Chicago River – Ein Fluss wird zur Touristenattraktion

Es sei gleich am Anfang gesagt: Ein normaler Fluss ist der Chicago River nicht. Nicht mehr. Der Mensch hat es geschafft, ihn im wahrsten Sinne des Wortes umzukehren.

Es sei gleich am Anfang gesagt: Ein normaler Fluss ist der Chicago River nicht. Nicht mehr. Der Mensch hat es geschafft, ihn im wahrsten Sinne des Wortes umzukehren. Von einem sauberen fließenden Gewässer in eine stinkende Kloake – und zurück.

Von einem Strom mit Quelle und Mündung zu einem Gewässer, das sich – zumindest teilweise – quasi im Kreis dreht. Von einer Lebensader zu einer Attraktion für Touristen. Kein Wunder also, dass dieser einst so stolze Fluss heute sogar einmal im Jahr grün wird im Gesicht. Was es damit auf sich hat? Wird (noch) nicht verraten!

Zahlen und Fakten

Der Chicago River ist 251 Kilometer lang, hat seinen Ursprung im Michigansee, gehört zum Flusssystem des Mississippi und mündet über diverse „Umwege“ schließlich im Golf von Mexiko. Er hat entscheidend dazu beigetragen, dass Chicago sich zu einem bedeutenden Handelsplatz entwickeln konnte. Leider haben es ihm die Bewohner der Stadt nicht wirklich gedankt. Der Chicago River diente lange als Müllhalde, bis er schließlich zu einer stinkenden Kloake wurde, die die Gesundheit der Bürger bedrohte. Erst, als deshalb Ende des 19. Jahrhunderts sogar eine Cholera-Epidemie ausbrach, setzte langsam ein Umdenken ein.

Der Abfluss des Chicago River wurde ab dem Jahr 1871 in den knapp 20 Jahr zuvor fertig gestellten „Illinois and Michigan Canal“ abgeleitet; ein erster Schritt, um die Wasserqualität im Michigansee zu verbessern. Dort war bis dahin das Schmutzwasser des Chicago River gelandet; von dort aus wurde und wird Chicago aber auch mit Trinkwasser versorgt. Diverse weitere technische Maßnahmen bildeten die Grundlage dafür, dass sich die Wasserqualität des Flusses nach und nach wieder verbessern konnte. Dennoch dauerte es bis in die Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, bis eine riesige Entmüllungs- und Aufräumaktion dazu führte, dass der Fluss endlich nicht mehr stank und sich nachhaltig erholen konnte. Diese Aktion ist dem damaligen Bürgermeister Richard M. Daley zu verdanken.

Auch der Präsident hat hier eine Bleibe

Damit war die Bahn frei, um den Fluss wieder zu einem zentralen Highlight von Chicago zu machen; für die Einheimischen ebenso wie für die Besucher der Stadt. Da der Fluss die Stadt in mehreren Armen und einer großen Schleife durchfließt, kann er heute vielen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Am Wolf Point etwa treffen sich Freizeitsportler, die gern mit dem Kajak auf dem Wasser unterwegs sind. Im Zentrum der Stadt reihen sich dagegen schicke Geschäfte, Restaurants und Luxushotels am Flussufer aneinander. Auch Präsident Donald Trump hat hier einen seiner „Trump Tower“ errichten lassen.

Ein Fluss kann eine Stadt trennen, Brücken verbinden sie. Der Chicago River wird von insgesamt 38 beweglichen Brücken überspannt, von denen eine sogar Geschichte geschrieben hat. 1894 wurde mit der South Helsted Street Lift Bridge die erste Hubbrücke der Welt eingeweiht.

Der Chicago River Walk und der St. Patricks Day

Am 17. März feiert Irland seinen Nationalfeiertag. Doch auch in den USA wird der St. Patrick’s Day gefeiert. Alljährlich färbt sich der Chicago River grün.

Am 17. März feiert Irland seinen Nationalfeiertag. Doch auch in den USA wird der St. Patrick’s Day gefeiert. Alljährlich färbt sich der Chicago River grün.

In Downtown Chicago tobt das Leben, auf dem Chicago River Walk soll es eigentlich etwas ruhiger zugehen. Das Südufer des Hauptarms ist etwa seit der Jahrtausendwende zu einem Naherholungsgebiet umgewandelt worden. Prächtige Gärten laden hier zum Verweilen und Picknicken ein; kleine Läden und Cafés tun ein Übriges, um den Aufenthalt entspannt und angenehm zu gestalten. Von hier aus eröffnen sich tolle Aussichten auf die Skyline, während es gleichzeitig etwas ruhiger als überall sonst in der Stadt zugeht. Zumindest theoretisch ist das so, denn der Chicago River Walk hat sich schnell auch zu einem Magneten für Touristen entwickelt. Vor allem am St. Patricks Day im März eines jeden Jahres wird es hier voll. Seit den frühen Sechziger Jahren färbt sich der Fluss dann grün. Das geschieht zu Ehren des Schutzheiligen Irlands. Dieser Brauch entwickelte sich zunächst durch ein Missgeschick. Fluoreszierende Farbe war irrtümlich in den Fluss geraten. Inzwischen wird das Wasser durch harmlose Lebensmittelfarben – so zumindest die offiziellen Angaben – für einen Tag in leuchtendes, frisches Grün verwandelt.

Chicago River in aller Kürze

  • Länge 251 Kilometer
  • Stadtcenter mit Luxushotels am Flussufer
  • Chicago River Walk am Südufer des Hauptarms
  • Am St. Patricks Day im März wird der Fluss grün gefärbt

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