Amerikanisches Rentensystem – Kollaps droht

Auch das Heimatland der kapitalgedeckten Altersversorgung mit den weltgrößten Pensionsfonds hat ein Problem mit der staatlichen Rente: spätestens 2040 soll nach Meinung einer vom ehemaligen Präsidenten Bush eingesetzten Reformkommission der Kollaps drohen.

Auch das Heimatland der kapitalgedeckten Altersversorgung mit den weltgrößten Pensionsfonds hat ein Problem mit der staatlichen Rente: spätestens 2040 soll nach Meinung einer von Präsident Bush eingesetzten Reformkommission der Kollaps drohen.

Die staatliche Altersversorgung sichert mit einem Renteniveau von 47 % des letzten Lohns nur die bloße Existenz. Derzeit zahlen die Amerikaner einen Sozialversicherungsbeitrag von 15,3 %, davon gehen 10,52 % an die Rentenkasse. Die Hälfte übernimmt der Arbeitgeber.

Wer im Alter mehr Leistung will, muss zusätzlich sparen. Neben der „Social Security" sind daher insbesondere Betriebsrenten bedeutsam.

    Prinzipiell gibt es zwei Modelle:
  • Im klassischen Modell ist die Höhe der Auszahlung vorab festgelegt (feste Pensionszusagen, defined benefit).
  • Bei dem beliebten „401 k"-Modell fließt dagegen das Geld in einen offenen Pensionsfonds und die Rente richtet sich nach dessen Performance (der Arbeitgeber leistet feste Beiträge in den Pensionsfond – defined contribution, das Anlagerisiko tragen im Ergebnis die Mitarbeiter). Eine Betriebsrente nach „401 k" bietet der Arbeitgeber an; die steuerfreien Beträge von bis zu 10.500 $ im Jahr werden direkt an den Fonds abgeführt.

Als Pensionsfonds bezeichnet man in den USA gesonderte Vermögen, die Unternehmen und auch öffentliche Arbeitgeber zur Finanzierung ihrer Versorgeverpflichtungen bilden. Häufig übernehmen professionelle Fondsgesellschaften die Verwaltung der Gelder. Im Schnitt werden 60 % in Aktien und 40 % in Anleihen investiert. Die amerikanischen Vorsorgepools zählen zu den größten Investoren an den weltweiten Aktien- und Bondmärkten.

Nicht nur in Deutschland muss man im jungen Alter bereits an die Altersversorgung denken. Auch die USA haben ein Problem mit der staatlichen Rente.

Nicht nur in Deutschland muss man im jungen Alter bereits an die Altersversorgung denken. Auch die USA haben ein Problem mit der staatlichen Rente.

Das einst hochgelobte System – die Finanzierung der Altersvorsorge über den Aktienmarkt – erweist sich als Strukturproblem seit dem der Aktienmarkt seit 2000 fällt. Für Ende 2002 wird erwartet, dass durchschnittliche Pensionsfonds eine Deckungslücke von 20 % aufweisen. Ende 1999 wiesen diese Pensionspläne demgegenüber eine Überdeckung von 31 % aus und die jährlichen Renditeerwartungen waren bi 9 bis 10 % angesiedelt. Viele Unternehmen müssen daher frische Mittel nachschießen, was die Gewinne belastet. Die US-Bilanzrichtlinien (US-GAAP) verlangen, dass Pensionspläne ausgeglichen sind.

Übrigens: Natürlich gibt es auch US-Unternehmen, die ihren Mitarbeitern keine Pensionszusagen geben. Präsident Bush wollte seinerzeit einen Teil der Beiträge für die staatliche Rente in private Fonds umlenken. Mit zunehmendem Älterwerden der Rentner verschärfen sich die Probleme des staatlichen Umlagesystems. Nach Schätzungen sollen bereits 2016 die Rentenauszahlungen die Einnahmen übersteigen. 2038 wäre der staatliche Rententopf endgültig leer.

Das Rentensystem ist das einzige bundesweit einheitliche Sozialsystem in den USA. Im übrigen ist das Sozialversicherungssystem der USA von Privat-Versicherungen dominiert und allenfalls staatlich gelenkt.

Die Arbeitslosenunterstützung liegt in der Verantwortung der einzelnen Bundesstaaten und wird im allgemeinen durch Besteuerung der Arbeitgeber finanziert. Die meisten Staaten zahlen 26 Wochen lang den halben Arbeitslohn, dann kann nur noch Sozialhilfe beantragt werden.

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