Herz legen. Dort finden Sie alles über den Import von Autos und Motorrädern aus den USA. Profiinformationen über die Marktsituation in den USA, sicherer Geldtransfer, Visum, Flug, Leihwagen, Hotels, Telefonieren, US-Preise, US-Kfz-Steuern, US-Kfz-Händler, Nettowarenwertberechnung, Preisverhandlungen, Versteigerungen in den USA, Verschiffer, Speditionen, Versicherer, Zoll, Umrüstung, TÜV, Zulassung, Garantien, Autokauf per Telefon, Schutz vor Betrug, Behinderung von Reimporten, wichtige Vokabeln, Checklisten, Kontaktadressen.

Mietwagen auf Vergleichsplattformen suchen

Bei unserem Test verschiedener Vergleichsplattformen gewann der Anbieter billiger-mietwagen.de.

USATipps auf Facebook