Sexualität in den USA – Es ist Vorsicht geboten

Im Vergleich zu deutschen Verhältnissen ist die Sexualität in den USA zwar kein Tabuthema mehr, wird aber dennoch sehr vorsichtig und mild behandelt.

Im Vergleich zu deutschen Verhältnissen ist die Sexualität in den USA zwar kein Tabuthema mehr, wird aber dennoch sehr vorsichtig und mild behandelt.

In den Texten von Pop-Songs geht es durchaus schlüpfrig und anzüglich zu. Auch die Darstellung von Sexualität in Kino-Spielfilmen ist freizügiger geworden, aber für den Export nach Europa usw. wird nach wie vor häufig eine hüllenlosere Fassung mitproduziert.

Die Fernsehprogramme sind immer noch sehr prüde im Visuellen, Verstöße der lokalen und nationalen Sendernetze können mit drastischen Geldstrafen durch die Aufsichtsbehöre FCC geahndet werden (die von den Zuschauern bezahlten US-Kabelsender unterliegen nicht der Kontrolle der Medienaufsichtsbehörde).

Beispiel dafür ist Janet Jackson`s nackte Brust beim „Super Bowl“ im Februar 2004. In der Spielpause hatte Janet Jackson mit Popstar Justin Timberlake ein Duett gesungen. Vor den Augen von Millionen amerikanischer Fernsehzuschauer riss Timberlake dabei Jacksons schwarzes Leder-Bustier auf und entblößte ihre mit einem Metallstern verzierte Brust. Was in Europa kaum kommentiert worden wäre, wurde in amerikanischen Nachrichtensendern tagelang immer wieder gezeigt, wobei die Brust aber nur verwischt zu sehen war. Der Fernsehsender CBS, der das größte US-Sportereignis im Jahr übertrug, entschuldigte sich bei den Zuschauern: bei den Proben habe es keine Hinweise darauf gegeben, dass „so etwas“ passieren könnte.

Comedies und Soaps kokettieren sprachlich auch im Bereich unterhalb der Gürtellinie, aber „gezeigt“ wird nichts. Auch im öffentlichen Leben geht es höchst gesittet und kleidungsmäßig verschlossen zu. Bei allen Anlässen außerhalb des privaten Rahmens gibt man sich konventionell. Kostüm bzw. Anzug sind im Geschäftsleben und beim Besuch gehobener Restaurants absolut üblich. Tiefere Einblicke in Dekolltees sind erlaubt, aber das freie präsentieren primärer oder sekundärer Geschlechtsteile ist tabu. Vgl. hierzu auch unter den Stichworten Kleidung.

Slang-Sprache wird den unteren, meist arbeitslosen Schichten der Bevölkerung zugewiesen, primär also Afro-Amerikanern und Latinos. Ein Klischee in vielen Filmen, besonders wenn sie in Großstadt-Ghettos spielen. Der Grad der Prüderie variiert natürlich zwischen Land und Stadt, zwischen Osten und Westen. Besonders stark ist die Zurückhaltung im sog. Bible Belt ausgeprägt, also dem Tiefen Süden der USA, den auch eine besonders große Religiosität kennzeichnet. Allerdings: 98 % aller Amerikaner erklären, an Gott zu glauben. Nach den Angaben des Pew Research Centers aus dem Jahre 2014 sind 20,8 % der US-Amerikaner römisch-katholisch, 25,4 % sind evangelikale Protestanten, 14,7 % sind Mainline Protestanten und 6,5 % der Amerikaner gehören traditionellen schwarzen protestantischen Kirchen an. 22,8 % sind sogar ohne Konfession. Unter den kleineren christlichen Kirchen sind 1,6 % Mormonen und 0,8 % Zeugen Jehovas, 0,5 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche. Zu den nicht-christlichen Religionsgemeinschaften zählen 1,9 % Juden, 0,9 % Muslime sowie 0,7 % Buddhisten.

Wer Sex und Westküste der USA assoziiert, weil man dort sonnengebräunte, gut gebaute, attraktive Männer und Frauen an den Stränden trifft, irrt. Die „Love-ins“ der 60er Jahre werden falsch interpretiert oder leben heute nicht mehr fort. Andererseits dürfte Sexualität im privaten Bereich eine Rolle spielen wie überall auf der Welt. Immerhin hat die amerikanische Durchschnitts-Familie 2 bis 3 Kinder. Das Verhältnis zur Sexualität dürfte im Übrigen immer noch ein Relikt aus der Entstehungsgeschichte der Staaten sein, als Frauen in einer männlich dominierten Gesellschaft „Mangelware“ waren

Gleichgeschlechtliche Ehe

Auch die gleichgeschlechtliche Ehe wird in den USA nicht mehr tabuisiert, ist dennoch in den meisten Staaten verboten.

Auch die gleichgeschlechtliche Ehe wird in den USA nicht mehr tabuisiert, ist dennoch in den meisten Staaten verboten.

Die gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Männern bzw. Frauen wird zumindest in großstädtischen Bereichen nicht mehr tabuisiert. Alle namhaften Reiseführer nennen entsprechende Treffs und Einrichtungen. Vorreiter der Gay-Bewegung war San Francisco, die „Gay Capitol of the world“, Hauptstadt der Schwulen. Die Schwulen und Lesben haben sich im Verlauf der letzten Jahre in den Großstädten zu einer wichtigen und nicht einflusslosen Gruppe der Bevölkerung entwickelt. Doch schon im Hinterland der City wird nicht mehr so tolerant gedacht, wuchs die Gegenbewegung der „Hüter der Moral“.

Noch vor rund zehn Jahren erließen 38 Staaten Gesetze, um eine Gleichstellung solcher Partnerschaften zu verhindern. Daraufhin hatte der Oberste Gerichtshof von Massachusetts verfügt, dass die beabsichtigte Unterscheidung des Bundesstaates zwischen der Zivilehe und einer gleichgeschlechtlichen Zivilunion der Landesverfassung zuwider laufe und überhaupt den höchsten Werten des amerikanischen Rechtslebens nicht entspreche, der Gesetzgeber die homosexuelle Ehe daher zu legalisieren habe. Im Juni 2015 legalisierten die USA die Homo-Ehe in allen Bundesstaaten. Bis dahin war das Eherecht den einzelnen Bundesstaaten vorbehalten. Zum Zeitpunkt der Legalisierung war in 14 US-Bundesstaaten ein Verbot der Homo-Ehe aktiv. 57 Prozent der Amerikaner waren 2015 laut einer Umfrage des Wall Street Journal und des NBC für die Homo-Ehe. Doch während sich im Februar 2014 noch rund 55 Prozent gegen eine Homo-Ehe aussprachen, sank diese Zahl bis 2015 auf 37 Prozent.

FKK

Die amerikanische Bevölkerung gilt immer noch, besonders außerhalb der Großstädte, als prüde. Nacktheit ist häufig ein Tabu. „Oben ohne“ zu baden ist häufig untersagt und die absolute Ausnahme. Die Zulässigkeit des Auftritts in der Öffentlichkeit bestimmt sich nach dem Recht des jeweiligen Bundesstaates. In den USA ist es nach wie vor in vielen Bundesstaaten verboten, öffentlich die Genitalien sichtbar zu machen. Darüber hinaus müssen Frauen in diesen Staaten ihre Brustwarzen verdecken. Lediglich für stillende Mütter gelten Ausnahmen. Exhibitionismus und unbedeckte männliche Geschlechtsteile gelten als Public indecency. Ein Beispiel dafür ist die Stadt San Francisco, in der Nacktheit verboten ist. Wie kritisch das Thema in den USA beäugt wird, zeigt folgende Tatsache: Der US-amerikanische Playboy entschied 2016, keine nackten Frauen mehr abzubilden. Diese Entscheidung wurde nun rückgängig gemacht.

Nacktbadestrände (nudist beaches) gibt es, aber sie sind nicht ohne Weiteres zu finden, weil sie nach wie vor umstritten und nicht immer ausgeschildert sind. Wo Sonnenanbeter ihrem „Kult“ straflos fröhnen können, haben die Guides von about.com auf der Internetseite „Nude in New England  – 10 Places to take it all off“ zusammengestellt. Eine Übersicht für alle Staaten der USA gibt es unter Nude Beaches in the USA. Für den Bereich Florida finden Nudisten Hinweis im „Florida’s Nude & Clothing-Optional Guide“.

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