Wettergefahren in den USA

Aufgrund des Klimas existieren in den USA größere Wettergefahren als in Europa: Neben dem Gewitter sind auch Überschwemmungen und Schneestürme ein Thema.

Aufgrund des Klimas existieren in den USA größere Wettergefahren als in Europa: Neben dem Gewitter sind auch Überschwemmungen und Schneestürme ein Thema.

Gewitter (Thunderstorm)

Bei einem Gewitter (Thunderstorm) ist besondere Vorsicht geboten. Neben Gefahren, die der Blitz verursacht, sind auch Hagelkörner ein Unsicherheitsfaktor. Achtung: Blitze können Kilometer von der "Mutter-Wolke" entfernt einschlagen.

Bei einem Gewitter (Thunderstorm) ist besondere Vorsicht geboten. Neben Gefahren, die der Blitz verursacht, sind auch Hagelkörner ein Unsicherheitsfaktor. Achtung: Blitze können Kilometer von der "Mutter-Wolke" entfernt einschlagen.

Große Hagelkörner können Verletzungen verursachen, also halten Sie sich möglichst nicht draußen auf. Halten Sie dabei Abstand zu Fenstern, Türen und elektrischen Geräten und Leitungen. Ziehen Sie bei elektrischen Geräten den Stecker. Vermeiden Sie den Kontakt mit Waschbecken, Wasserhähnen und Bädern. Benutzen Sie das Telefon nur in einem Notfall. Sind Sie draußen, suchen Sie Schutz, der nicht blitzgefährdet ist. Geschlossene metallene Fahrzeuge bieten einen guten Schutz (Autos, Busse, Caravans). Berühren Sie aber während des Gewitters möglichst keine metallenen Teile.

Blitze können Kilometer von der "Mutter-Wolke" entfernt einschlagen. Meiden Sie Gipfel, einsame Bäume und Strommasten sowie alle Bereiche, die höher als die Umgebung liegen. Nehmen Sie in einem Wald Deckung unter einer Ansammlung von kleineren Bäumen. Nachmittagsgewitter sind in Regionen oberhalb der Baumgrenze häufig. Finden Sie eine kleine Vertiefung und hocken Sie sich auf den Boden, die Hände auf den Knien. Legen Sie sich nicht flach auf den Boden, berühren Sie den Boden mit den Händen nicht. Halten Sie Abstand zu metallischen Gegenständen (Golfcarts, Fahrräder), Regenschirmen und metallischen Verpackungen. Halten Sie auch Abstand zu anderen Personen.

Halten Sie sich fern von allen Behältnissen mit Wassern, also Seen, Swimming-Pools usw. Wenn Sie sich vertieft mit dem Thema beschäftigen möchten, finden sie weitere Informationen auf folgenden Internetseiten (in englischer Sprache): Lightning Protection Institute, National Lightning Safety Institute und Kids‘ Lightning Information and Safety.

Überschwemmungen (Flash Floods)

Wasserfluten können ohne Vorwarnung nach schweren Regenfällen flussaufwärts jederzeit auftreten. Wasserbecken und –sammler von Dämmen sind auch flussabwärts potenzielles Überschwemmungsgebiet. Suchen Sie sofort höhere Bodenerhebungen auf! Fahren Sie nicht durch überflutete Bereiche. Seichtes, schnell fließendes Wasser kann das Auto von der Straße fegen oder ein Auswaschung des Straßenbetts verdecken. Versuchen Sie nicht in Wasser zu waten, dass höher als Ihre Knie ist.

Schneestürme (snowstorms)

Werden Sie bei einer Autofahrt von einem Schneesturm überrascht, schalten Sie das Radio ein und suchen Sie die nächste Lokal-Station, die Notfallmitteilungen sendet. Richten Sie sich nach den Sicherheitsempfehlungen. Verlassen Sie ihr Fahrzeug nicht, solange nicht konkret Hilfe in Sicht ist. Wenn Sie den Motor laufen lassen, prüfen Sie, dass die Belüftung einwandfrei funktioniert und das Auspuffrohr nicht versperrt oder blockiert ist. Verbrennen Sie nicht in ihrem Auto. Um ihre Notsituation kenntlich zu machen, öffnen Sie die Motorhaube, hängen Sie ein Kleidungsstück an die Autoantenne oder schalten Sie die Warnblinker ein.

Winterausrüstung

Im Winter sollten Sie ausreichend Trinkwasser, nicht verderbliche, nahrhafte Snacks, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien, warme Decken oder Schlafsäcke und extra warme Kleidung bei Ausflügen dabei haben. Im Kofferraum des Autos sollten sich eine Schaufel, Eisschaber, Schneeketten, Blinkfeuer, Überbrückungskabel, ein Ersatzreifen, Wagenheber, Schraubenschlüssel, Reflektoren und Sand oder Salz befinden.

Bergwanderungen

Sobald es in die Berge geht, verspüren viele Menschen erste Anzeichen der Höhenkrankheit.

Sobald es in die Berge geht, verspüren viele Menschen erste Anzeichen der Höhenkrankheit.

Schon bei Wanderungen in geringeren Höhen sollte man auf Kleidung achten, mit der man Sturm und einen Temperatursturz aushalten kann. Wer über Stunden unterweg ist, muss auch auf einen unvorhergesehenen Nachtaufenthalt vorbereitet sein, also einen biwak-ähnlichen Schlafsack und ausreichend Nahrung sowie Flüssigkeit dabei haben. Bei mehrtägigen Touren in großen Höhen über 4.000 Meter sollten ein Rettungssack und ausreichend Sauerstoff dabei sein (3 Flaschen mit jeweils 1.000 Litern, die für zwölf Stunden Beatmung ausreichen). Siehe hierzu auch die Hinweise unter Höhenkrankheit.

Damit Ihre Wanderutensilien komplett sind, haben wir uns hingesetzt und auch für die Wanderer unter Ihnen eine praktische Checkliste für Tagestouren in den USA erstellt: Checkliste für den Wander-Urlaub in den USA.

Unterkühlung (Hypothermia)

Unterkühlungen können zu jeder Jahreszeit auftreten. Fängt jeman an zu zittern, undeutlich, stotternd oder unzusammehängend zu sprechen oder schläfrig zu werden, muss er aus Wind und Nässe an einen geschützten trockenen Ort gebracht werden. Die schnellste Art jemanden wieder zu erwärmen, besteht darin, die betroffene Person zusammen mit einer anderen Person in einem trockenen Schlafsach unterzubringen.

Hurrikans

HurrikanZyklonTaifun:
Die Bezeichnungen stehen für dasselbe Wetterphänomen: In Australien heißen Wirbelstürme Zyklon, im Atlantik Hurrikan und im Pazifik Taifun. In Mittel- und Nordamerika sind insbesondere die karibischen Inseln und die südliche Ostküste der USA gefährdet. Der Begriff Hurrikan kommt aus dem Englischen: hurricane bzw. vom idianischen/spanischen hurakàn (nach dem Windgott der Maya).

Es sind spiralförmige Tiefdruckgebiete, die zu Wirbelstürmen anwachsen können. Die Energie liefert der mindestens 27 Grad warme Ozean. Wasser verdunstet und kondensiert in der Höhe zu Gewitterwolken. Große Energien werden frei und treiben die Luftmassen an. Wasserdampf ist die Energiequelle. Der Wirbelsturm wird immer stärker je länger er über warme Gewässer zieht und dabei Wärmeenergie in Form verdunsteter Wassermengen aufnimmt (inflow).

Über Land verliert ein Hurrikan ohne die Zufuhr neuer feuchtwarmer Luftmassen und bei geringer Bodenreibung schnell an Kraft (landfall). Der Durchmesser eines Hurrikans kann einige 100 km betragen, die Windgeschwindigkeit bis über 300 km/h erreichen. Die Zuggeschwindigkeit liegt zwischen 8 und 10 Metern pro Sekunde.

Im Zentrum des Sturms – dem Auge – ist es wolkenfrei, niederschlagsfrei und ruhig. Es hat meist einen Durchmesser von 15 bis 30 km, kann aber auch 70 km erreichen. Befindet man sich im Auge, ist man ringsum von mächtigen Wolkenwänden umgeben (sog. eye-wall). In der unmittelbaren Nähe des Zentrums treten die größten Windgeschwindigkeiten auf. Die Luftmassen rotieren entgegen dem Uhrzeigersinn um das Auge des Sturms. Von einem tropischen Wirbelsturm sprechen Meteorologen ab einer Windstärke von 12. Nach ihrer Stärke werden sie in Gefahrenstufen von 1 (minimal) bis 5 (katastrophal) eingestuft, sog. Saffir-Simpson-Hurricane-Skala:

Kategorie Wind in
miles per hour
Wind in km/h Flutwelle beim Auftreffen
auf Land (in m)
Zentraldruck in
Pascal
Tropischer Wirbelsturm 35–73 56–117 0–1  
1 (schwach) 74–95 118–153 1–2 über 980
2 (mäßig) 96–110 154–177 2–3 965–979
3 (stark) 111–130 178–210 3–4 945–964
4 (sehr stark) 131–158 211–249 4–6 920–944
5 (verwüstend) über 158 über 249

Hurrikane verursachen verheerende Zerstörungen durch Sturm, sintflutartige Niederschläge und Überflutungen. Die küstennahen Gebiete bekommen in der Regel die zerstörerischen Kräfte der hohen Windgeschwindigkeiten zu spüren. Die Hurrikan-Saison dauert im amerikanischen Pazifik vom 15. Mai bis 30. November, im Atlantik vom 1. Juni bis 30. November.

Die Wirbelstürme eines Jahres werden mit englischen Vornamen in alphabetischer Reihenfolge benannt. Die Namensliste zur Benennung von Hurrikans wiederholt sich grundsätzlich alle 6 Jahre. Allerdings werden die Namen besonders schwerer Hurrikane aus psychologischen Gründen aus dieser Liste gelöscht. Eine Aufstung dieser "retired names" bietet die Internetseite about.com. Weitere Einzelheiten allgemeiner Art zu Hurrikans bietet die Internetseite von Wikipedia.

Versuche, Hurrikane zu bekämpfen, waren bisher erfolglos. Fortschritte gibt es aber bei der Vorhersage und Warnung, weil sich der voraussichtliche Weg eines Hurrikans relativ gut berechnen lässt. Drei Tage vor dem wahrscheinlichen Eintreffen des Wirbelsturms wird die betroffene Region in Alarmzustand versetzt und etwa eineinhalb Tage vorher laufen konkrete Schutzmaßnahmen an. Zuständig ist das National Hurricane Center (NHC) in Miami/Florida. Es gibt für den Atlantik und den Nordostpazifik in englischer Sprache aktuelle Warnungen heraus.

Verhalten bei Hurrikans

Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, wenn er mindestens Windstärke 12 erreicht und sich im Atlantik oder im Nordpazifik östlich der Datumsgrenze entwickelt.

Als Hurrikan wird ein tropischer Wirbelsturm bezeichnet, wenn er mindestens Windstärke 12 erreicht und sich im Atlantik oder im Nordpazifik östlich der Datumsgrenze entwickelt.

Halten Sie sich während ihrer Reise in hurrikan-gefährdeten Gebeiten auf, informieren Sie sich regelmäßig über die Wettersituation (Rundfunk, Fernsehen, Zeitungen, Internet, Hotelrezeptionen usw.). Droht ein Hurrikan in ihr Reisegebiet zu ziehen, sollten Sie schnell und ernsthaft ihre Reisepläne überdenken und ändern, also in sichere Gebiete verlegen. Je früher Sie dies tun, umso geringer sind die Zeitverluste. Wird die heimische Bevölkerung erst evakuiert, droht absolute Staugefahr auf allen Ausfallstraßen.

Sollten Sie bleiben, hören Sie regelmäßig die Meldungen der Notfall-Rundfunk-Stationen (emergency broadcasting stations). Die Frequenzen zeigen Hinweisschilder auf den Highways an: „Hurricane Evacuation Route“, „For Information tune radio to ……AM …..FM

Jede Gemeinde hat örtliche Notfallpläne. Bei Gefahr werden in der Regel Bewohner tiefer gelegener Küstenregionen, auf Inseln, in Wohnmobilen usw. aufgefordert, ander Gebiete aufzusuchen, ggf. auch zwangsweise evakuiert. Folgen Sie auf jeden Fall den Anweisungen örtlicher Behörden, nehmen Sie das Angebot zum Aufsuchen von Schutzräumen (shelter) an und stellen Sie sich auf einen 3- bis 4-tägigen Aufenthalt hier ein.

Um in Florida die nächste Schutzeinrichtung vor einem aufziehenden Wirbelsturm im Evakuierungsfall zu erfahren (nearest shelter) ruft man am besten das amerikanische Rote Kreuz – American Red Cross – an (Tel. 407-894-4141). Sowohl bei Abreise als auch beim Aufenthalt sollten Sie überlegen, ob Sie nachstehende Gegenstände haben bzw. noch kaufen sollten, bevor die Geschäfte ausverkauft sind:

  • Batteriebetriebenes Radio mit Ersatzbatterien – solange Strom verfügbar ist, diesen statt der Batterien zum Betrieb des Radios nutzen
  • Karten für die Weiterreise bzw. für den Aufenthaltsort – möglichst in kleinem Maßstab
  • Benzintank füllen – die Versorgung kann nach dem Abklingen des Sturms mehrere Tage unterbrochen sein
  • Getränke – in Dosen, mindestens 2 Liter pro Tag und Person
  • Nahrungsmittel, die ohne weitere Zubereitung essbar sind und nicht viel Platz benötigen

Denken sie insbesondere auch an ausreichende Mengen an benötigten Medikamenten, Babynahrung usw. Beim Aufsuchen von Schutzräumen sind Decken, Handtücher und feuchte Toilettentücher sinnvoll. Weitere Hinweise können Sie auch den Empfehlungen der örtlichen Behörden für Einheimische entnehmen

Hurrikans und Tourismus-Veranstalter

Flugverbindungen: Gebuchte Flüge in Hurrikan-bedrohte Gebiete werden von den Fluggesellschaften in der Regel kostenlos umgebucht bzw. storniert, und zwar auch dann, wenn die Tickets im Prinzip nicht tauschbar (non-refundable) sind. Sind Sie bereits im bedrohten Reisegebiet, werden Sie von der Fluggesellschaft wenn möglich grundsätzlich zu jedem anderen erreichbaren und sicheren Ziel ohne Zusatzkosten ausgeflogen. Soweit die grundsätzlich erfreuliche Geschäftspolitik der Airlines. Die Tücke liegt allerdings in der Frage: wann droht eine gefährliche Wetterlage (severe weather)? Die 5-Tage-Vorhersagen für einen Hurrikan-Verlauf sind leider noch sehr unpräzise, so dass es wesentlich auf die Kulanz der jeweiligen Airline ankommt.

Hotels, Resorts usw.: Viele Hotelanlagen in Hurrikan-bedrohten Gegenden bieten eine sog. „hurricane guarantee“. Einzelheiten ergeben sich aus den jeweiligen Geschäftsbedingungen und sind sehr unterschiedlich geregelt. Meist werden „verlorene“ Tage gut geschrieben, teilweise auch nur auf zukünftige Aufenthalte angerechnet.

Kreuzfahrten (cruise lines): Kreuzfahrtschiffe ändern bei sich verschlechternden Wetterbedingungen in der Regel rechtzeitig ihre Fahrtrouten. Ob es für die Gäste einen Ausgleich für nicht angelaufene Reiseziele gibt, richtet sich nach den jeweiligen Geschäftsbedingungen des Veranstalters. Diese sind in der Regel nicht großzügig, sondern sehen bei fortgeführter Reise keinen Ausgleich oder nur Erstattungen rü „reine“ Bordtage von etwa 20 $ pro Tag vor.

Florida hat eine eigene Hilfe-Hotline für Touristen (emergency hotline, Telefon 800 – 287 – 8598). Die Internetseite der Florida Keys bietet eine Broschüre mit Hurrikan-Sicherheitsinformationen zum kostenlosen Download an. Die großen Themenparks (SeaWorld Orlando, Busch Gardens Tampa Bay, Discovery Cove, Universal Orlando, Disney) bieten eine unterschiedlich geregelte „hurricane guarantee“ (Gutschriften, Erstattungen für ausgefallene Tage), aber stets nur dann, wenn die Buchungen über die Park-Agenturen erfolgten (park’s vacation companies).

Texas: Hinweise zum Besuch des Bundesstaates Texas während der Hurricane-Saison (Juni bis Dezember) gibt in englischer Sprache die Internetseite gotexas.about.com.

Weitere Link-Hinweise sind die Seiten naturgewalten.de, Florida Hurricane, Florida Disaster und Louisiana Floods & Hurricanes. Die Hurrikans mit den meisten Todesopfern listet geography.about.com.

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