Au-Pair in den USA – Die Staaten familiär kennenlernen

Sie haben den Traum Amerika stets im Kopf, doch leider fehlt das nötige Kleingeld? Dann gibt es immer noch die Möglichkeit, als Au-Pair in die USA zu gehen.

Sie haben den Traum Amerika stets im Kopf, doch leider fehlt das nötige Kleingeld? Kein Problem, denn es gibt immer noch die Möglichkeit, als Au-Pair in die USA zu gehen.

Reisen. Die große weite Welt erleben. Neue Erfahrungen machen, vielleicht vor dem Eintritt in das Berufsleben noch einmal ganz weit über den Tellerrand hinausblicken und der Seele Schwingen verleihen. Es gibt viele Gründe, warum junge Leute gern eine Zeitlang im Ausland leben möchten. Die USA stehen dabei fast immer ganz oben auf der Liste jener Ziele, zu denen sie sich am liebsten aufmachen würden. Doch längst nicht alle, die den Wunsch haben, die Vereinigten Staaten von Amerika kennenzulernen, können ihn auch Wirklichkeit werden lassen.

Nordamerika ist weit weg, und man braucht neben der Zeit leider auch eine Menge Geld für den Aufenthalt. Muss das also schon das Ende des Traums ein? Nein, keineswegs. Schließlich gibt es die Möglichkeit, als Au-Pair nach Amerika zu gehen. Das hat nicht nur den Vorteil, die Reise und den Aufenthalt voll finanziert zu bekommen.

Als Au-Pair in den USA erlebt man das Land auf eine viel intensivere und bewusstere Art und Weise, als das je auf einer normalen Reise als Tourist möglich wäre.

Wer kann als Au-Pair in die USA gehen?

Um als Au-Pair in die USA zu gehen, sind im Vorhinein etliche Kriterien zu erfüllen.

Um als Au-Pair in die USA zu gehen, sind im Vorhinein etliche Kriterien zu erfüllen.

Ein Aufenthalt als Au-Pair in den USA ist attraktiv und hat viel zu bieten – aber es wird auch einiges erwartet. Wir haben hier viele Informationen rund um das Thema zusammengestellt, um Interessenten hoffentlich alle Fragen beantworten zu können und so den Weg zu einem erfolgreichen Aufenthalt als Au-Pair in den USA zumindest mitzuebnen. Zum Auftakt deshalb gleich eine Liste von Voraussetzungen, ohne die eine Bewerbung als Au-Pair keine Chance hat.

  • Bewerber dürfen nicht jünger als 18 Jahre und nicht älter als 26 Jahre sein
  • Bewerber müssen für ihren Aufenthalt in den USA mindestens zwölf Monate Zeit mitbringen
  • Es müssen mindestens zwölf Jahre Schulausbildung mit einem Abschluss nachgewiesen werden
  • Gute Englischkenntnisse sind unerlässlich
  • Ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Gesundheitsattest gehören in die Bewerbungsunterlagen
  • Wer in eine Familie mit Kindern unter zwei Jahren geht, muss einen Nachweis über 200 Stunden in der Kinderbetreuung beibringen
  • Jeder Bewerber braucht drei Referenzen von Personen, mit denen er nicht verwandt ist. Zwei Referenzen müssen sich auf die Kinderbetreuung beziehen. Die dritte muss den Charakter des potenziellen Au-Pairs bewerten.
  • Obwohl es in Ausnahmefällen nicht zwingend notwendig ist einen Führerschein zu haben, sind sowohl der Besitz einer Fahrerlaubnis als auch Fahrpraxis gewünscht. Sie erhöhen die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung zumindest sehr

Wer so viel verlangt, der sollte auf der anderen Seite auch viel zu bieten haben. Das können US-amerikanische Gastfamilien für sich in Anspruch nehmen. Nachfolgend nun eine Liste, was ein Au-Pair in den USA geboten bekommt:

  • Das Ticket für den Hin- und Rückflug wird voll bezahlt
  • Au-Pairs bekommen ein eigenes Zimmer und werden in der Gastfamilie voll verpflegt
  • Für die persönlichen Ausgaben und die erledigten Arbeiten gibt es ein Taschengeld von 195 US-Dollar pro Woche
  • Pro Woche stehen Au-Pairs anderthalb freie Tage zu, pro Monat bekommen sie ein freies Wochenende mit zwei aufeinanderfolgenden freien Tagen
  • Während einjährigen Aufenthaltes haben Au-Pairs Anspruch auf zehn Urlaubstage; das Taschengeld wird in dieser Zeit weitergezahlt
  • Es gibt eine einmalige Zahlung von derzeit (Stand Dezember 2015) 500 US-Dollar um Collegekurse besuchen zu können
  • Ein Arbeitsvertrag regelt die maximale Arbeitszeit. Die Obergrenze liegt bei 45 Stunden pro Woche
  • Abhängig von der Agentur, die die Au-Pair-Vermittlung organisiert, werden unterschiedlich hohe Leistungen für Versicherungen gewährt

Abenteuer Au-Pair in den USA

Die Aufgabe als Au-Pair wird schnell zum Full-Time-Job.

Die Aufgabe als Au-Pair wird schnell zum Full-Time-Job.

Nach diesem Überblick lohnt es sich, auf bestimmte Fragen näher einzugehen. Ganz wichtig ist es zu wissen, welche Pflichten ein Au-Pair zu übernehmen hat. Grundsätzlich geht es darum, Familien bei der Kinderbetreuung zur Seite zu stehen. Wie das genau aussieht, hängt natürlich mit dem Alter der Kinder in der jeweiligen Gastfamilie zusammen. Sind Babys da, gehört garantiert das Wechseln von Windeln und das Füttern dazu. In aller Regel sorgen Au-Pairs dafür, dass die Kinder vor dem Kindergarten oder der Schule ein Frühstück bekommen, sie übernehmen zudem auch Fahrdienste zur Schule, zum Sport oder zu privaten Einladungen. Auch nachmittags sind Au-Pairs gefragt. Die Kinder abholen, Babys spazieren fahren, Kinonachmittage, zusammen spielen oder basteln – all das umfasst den Aufgabenbereich. Zudem können Au-Pairs auch zu leichten Aufgaben im Haushalt herangezogen werden. Das gilt allerdings nur für Tätigkeiten im Zusammenhang mit den Kindern. Klassische Haushaltshilfen sind Au-Pairs dagegen nicht. Wenn sie aber zum Beispiel gebeten werden, die Kleidung der Kinder zu waschen und zu bügeln, dann liegt das durchaus im Rahmen ihrer Aufgaben.

Apropos Aufgaben. Au-Pairs sollen nicht nur ganz allgemein durch den Aufenthalt in einem anderen Land und von der Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse profitieren. Auch ganz konkrete Weiterbildung gehört zu einem Au-Pair Programm. Diese Weiterbildung findet im Normalfall am jeweiligen Community College statt. Welche Fächer belegt werden, bleibt dem Au-Pair überlassen. Pro Jahr sollen und können bis zu 90 Stunden am College besucht werden. Der Zuschuss von 500 Dollar, den ein Au-Pair dafür erhält, wird die anfallenden Gebühren in den allermeisten Fällen abdecken.

Ohne Agentur geht gar nichts

Au-Pair Programme bieten eine großzügige Möglichkeit, in den USA Land und Leute aus einem Blickwinkel kennenzulernen, der einem normalen Touristen verschlossen ist – aus der Perspektive des Alltags. Dabei hat natürlich nicht nur das Au-Pair Rechte und Pflichten, sondern auch die Gastfamilie. Sie muss ein Zimmer zur Verfügung stellen und während des gesamten Aufenthalts für die Verpflegung sorgen. Zudem zahlt die Familie den Hin- und Rückflug und rund 200 US-Dollar Taschengeld pro Woche. All das ist in den USA gesetzlich geregelt. So, wie Au-Pairs sich für das Programm qualifizieren müssen, unterliegen auch Gastfamilien einer Auswahl und Kontrolle. Ein Au-Pair Aufenthalt in den USA kann deshalb auch nur über eine staatliche Agentur vermittelt und organisiert werden.

Können Au-Pairs sich aussuchen, wo sie ihr Gastjahr verbringen möchten? Ganz ehrlich: nein. Selbstverständlich können sie ihre Wünsche äußern, und diese werden, so weit das möglich ist und „Angebot und Nachfrage“ sich decken, auch erfüllt. Eine Garantie für den Wunschort gibt es jedoch nicht.

Die Frage nach dem „wo“ führt unmittelbar zu der nach dem noch wichtigeren „wie“. Grundsätzlich gilt: Wer als Au-Pair in die USA vermittelt werden möchte, braucht für diese Vermittlung eine Agentur. Das ist bitte nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Tatsächlich ist es nämlich illegal, ohne vermittelnde Agentur im Hintergrund in die USA als Au-Pair einzureisen.

Mit der Inanspruchnahme einer Agentur erfüllt ein Au-Pair aber nicht nur gesetzliche Auflagen, sondern macht sich ganz nebenbei auch selbst das Leben leichter. Die Mitarbeiter der Vermittlungsagentur sind Ansprechpartner für alle Fragen, die sich vor, aber auch während des Aufenthalts in den Vereinigten Staaten ergeben. Die Agentur sollte deshalb sorgfältig ausgewählt werden.

Agenturen müssen Grundvoraussetzungen erfüllen

Auf den ersten Blick scheint es bei den Agenturen kaum Unterschiede zu geben. Das ist nicht weiter verwunderlich. Alle Agenturen müssen nämlich bestimmte Grundvoraussetzungen, die ihnen von den USA abverlangt werden, erfüllen. Wie so oft, liegt der Teufel dann im Detail. Ein Indiz dafür, wie umfangreich die Leistungen der Agentur sind, sind die Preise, die sie für die Vermittlung verlangen. Weniger als 150 US-Dollar werden selbst die preiswertesten Agenturen nicht berechnen, bei den so genannten Full-Service-Agenturen kann die Gebühr aber durchaus an die 1000 US-Dollar erreichen. Vergleichen sollte man zunächst die Leistungen der unterschiedlichen Kategorien und dann die Leistungen von Agenturen innerhalb einer Kategorie. So wird man die am besten geeignete Agentur für jeden Einzelfall herausfiltern. Gerade bei noch sehr jungen Au-Pairs oder bei Bewerbern, die sich für alle Fälle absichern möchten, könnte eine Full-Service-Agentur die beste Empfehlung sein. Sie wird den Bewerbern nämlich auch während des Aufenthalts in den USA zur Seite stehen. Das ist praktisch, wenn es um Alltagsfragen geht; es ist äußerst hilfreich, falls es entgegen aller Erwartungen doch einmal zu Problemen mit und in den Gastfamilien kommen sollte. Dann haben die Au-Pairs vor Ort sofort Ansprechpartner und Hilfe auf ihrer Seite.

Menschen, die als Au-Pair in den USA arbeiten möchte, benötigen ein Visum.

Menschen, die als Au-Pair in den USA arbeiten möchte, benötigen ein Visum.

Zur Vorbereitung auf den Aufenthalt als Au-Pair in den USA gehören natürlich auch die nötigen Einreisedokumente. Ganz wichtig dabei ist das J-1-Visum. Dieses Visum berechtigt Au-Pairs dazu, zwölf Monate bei ihrer Gastfamilie zu wohnen und zu arbeiten. Einen weiteren Monat kann man mit diesem Visum problemlos anhängen. Das J-1-Visum gibt es nur und ausschließlich über einen so genannten legal sponsor, der in aller Regel die Agentur selbst ist oder von der Agentur benannt wird. Natürlich kann man auch ohne dieses spezielle Visum in die USA einreisen. Wer anschließend dann aber dort als Au-Pair arbeitet, verstößt eindeutig gegen das Gesetz. Nicht nur die Agentur muss bezahlt werden, auch das J-1-Visum kostet etwas. Hierfür werden knapp 150 US-Dollar fällig, weitere rund 180 Dollar müssen für die so genannte SEVIS-Gebühr einkalkuliert werden. Das ist jedoch noch nicht alles. Auch eine so genannte SEVIS-Gebühr fällt an. Rund 180 Dollar werden für das „Student and Exchange Visitor Information System“ fällig. Falls eine Full Service Agentur die Vermittlung organisiert, ist diese Gebühr eventuell schon in den Preis einkalkuliert. Hier bitte unbedingt nachfragen, das wird sehr unterschiedlich gehandhabt.

Alle Au-Pairs, die ihren USA-Aufenthalt aus eigener Tasche finanzieren müssen, sollten in der Vorbereitungs- und Entscheidungsphase übrigens auch die Kosten Reisen, etwa die Anreisen zu Interviews, nicht aus den Augen verlieren. Last but not least muss zudem eine Kaution aufgebracht werden. Sie wird zwar am Ende des Au-Pair Aufenthalts zurückgezahlt, aber zunächst einmal wird die Agentur zwischen 400 und 500 US-Dollar dafür fordern.

Die Entscheidung ist gefallen. Wie gehe ich nun praktisch vor?

Alle Voraussetzungen können erfüllt werden und das Geld, das zunächst verauslagt werden muss, ist auch kein Problem? Na, dann kann es ja tatsächlich losgehen. Jetzt sollte ein Brief an die von der Agentur ausgewählte Familie geschrieben werden, am besten gleich mit einem guten Foto, mit einem kleinen Lebenslauf und mit Referenzen. Je ernster man diese erste Kontaktaufnahme nimmt, desto mehr Erfolg wird man damit haben. Auch das einwandfreie polizeiliche Führungszeugnis macht sich gut in den Unterlagen. Nachdem die Familie verbindlich zugesagt hat, verschickt die Agentur das Formular DS-2019, das wiederum Grundlage für das schon erwähnte Visum J-1 ist. Nun wollen auch die offiziellen amerikanischen Stellen das Au-Pair kennenlernen. Es wird einen Gesprächstermin beim amerikanischen Konsulat jenes Landes geben, in dem das Au-Pair lebt. Ein solcher Termin lässt manchmal ein paar Wochen auf sich warten, also bitte nicht zu lange damit warten. Vor allem im Sommer herrscht auf den Konsulaten großer Andrang.

Grundsätzlich gilt, dass man spätestens ein halbes Jahr vor dem gewünschten Beginn des Au-Pair Aufenthaltes in den USA eine Agentur kontaktieren sollte. Sechs Monate reichen, um alle Formalitäten zu erledigen und sogar schon erste Kontakte mit der neuen Familie aufzunehmen. Besonders beliebt dafür ist übrigens der Kontakt via Skype.

Können eigentlich auch Jungs als Au-Pair in die USA gehen?

Grundsätzlich dürfen auch Jungs als Au-Pair in den USA arbeiten.

Grundsätzlich dürfen auch Jungs als Au-Pair in den USA arbeiten.

Im Prinzip ja, aber. Grundsätzlich steht einem Au-Pair-Aufenthalt eines Jungen von den offiziellen amerikanischen Stellen nichts entgegen. In der Praxis haben es junge Männer dennoch deutlich schwerer, eine Gastfamilie zu finden. Das ist wahrscheinlich nicht einmal verwunderlich. Während für die USA der Kulturaustausch im Vordergrund steht, wollen die Gastfamilien natürlich (auch) eine nette Betreuung für ihre Kinder. Die wird jungen Mädchen eher zugetraut als jungen Männern. Wer aber eine Familie findet, die ein männliches Au-Pair akzeptiert, der wird keine Probleme haben.

Was bedeutet „Au-Pair“ eigentlich genau und wie hat es sich entwickelt?

Der Begriff „au pair“ stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „auf Gegenleistung“ oder „auf Gegenseitigkeit“. Mit den Jahren hat sich daraus ein Substantiv entwickelt, das im Deutschen nach wie vor aus zwei Teilen besteht, die beide groß geschrieben werden. Aber auch die Form „Au-pair“ ist gebräuchlich. Die ersten Au-Pairs soll es übrigens bereits im 18. Jahrhundert in der Schweiz gegeben haben. Damals gab es für Mädchen noch keine allgemeine Schulpflicht. Die Töchter reicher Familien wurden deshalb zu bekannten Familien in anderen Ländern geschickt, damit sie ihren Horizont erweiterten.

Von da ab entwickelte sich die Idee „Au-Pair“ kontinuierlich weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Zeiten des Rock‘n Roll zog es die jungen Deutschen vor allem in die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Die USA sind aber auch danach immer das Traumziel der meisten Au-Pairs geblieben.

Einmal um die ganze Welt…und wenn dann was schief geht?

Sollte die Chemie zwischen Au-Pair und Gastfamilie nicht stimmen, dann kann die Agentur eingreifen.

Sollte die Chemie zwischen Au-Pair und Gastfamilie nicht stimmen, dann kann die Agentur eingreifen.

Heute gibt es weltumspannende Au-Pair-Programme. Junge Leute aus Deutschland können ebenso in den USA wie in China, in Frankreich oder in Großbritannien, in Australien oder Südafrika einen Au-Pair-Aufenthalt absolvieren – um nur einige Beispiele zu nennen. Wichtig ist dabei immer, dass die Vermittlung über eine offiziell zugelassene Agentur läuft. Nur so können Au-Pairs vor lauernden Gefahren geschützt werden. Denn das ist leider die dunkle Seite dieses großartigen Kulturprogramms: Es wird manchmal eben auch missbraucht – von beiden Seiten. Für ernsthafte Interessenten und Bewerber freilich ist es wichtig zu wissen, was ihre Rechte und Pflichten sind, damit sie Übertritte im Verhalten der Gastfamilien und Überforderung bei den Aufgaben erkennen und sich entsprechend wehren können.

Weniger ernsthaft, dennoch sehr unangenehm kann es zudem werden, wenn „eigentlich“ alles in Ordnung ist, aber einfach die Chemie zwischen Au-Pair und Gastfamilie oder einzelnen Mitgliedern der Familie nicht stimmt. In solchen Fällen ist die Agentur gefragt. Ihre Aufgabe ist es, zu vermitteln, zu schlichten und im schlimmsten Fall, für eine neue Familie oder die Heimreise zu sorgen. Bei der Vorbereitung sollten diese Punkte von Bewerbern für einen Au-Pair-Aufenthalt in den USA unbedingt angesprochen werden, um im Fall des Falls genau zu wissen, an wen man sich wenden kann.

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