12. Juli 2014

Bewirtung mit Waffen ist in einem US-Restaurant Alltag

Ein Restaurant im Bundesstaat Colorado hat seine Kellnerinnen mit Waffen ausgestattet. Auch von Gästen wird gewünscht, dass sie Waffen mit sich tragen. Foto: Restaurant

Ein Restaurant im Bundesstaat Colorado hat seine Kellnerinnen mit Waffen ausgestattet. Auch von Gästen wird gewünscht, dass sie Waffen mit sich tragen.

Dass die Amerikaner ohnehin etwas anders sind als wir Deutsche, dass war uns allen bewusst. Aber nun schießt ein Burger-Restaurant im amerikanischen Bundesstaat Colorado den Vogel ab. Beim Besuch des Restaurants „Shooters Grill“ in der Stadt Rifle (übersetzt: Gewehr) fällt die Begrüßung sofort ins Auge. Auf einem Schild am Eingang ist zu lesen: «Waffen sind im Haus willkommen. Bitte tragen Sie die Waffen im Halfter, es sei denn, eine andere Notwendigkeit ergibt sich. In solchen Fällen ist vernünftige Treffsicherheit hoch geschätzt.» Die Gesetze in Colorado erlauben das.

Waffen sind erwünscht, Alkohol ist verboten

Zu dem Schild an der Eingangstür sagt Besitzerin Lauren Boebert der Zeitung „Post Independent“: „Das Schild heißt nichts anderes, als dass unsere Gäste ihr in der Verfassung geschütztes Recht auf Waffenbesitz bei uns auch umsetzen dürfen„. Die kleine Stadt Rifle verfügt über nicht mal mehr 10.000 Einwohner und ist Dank des Restaurants von Lauren Boebert, die das „Shooters Grill“ gemeinsam mit ihrem Mann betreibt, dennoch in aller Munde. Alle Kellnerinnen sind mit einem Halfter ausgestattet, in dem sie ihre Waffen stolz präsentieren. Damit den Damen die Waffen nicht entrissen werden, sind alle Halfter zusätzlich gesichert. Auf der Speisekarte des Restaurants stehen amerikanische und mexikanische Gerichte, Alkohol gibt es nicht. „Aus Sicherheitsgründen„, so betont Boebert. Aus Sicherheitsgründen? Aha.

Für verurteilte Straftäter, Drogenabhängige oder psychisch Kranke sind nicht nur Alkohol, sondern auch Waffen verboten. Ansonsten sind die Gäste hier herzlich eingeladen, ihre auf dem Nachttisch deponierten Waffen mitzubringen. Auch die Größe ist dabei kein Problem. Ab und an trägt eine Kellnerin des Ladens eine Schrotflinte bei sich. Warum auch nicht? „Wir verteidigen nur unser Recht auf Waffenbesitz„, sagt Boebert. „Wir lieben Waffen, beten sie aber nicht an. Das machen wir mit Jesus am Sonntag in der Kirche.“ Zusätzlich zum Essensangebot bietet das „Shooters Grill“ die Möglichkeit eines Waffenseminars. Der nächste Termin für den 75 Dollar kostenden Kurs ist am 22. Juli, also in wenigen Tagen. Doch ausverkauft ist er schon seit Wochen.

Viele US-Restaurants und -Ketten verbieten Waffen

Das Restaurant, welches drei Autostunden von Denver entfernt ist, schwimmt mit ihrer ausdrücklichen Waffenerlaubnis derzeit stark gegen den Strom an. Denn viele Restaurants in den USA haben bereits damit begonnen, Waffen in ihren Räumlichkeiten zu verbieten. Nicht nur Starbucks mit seinen 23.000 Filialen, sondern auch Chipotle (1.600 Restaurants) und die 2.000 Target-Einkaufszentren haben Waffen komplett verboten. Und das, obwohl die einflussreiche Waffenlobby NRA seit Jahren gegen Waffenverbote kämpft. Im „Shooters Grill“ ist das geglückt, denn hier sind Waffen stets erwünscht.

Ein CNN-Bericht liefert interessantes Bildmaterial:

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