Yellowstone Nationalpark – Der älteste Nationalpark der Welt

Yellowstone Nationalpark

Der am 1. März 1872 gegründete Yellowstone Nationalpark, in den mittleren Rocky Mountains, verdankt seinen Namen einem 1.114 Kilometer langen Ableger des Missouri Rivers – dem Yellowstone River – und sollte auf keiner todo-Liste von USA-Reisenden fehlen. Mit seinem rund 8.987km² großen Areal, von welchem sich der Großteil über einem sogenannten Hot Spot befindet (dazu später mehr), ist er zwar nicht annähernd der größte, dafür aber der älteste und wohl faszinierendste Nationalpark der Welt. Seine Fläche erstreckt sich im Nordwesten der vereinigten Staaten über drei Bundesstaaten von denen Wyoming mit 96 Prozent den größten, Montana mit 3 Prozent den zweitgrößten und Idaho mit 1 Prozent den geringsten Anteil trägt. Höhenmäßig liegt der Park im Schnitt auf circa 2.400 Metern, wobei der Eagle Peak mit 3.462 Metern sowie der nördliche Eingang mit 1.620 Metern die Extrempunkte bilden.

Lage und Umgebung

Wie bereits erwähnt, befindet sich der Yellowstone Nationalpark zu weiten Teilen über einem circa 2,2 Millionen Jahre alten geologischen Hot Spot, einem unter der Erdkruste befindlicher Punkt, an dem flüssiges Gestein (Magma) stellenweise bis auf 6 Kilometer, extrem nah an die Erdoberfläche steigt. Resultat dessen sind unzählige Geysire, heiße Quellen und Dampfauslasse, die sich über den gesamten Park verteilen und als sogenannte “Hots” oder “Melting Spots” (heiße Flecken) bekannt sind. Der Yellowstone Nationalpark beherbergt circa 300 aktive Geysire. Allein diese hydrothermalen Erscheinungen ziehen jährlich hundertausende Schaulustige, Touristen und Forscher an diesen Ort. Doch Wissenschaftler sehen nicht nur das spektakuläre Schauspiel, sondern auch die Gefahr in diesem Super-Vulkan, der in den vergangenen 2 Millionen Jahren schon mehrfach die Kruste durchbrochen hat und Unmengen an Gasen sowie tausende Kubikkilometer vulkanische Asche ausgestoßen hat. Bei dem letzten Ausbruch vor rund 600.000 Jahren kam es sogar so weit, dass sich die Magma-Kammer entleerte und der dadurch entstandene Hohlraum ein Drittel der Oberfläche des Parks zum Einsturz brachte.

Die traumhaften Wassersäulen, die im Yellowstone Nationalpark aus den circa 300 aktiven Geysiren schießen, sind eine der großen Touristenattraktionen des Parks.

Die traumhaften Wassersäulen, die im Yellowstone Nationalpark aus den circa 300 aktiven Geysiren schießen, sind eine der großen Touristenattraktionen des Parks.

Aufgrund nachfließender Magma wurde das Einsturzmaterial wieder nach oben geschoben, so dass heute nur noch eine scheinbad endlose Anzahl an tiefen Rissen und Spalten auf dieses Ereignis zurückschließen lassen. Eben jene Risse und Spalten sind mitunter auch für die oben genannten heißen Quellen und Geysire verantwortlich. Das an diesen Bereichen eindringende Regenwasser wird an einigen Stellen vom heißen Gestein lediglich erhitzt, an anderen Stellen hingegen wirkt es förmlich als Stopfen. Dieser verhindert, dass das stark erhitzte Grundwasser in den gasförmigen Zustand übergeht, in Folge dessen irgendwann ein Überdruck entsteht, welcher dann eine Wassersäule aus den Quellöffnungen presst.

Flora und Fauna

In dem Klima, welches im Yellowstone Nationalpark herrscht, konnte sich eine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt entwickeln.

In dem Klima, welches im Yellowstone Nationalpark herrscht, konnte sich eine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt entwickeln.

Neben den Naturschauspielen, die dem Vulkan zu verdanken sind, spielen auch die Flora und Fauna für den Besuch vieler Touristen eine bedeutende Rolle. In dem vorhandenen Klima, welches von einem warmen Sommer mit kühlen Nächten sowie langen und eisigen Wintern geprägt ist, konnte sich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln, die vom menschlichem Einfluss weitestgehend geschützt ist. In dem riesigen Naturreservat, bestehend aus den Wäldern Grand Teton, Shoshone National Forest und Gallatin sowie dem Grand Teton-Nationalpark, haben in natürlicher Umgeben neben Grizzly- und Schwarzbären, Bisons, Wapiti- und Maultierhirsche, Kojoten, Berglöwen, Elche, Dickhornschafe, Gabelböcke oder Luchse noch unzählige weitere Tiere ihre Heimat. Bis in die 70er-Jahre wurden sogar regelmäßig Bären in Menschennähe gesichtet, da diese an Nahrung und Abfälle von Campingplätzen gewöhnt waren. Mit bärensicheren Mülltonnen und überall aushängenden Vorschriften, die zum Beispiel das Füttern verbieten, wurde dieser beidseitigen Gefahr entgegengewirkt. Für viele Besucher ist dies jedoch traurig, da sich diese Tiere jetzt nur noch selten blicken lassen. Eine große Artenvielfalt in dieser Region bietet auch die Vogelwelt, von denen neben Großvögeln wie Trompetenschwänen, Fisch- und Weißkopfseeadlern, Blaureihern, Weißpelikanen oder Kanadakranichen auch viele kleine Arten, die zudem an den Menschen gewöhnt und daher sehr zutraulich sind, hier den perfekten Lebensraum haben.

Zur Winterzeit tummeln sich die überwinternden Tiere an den Wärme und Nahrung spendenden sowie schneefreien heißen Quellen. Eine Besonderheit des Yellowstone Nationalparks, welche erwähnenswert erscheint, ist die Tatsache, dass die Parkverwaltung im Juni 1988 entschied, mehreren durch Blitzeinschläge verursachten Bränden ihren Lauf zu lassen. Grund war, dass der Wald aufgrund 300 brandfreier Jahre stark überaltert war und sich daher die Pflanzen gegenseitig den Platz nahmen. Im außergewöhnlich trockenen August geriet dieses Vorhaben jedoch außer Kontrolle und wurde erst Anfang September mit dem Einsetzen von Regen wieder in Griff bekommen. Die letzten Flammen erloschen erst am 13. November, als das Gebiet eingeschneit wurde. Einige an Rauchvergiftung gestorbene Tiere sowie die Zerstörung eines Drittels des Waldes waren die traurige Bilanz. Positive Auswirkung hingegen war, dass der Pflanzenwachstum in den betroffenen Bereichen erstaunlich schnell voranschritt und voranschreitet. Bis der Wald jedoch alle Spuren der Verwüstung beseitigt hat, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Einen dauerhaften Einfluss auf die Vegetation haben die traumhaft aussehenden, aber siliziumhaltigen heißen Quellen, die ihre leuchtenden Farben bestimmten Bakterien und Algen zu verdanken haben. Sie haben auf die umliegenden Bäume und Pflanzen verheerende und zerstörende Auswirkung.

Sehenswertes

Die atemberaubenden Wasserfälle sind eine der vielen Sehenswürdigkeiten des Yellowstone Nationalparks.

Die atemberaubenden Wasserfälle sind eine der vielen Sehenswürdigkeiten des Yellowstone Nationalparks.

Da der Yellowstone Nationalpark unendlich viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, werden im Folgenden nur die nennenswertesten Ziele nahe der Grand Loop Road, der Parkstraße genannt. Zwischen Madison und Norris sind die 25 Meter tiefen Gibbon-Fälle zu finden. Im Nordwesten des Parks liegen die Kalksinterterrassen der ausgetrockneten Mammoth Hot Springs. Nur unweit davon ist das aus vulkanischem Gesteinsglas bestehende Obsidian Cliff entfernt. Ein absolutes Muss sind die Fahrten zum traumhaft leuchtenden Midway Geyser Basin, dessen Färbung von verschiedenen Algenarten herrührt und dem steilwandigen Fire Hole Canyon mit dem Firehole-Wasserfall. Zu guter Letzt wären noch der brodelnde Schlammteich Fountain Paint Pot und der Old Faithful, der berühmteste sowie zuverlässigste Geysir des Parks, zu nennen. An dieser Stelle ließe sich die Liste noch bis ins Unermessliche weiterführen, was den Rahmen der Seite allerdings sprengen würde.

Wissenswertes

Ganze 14 Campingplätze beherbergt der Yellowstone Nationalpark, auf dem Wild-Camping strengstens verboten ist.

Ganze 14 Campingplätze beherbergt der Yellowstone Nationalpark, auf dem Wild-Camping strengstens verboten ist.

Wissenswertes für Interessenten des Nationalparks sind die Jahreszeiten, in denen sich ein Besuch lohnt sowie die Übernachtungsmöglichkeiten. Die Hauptbesuchszeit liegt zwischen Ende Mai und Ende September. Mit Ausnahme des Mammoth-Campingplatzes, welcher das gesamte Jahr geöffnet ist, hält der Park in diesen Monaten insgesamt 14 Campingplätze bereit, die insgesamt 2.600 Einheiten zur Verfügung stellen. Der Grant Village, Fishing Bridge, Bridge Bay und der Canyon Campingplatz sind die komfortabelsten und größten Plätze des Yellowstone Nationalparks. Aufgrund der hohen Nachfrage sollten die Besucher bei den größeren Plätzen rechtzeitig reservieren. Auch bei den kleineren Campingplätze sei geraten, sich zeitig einen Platz zu sichern. Wild-Camping ist im gesamten Park strengstens verboten und wird auch von den Rangern streng kontrolliert. Wer ohnehin nicht im Freien nächtigen möchte, kann von Mitte Juni bis Anfang September in einem der zahlreichen Hotels und Blockhütten einchecken. Für kulinarische Erlebnisse sorgen Restaurants, Imbissbuden und Lebensmittelgeschäfte.

Weitere englische Internetseiten zum Yellowstone Nationalpark sind die Seite von travelchannel.com, Frommer’s und gorp.com. Zur deutschen Lektüre eignen sich die Seiten magazinusa.com, usatourist.com und us-infos.de. Nicht zu vergessen ist die offizielle Seite des Parks.