Straßen in den USA – Interstates, Highways & Co.

Die Vereinigten Staaten haben ein weites Netz von Autobahnen und Bundesstraßen. Grundsätzlich sind drei Straßentypen zu unterscheiden. Die Interstates, die Federal Highways und die State oder Provincial Highways.

Die Vereinigten Staaten haben ein weites Netz von Autobahnen und Bundesstraßen. Grundsätzlich sind drei Straßentypen zu unterscheiden. Die Interstates, die Federal Highways und die State oder Provincial Highways.

Interstates

Interstates führen quer durch das Land und sind europäischen Autobahnen vergleichbar. Abgekürzt werden sie mit "I" (für Interstate Highway) und der Nummer der Straße, z.B. "I 75". Die Verkehrsschilder mit den Straßenbezeichnungen sind rot-blau mit weißer Schrift. Das Interstate Highway System umfasst bundesweit etwa 68.400 km und ermöglicht von Küste zu Küste bzw. von Grenze zu Grenze zu fahren, und zwar ohne Kreuzung oder Ampel. Auf den Interstates spielt sich etwa 20 % des motorisierten Verkehrs ab, obwohl die Straßenlängen selbst nur etwa 1 % des gesamten Straßensystems der USA betragen. Die Sicherheit auf den Interstates wird statistisch als doppelt so hoch wie die auf anderen Straßen angegeben. Die Kosten werden zu 90 % vom Bund und zu 10 % von dem jeweiligen Staat getragen. Die Interstates sind meist die schnellste Verbindung, aber nicht die landschaftlich reizvollste.

Die Nummerierung der Autobahnen ist sehr systematisch: Die Nord-Süd-Autobahnen tragen ungerade Nummern, von I-5 entlang der Pazifikküste bis I-95 an der Atlantikküste. Die Ost-West-Autobahnen tragen gerade Nummern, von I-8 und I-10 an der mexikanischen Grenze bis I-94 an der kanadischen Grenze. Ist die Autobahnnummer dreistellig, so beinhaltet die erste Ziffer der Bezeichnung in der Regel eine Richtungsangabe. Ist die erste Ziffer eine 2, so bedeutet das die Richtung, in die der Highway führt (z.B. die Interstate 271 mündet in den Highway 71). Ist die erste Ziffer eine 4, so führt der Highway in einer Schleife um eine Stadt herum und nicht direkt ins Zentrum.

Die Autobahnausfahrten (Exits) sind fortlaufend durchnumeriert und so eine gute Orientierung: kennt man die Exit-Nummer, weiß man als Reisender leicht, wann und wo man abfahren muß. Allerdings: Die Exit-Nummern werden je Bundesstaat vergeben. Da die Autobahnen mehrere Bundesstaaten durchqueren, gibt es also den Exit 1 z.B. mehrmals (im Prinzip in jedem Bundesstaat einmal je Autobahn). Das System der Durchnumerierung ist allerdings bundesweit gesehen noch nicht vereinheitlicht. Generell gilt die Empfehlung für die Bundesstaaten, die Exit-Nummer der Meilen-Angabe der Ausfahrt anzupassen (mile-log numbering system). Dies bedeutet im Klartext: ein Exit 5 ist eine Abfahrt nach 5 Meilen auf der Autobahn. Bei Nord-Süd-Autobahnen werden die Nummern (Meilenangaben) von Süd nach Nord gezählt, bei Ost-West-Autobahnen von West nach Ost. Die erste Ausfahrt der I-75 in Georgia (Exit 2) ist also nahe der Florida-Grenze, die erste Ausfahrt der I-20 in Georgia (Exit 5) nahe der Alabama-Grenze. Alles klar? Der Vorteil des Meilensystems für den Reisenden ist auf jeden Fall, dass man weiß wo man sich in etwa befindet und wie weit man noch zu fahren hat, ohne groß rechnen zu müssen. Der Nachteil ist natürlich der, dass auf Exit 7 nicht Exit 8 folgen muss. Damit die Klarheit aber noch klarer wird: nicht alle Staaten wenden das Meilensystem an.

Die amerikanischen Interstates sind mit den europäischen Autobahnen zu vergleichen. Als Abkürzung benutzt man das Initial "I" und die Straßennummer.

Die amerikanischen Interstates sind mit den europäischen Autobahnen zu vergleichen. Als Abkürzung benutzt man das Initial "I" und die Straßennummer.

In einzelnen Staaten werden die Exits schlicht laufend durchnumeriert, hier beginnt es also an der Grenze mit Exit 1, darauf folgt Exit 2 usw. Am schönsten aber ist es, wenn ein Bundesstaat sein bisheriges System umstellt. Dies geschah in Georgia in den Monaten Januar bis Juli 2000 und in Florida in den Monaten Januar bis Juli 2003: Das bisherige System der laufenden Numerierung wurde auf ein Meilensystem umgestellt. Durch die Umstellung sind die Exit-Angaben auf älteren Karten in Georgia bzw. Florida fast immer falsch. Gleiches gilt für die Beschreibungen der Hotelzufahrten in den Hotelprospekten. Eine Übersicht der alten und neuen Exit-Bezeichnungen in Florida finden Sie unter dem Stichwort „Straßenverkehrsregeln in Florida“.

Die Hinweisschilder an den Autobahnen sind farblich differenziert:

    grün:
  • Ausfahrten-Bezeichnungen und Hinweise hierauf (Exits)
  • MileMarker (Meilensteine, schmale und hohe Schilder)
    blau
    Hinweise auf Nebenanlagen
  • Food-Exit
  • Gas-Exit
  • Lodge-Exit
  • Camping-Exit
  • Rest-Areas
  • Welcome Center
  • (bei den ersten vier Hinweisen werden die jeweiligen Unternehmen in der Regel namentlich bezeichnet, also Lodge-Exit z.B. Holiday Inn, Hyatt usw.).

Fahrhinweis: Die Autobahnen können 6 und mehr Spuren in einer Richtung aufweisen. Das Überholen auch auf rechten Fahrspuren ist in den meisten Bundesstaaten erlaubt und Amerikaner lieben es, ohne den Blinker zu betätigen, die Fahrspuren zu wechseln. Hierauf sollte man sich von vornherein einstellen. Die rechte Fahrspur kann ganz schnell auch zur nächsten Ausfahrt werden ("This lane must exit" "Exit only"), man sollte daher generell nicht ganz rechts fahren, um nicht überrascht zu werden. In einzelnen Fällen können die Ausfahrten (Exits) auch links von der Autobahn abgehen. Wer eine Ausfahrt verpasst, muss bis zur nächsten weiterfahren, um dort nach Abfahrt wieder aufzufahren. Wie bei uns ist ein Wenden auf der Autobahn streng untersagt (no u-turns). Mehr Informationen zum Fahren auf Interstate Highways bietet die englischsprachige Broschüre des U.S. Department of Transportation, die online herunter geladen werden kann: „Read Your Road: Every Highway User`s Guide to Driving Safely“.

Federal Highways

Federal Highways sind autobahnähnliche Schnellstraßen, die unabhängig von Staatsgrenzen durch das ganze Land verlaufen. Sie sind allerdings nicht wie die Interstates ampel- und kreuzungsfrei und führen teilweise auch durch Städte und Ortschaften. Abgekürzt werden sie mit "US" und der Nummer der Straße, z.B. "US 40". Die Verkehrsschilder mit den Straßenbezeichnungen sind weiß mit schwarzem Rahmen und schwarzer Schrift. Die Systematik der ungeraden Nummern für Nord-Süd Straßen und geraden Nummern für Ost-West Straßen (vgl. oben "Interstates") findet sich auch bei den meisten Bundes- und Staatsstraßen.

State oder Provincial Highways

State oder Provincial Highways sind untergeordnete Straßen, die auf Karten mit einem Kreis gekennzeichnet sind. Die Art ihrer Ausschilderung bestimmt der jeweilige US-Bundesstaat. Ausbau und Zustand der Straßen sind sehr unterschiedlich. State-Highways ändern häufig ihren Namen, wenn sie durch Ortschaften führen. County Roads sind Straßen in ländlichen Gegenden (County ist ein Verwaltungsbezirk im Bundesstaat). Ranch Roads und Farm Roads können auch mehr oder weniger befestigte Wege sein. Also: der Begriff "Highway" wird für Straßen aller Art verwendet und besagt wenig über den Ausbauzustand derselben.

Gebührenpflichtige Straßen (turnpikes/toll roads)

Wer glaubt, dass das amerikanische Highway-System einfacher zu verstehen ist, als das deutsche Autobahnsystem, der hat sich getäuscht. Viele komplizierte Verfahren bei der Bezeichnung der einzelnen Autobahnen sorgen für Unklarheiten.

Wer glaubt, dass das amerikanische Highway-System einfacher zu verstehen ist, als das deutsche Autobahnsystem, der hat sich getäuscht. Viele komplizierte Verfahren bei der Bezeichnung der einzelnen Autobahnen sorgen für Unklarheiten.

Einige der wichtigen Autobahnen, oft "turnpikes" genannt, sind gebührenpflichtig (wie auch viele Brücken und Tunnel mit toll belegt sind). Zum Beginn der gebührenpflichtigen Straße zieht man ggf. aus einem Automaten ein Ticket (wie im Parkhaus), das an der nächsten Mautstation zur Abrechnung der Gebühren dient; häufig kann man aber auch bis zur Mautstation (toll station) "durchfahren". Bei der Mautstation gilt die "Parkhausregel": wer ausreichend Kleingeld bei sich hat, zahlt direkt an Automaten, die man vom Wagen mit geöffnetem Fenster erreichen kann (man wirft den passenden Betrag in einen Trichter, geht natürlich schneller), wer nicht, zahlt am Kassenhäuschen mit Wärterin oder Wärter. Bei der Zufahrt auf die Mautstation muß man sich entsprechend einreihen. Besondere Probleme lauern hier auf den Touristen also nicht, man sollte allerdings keine zu großen Scheine vorlegen und überhaupt Bargeld haben.

Es kann passieren, dass man auf einer Straße mehrfach Mautstationen nacheinander trifft und daher auch mehrfach zahlen muss (man kann häufig nicht "durchfahren" und am Ende zahlen, aber auch hier keine Regel ohne Ausnahme). Im Ausnahmefall muss bei kürzeren Strecken die Mautgebühr auch im voraus entrichtet werden.

Orientierung

Ortsbezeichnungen werden auf Straßenhinweisschildern nicht als Ziel angegeben, vielmehr die Nummer der Straße und die Himmelsrichtung in der die Straße verläuft (North, South, West, East). Mit anderen Worten: Es wird fast ausschließlich nach Straßennummern und Himmelsrichtungen beschildert. Ortsziele sind selten angegeben (also "I-20 West", nicht "Atlanta"); das gilt für Straßen aller Ordnungen.

    Man kann sich mithin kaum verfahren, wenn man folgende Fragestellungen berücksichtigt:
  • Welche Nummern tragen die Straßen, die zum Ziel führen?
  • In welche Himmelsrichtungen verlaufen diese Straßen?

Kreuzungen mit anderen Straßen werden durch die Bezeichnung "Jct. ……" (junction) angekündigt. Achtung: Abfahrten werden auf den Interstates meist nur durch einen Vorhinweis angekündigt, dann folgt sogleich die Ausfahrt selbst. Innerhalb von Ortschaften werden die größeren kreuzenden Querstraßen in der Regel durch Schilder benannt, die über den Ampeln der Straßenkreuzung angebracht und gut zu lesen sind. Eine sehr gute Orientierungshilfe.

Die meisten amerikanischen Städte haben ein einfaches und plausibles Straßenbeschilderungssystem, das die Orientierung enorm erleichtert. Vom Ortszentrum gehen in Nord-Süd- und in Ost-West-Richtung jeweils eine Straße als zentrale Achsen aus, die durch einen Namen bezeichnet werden (z.B. Broadway und High Street). Alle nachfolgenden Straßen werden vom Zentrum ausgehend (also dort, wo sich die zentralen Achsen schneiden) numerisch in der einen Richtung als Street und in der anderen Richtung als Avenues bezeichnet. Der 1st Street folgt also die 2nd Street, dieser die 3rd Street usw. und in entgegengesetzter Richtung gilt dies auch für die Avenues. Auch das Auffinden von Hausnummern ist bei diesem System recht einfach, da die Hausnummer selbst in der ersten Ziffer bereits den Block bezeichnet. Die Hausnummer 475 bezeichnet also ein Gebäude, das zwischen der 4. und 5. Straße bzw. Avenue zu finden ist (400 bis 499), die Hausnummer 1575 ein solches zwischen der 15. und 16. Straße bzw. Avenue (1500 bis 1599).

Sehenswerte Nebenstrecken

Wie in Europa, befinden sich auch in den USA abseits des großen Troubles viele schöne Gebiete, an denen die so genannten "Scenic Byways" vorbeiführen.

Wie in Europa, befinden sich auch in den USA abseits des großen Troubles viele schöne Gebiete, an denen die so genannten "Scenic Byways" vorbeiführen.

Wie auch in Europa, gibt es landschaftlich schöne und touristisch interessante Reiserouten oft etwas abseits der Hauptstraßenzüge auf sehenswerten Nebenstrecken, den sog. "Scenic Byways" (sprich: ßiiinick beiwäs). Diese Straßen mit ihren touristischen Möglichkeiten schon bei der Reiseplanung zu finden, ist nicht schwer, dank einer besonderen Internetseite, auf der alles Wissenswerte zu diesem Themenkomplex zusammengetragen wurde. Die Seite fhwa.dot.gov/byways/ verzeichnet alle sehenswerten Nebenstrecken und klassifiziert diese wie folgt:

  • All-American Roads: Die schönsten Nebenstrecken innerhalb der USA, sollen bereits als solche einen Besuch wert sein
  • National Scenic Byways: Regional bedeutsame Nebenstrecken
  • Byways by State: Sschöne Nebenstrecken, die innerhalb der Staaten als solche bezeichnet worden sind, aber noch nicht als den beiden vorhergehenden Kategorien zugehörig eingestuft wurden

Die Nebenstrecken müssen dabei nicht nur auf dem freien Land liegen, sie können auch innerhalb städtischen Gebietes zu finden sein. So wird auch der Las Vegas Strip zu den Scenic Byways gerechnet. Der amerikanische Begriff der sehenswerten Nebenstrecke ist also sehr weit gefasst und umschließt alles Sehenswerte, nicht nur Landschaft und Kultur. Die Homepage beschreibt jede einzelne Nebenstrecke, hat eine kurze Straßenkarte und nennt die Highlights, teilweise mit weiterführenden Links zu den Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Wer des Englischen halbwegs mächtig ist, findet hier einen Quell an Informationen. Außerdem kann man sich online kostenlos eine Karte ansehen, in der die Scenic Byways verzeichnet sind.

Straßenzustandsberichte

Um bösen Überraschungen, was den Straßenzustand in den USA betrifft, aus dem Weg zu gehen, eignet sich der Konsum von diversen Informationsquellen.

Um bösen Überraschungen, was den Straßenzustand in den USA betrifft, aus dem Weg zu gehen, eignet sich der Konsum von diversen Informationsquellen.

Über Verkehrsbehinderungen und – besonders im Winter wichtig – den Zustand und die Sperrung von Straßen und Pässen berichten regelmäßig die örtlichen Fernseh- und Rundfunksender; vgl. in diesem Zusammenhang auch unter den Sichtworten Rundfunk bzw. Fernsehen. Eine gute Informationsquelle bieten auch verschiedene Webseiten im Internet, insbesondere wenn es um die Reisevorbereitung und Informationen zu im vorhinein bekannten Beeinträchtigungen wegen Straßenreparaturen oder erwartbaren winterlichen Nutzungsbeschränkungen geht. Eine Übersicht für die gesamten USA bietet die Webseite National Traffic and Road Closure Information des U.S. Department of Transportation. Noch informativer sind die Webseiten der Departments of Transportation (DOT) der einzelnen US-Staaten. Eine Übersicht der Internetadressen für die einzelnen Behörden der Staaten bietet die Seite State Transportation Web Sites. Speziell für Kalifornien bietet auch die Webseite quickmap.dot.ca.gov.

Mietwagen auf Vergleichsplattformen suchen

Bei unserem Test verschiedener Vergleichsplattformen gewann der Anbieter billiger-mietwagen.de. Die Seite vergleicht knapp 150 Anbieter aus über 170 Ländern und hat auch für die USA ein umfassendes Angebot. Durch einfache Eingabe des Ortes und des Datums inkl. Uhrzeit ist der Mietwagen in den USA schnell gefunden.

Straßenzustandsberichte unter der Rufnummer 511

Im Juli 2000 wurde die Telefonnummer 511 als nationale Rufnummer für Reiseinformationen bestimmt. Seither stellen mehr und mehr Bundesstaaten ihre Verkehrsinformationen auf diesen Zentralruf um. Wählt man am Telefon 5-1-1 oder klickt die dazugehörige Internetseite an, erhält man aktuelle Straßenzustandsberichte, die nach verschiedenen Gesichtspunkten (unterschiedlich von Bundesstaat zu Bundesstaat) abgefragt werden können, z.B. für den Bereich Phoenix, Arizona, folgende Auswahlen:

  • press 1 roads Informationen zu einzelnen Highways
  • 2 transit Informationen zu Ballungszentren
  • 3 airports Informationen zu Zu- und Abfahrten an Flughäfen
  • 4 Grand Canyon Informationen zu diesem Bereich
  • 5 quick reports  Informationen zu einzelnen Regionen

Die Anrufe aus dem Festnetz oder per Handy sind entweder kostenfrei (z.B. für Utah: 511 in Utah, 866-511-UTAH außerhalb Utahs) oder zum Ortstarif (z.B. für Arizona). Welche Bundesstaaten auf den Zentralruf 5-1-1 umgestellt haben, zeigt die Internetseite 511-Deployment. Weitere Internetseiten mit Verkehrsinformationen sind traffic.com und accuweather.com.

Interessante Linsk zum Reisen auf Highways sind folgende Seiten: American Bus Association, Coach USA, Federal Highway Administration (FHWA), Federal Motor Carrier Safety Administration (FMCSA), Federal Transit Administration (FTA), Greyhound, International Motorcoach Group, Inc., National Highway Trafic Safety Administration (NHTSA), The United States Department of Homeland Security, Trailways und United Motorcoach Association.

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