Snake River – Lebensader, Energiespender, Transportweg und Augenweide

Er gehört nicht zu den berühmten Flüssen der USA. Dennoch ist der Snake River einer der wichtigsten Flussläufe des gesamten nordamerikanischen Kontinents.

Er gehört eher nicht zu den berühmten, oder gar legendären Flüssen der Vereinigten Staaten von Amerika. Was eigentlich unverständlich ist, wenn man sich einmal etwas näher mit seiner Geschichte, seinen Funktionen und auch mit der landschaftlichen Schönheit beschäftigt, von der er einen maßgeblichen Anteil besitzt. Dennoch aber ist der Snake River einer der wichtigsten Flussläufe des gesamten nordamerikanischen Kontinents.

Sein Name beruht allerdings auf einem Missverständnis. Im Stamm der Shoshone-Indianer wurde der Fluss durch ein s-förmiges Zeichen symbolisiert. Frühe Europäer und Pioniere, die entlang des Flusses zu sprichwörtlich neuen Ufern aufbrachen, interpretierten dieses Zeichen als Schlange (englisch „snake“). Später stellte sich heraus, dass die Ureinwohner mit dem „S“ eigentlich die Lachse (englisch „salmon) gemeint hatten, die den Fluss so zahlreich bevölkerten. Für die korrekte Namensgebung kam die Einsicht allerdings nicht mehr rechtzeitig.

Zahlen und Fakten

Der Hells Canyon ist die tiefste von einem Fluss eingegrabene Schlucht Nordamerikas.

Der Hells Canyon ist die tiefste von einem Fluss eingegrabene Schlucht Nordamerikas.

Naturliebhabern wird beim Faktencheck rund um den Snake River das Herz aufgehen. Seine Quelle liegt in den Rocky Mountains innerhalb des Yellowstone Nationalparks; seine Wasser münden im Pazifik. Das allerdings erst, nachdem sie sich mit dem größten US-amerikanischen Fluss, dem Columbia River, vereinigt haben. Je nachdem, von wo man misst, wird die Länge des Snake Rivers entweder mit 1674 oder 1735 Kilometer – ein Unterschied, der letztlich nicht wirklich ins Gewicht fällt. Von der Quelle bis zur Mündung durchfließt dieser eindrucksvolle Strom gleich vier US –Bundesstaaten: Wyoming, Idaho, Oregon und Washington. Die ersten Ureinwohner siedelten sich bereits vor rund 11000 Jahren am Ufer des Flusses an. Vertrieben wurden sie erst vor rund 300 Jahren, als mehr und mehr Europäer in das Land kamen. Mit dem „Oregon Trail“ schufen die Pioniere einen Weg durch den Kontinent, den Tausende und Abertausende von Siedlern nutzten. Der Trail führte in weiten Teilen am Snake River entlang und sorgte in letzter Konsequenz für die Vertreibung und Entwurzelung der Indianer in diesem Gebiet. Bald darauf wurde der Snake schiffbar gemacht und Dampfschiffe nutzten ihn als Transportweg für landwirtschaftliche, später auch für industrielle Güter.

Mit der technischen Entwicklung ergaben sich neue Funktionen für den Snake River. Dämme wurden gebaut und Reservoirs geschaffen; Kraftwerke unterschiedlicher Generationen ermöglichten eine Energiegewinnung im ganz großen Stil. Für die Lachse waren all diese Bauten keine guten Nachrichten. Sie verloren zunehmend ihren Lebensraum. Seit einigen Jahren allerdings werden jetzt Rückbau-Maßnahmen durchgeführt, soweit das möglich ist. Das Lachsvorkommen hat sich seitdem bereits wieder ein wenig erholt.

Insgesamt 15 Dämme haben den Snake River für immer verändert und diverse Städte verdanken ihm ihre Wasserversorgung. Dazu gehören zum Beispiel Jackson in Wyoming, Lewiston in Idaho und die so genannten Tri-Cities in Washington, die sich aus den Gemeinden Kennewick, Pasco und Richland zusammensetzen. Doch nicht nur Städte ziehen dem Fluss Wasser ab. Über weite Strecken säumt Farmland die Ufer des Snake. Mit seinem Wasser wird dort intensive Agrarwirtschaft betrieben.

Eine Augenweide für Natur liebende Touristen

Die Shoshone Falls gehören zu den größten Wasserfällen im Nordwesten der USA. In Anlehnung an die Niagarafälle werden sie auch „Niagara of the West“ genannt.

Die Shoshone Falls gehören zu den größten Wasserfällen im Nordwesten der USA. In Anlehnung an die Niagarafälle werden sie auch „Niagara of the West“ genannt.

Gut zu wissen, dass es neben dieser ganzen „Nützlichkeit“ auch noch so etwas wie Schönheit und schieren Landschaftsgenuss im Zusammenhang mit dem Snake River gibt. Und wie sogar! Der Fluss, der sich über Jahrmillionen durch das Gebirge gegraben hat, hat dabei einige der tiefsten Schluchten hinterlassen, die es auf der Welt gibt. Eine der eindrucksvollsten findet man südlich der Stadt Lewiston. Schon der Name „Hells Canyon“ (Höllenschlucht, visitidaho.org) deutet an, dass es hier zur Sache geht. Es lohnt sich, einfach mal Zahlen sprechen zu lassen: Die Schlucht ist 2410 Meter tief.

Nicht nur im Yellowstone Nationalpark kann man am Snake River wunderbar wandern und gigantische Ausblicke genießen. Der Strom fließt auch noch durch den Grand-Teton-Nationalpark und erstreckt sich dort vor einem eindrucksvollen Panorama aus eis- und schneebedeckten Bergen. Wer ihm dann zunächst in Richtung Süden und später in Richtung Westen folgt, der erlebt nahe der heutigen Stadt Twin Falls ein weiteres Spektakel. Die Wasserfälle „Shoshone Falls“ (visitidaho.org) stürzen sich dort rund 70 Meter in die Tiefe. Das hat ihnen den respektvollen Beinamen „Niagara of the west eingebracht.

Der Snake River in aller Kürze

  • Länge rund 1700 Kilometer
  • Fließt durch die US-Bundesstaaten Wyoming, Idaho, Oregon und Washington
  • Hells Canyon südlich von Lewiston ist eine der tiefsten Schluchten der Welt
  • Großartige Bergpanoramen im Grand-Teton-Nationalpark
  • Bei Twin Falls stürzt sich der Wasserfall Shoshon Falls“ 70 Meter in die Tiefe

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