21. Mai 2014

Geschäft mit den Toten: New York vermarktet die Anschläge vom 11. September

Das vor kurzem eröffnete Memorial Museum, das der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedenken soll, ist umstritten. Der Verkauf von Souvenirs empört ein ganzes Land.

Das vor kurzem eröffnete Memorial Museum, das der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedenken soll, ist umstritten. Der Verkauf von Souvenirs empört ein ganzes Land.

Auf sieben Etagen zeigt das vor einer Woche von US-Präsident Barack Obama am Ground Zero eröffnete 9/11 Memorial Museum die Erinnerungsstücke des 11. September 2001. Doch nun ärgern sich die Angehörigen massiv über den Verkauf von Souvenirs im hauseigenen Shop. Das Geschäft mit T-Shirts, Mützen und Co. geht vielen zu weit. „Für mich ist es das Schlimmste, dass sie Souvenirs an dem Ort verkaufen, an dem mein Sohn gestorben ist“, erklärt Diane Horning in der „New York Post“. Neben Schmuck, Glaskugeln und Tassen verkauft der Shop auch Spielzeug für Kinder. „Der Verkauf des Kinderspielzeugs war ein Schock für mich und widert mich an“, zeigt sich Horning fassungslos. Dass mit den Souvenirs nun Geld verdient wird, verärgert viele Angehörige. „Ich denke, dass sie mit dem Projekt nur Geld machen wollen und dabei sogar über die Leiche meines Sohnes gehen“, empört sich Horning.

Der Eintritt liegt bei 17,50 Euro

Der Eintritt für das Museum liegt bei 17,50 Euro für Erwachsene, 13 Euro für Studenten und Senioren und circa 11 Euro für Kinder. Bereits vor der offiziellen Eröffnung hatte das Memorial Museum umgerechnet circa 3,6 Millionen Euro Spenden erhalten. „Sie hätten diese fünf Millionen Dollar an die Kranken und Leidenden geben können, die vorher im Souvenir-Shop Geld gezahlt haben“, erklärt John Feal, Gründer der FealGood-Stiftung, die kranke Notfallhelfer des 11. September unterstützt. „Für mich ist der Laden absolut taktlos„, ergänzt Feal erzürnt.

Vor wenigen Tagen wurde das 9/11 Memorial Museum eröffnet, welches an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedenken soll.

Vor wenigen Tagen wurde das 9/11 Memorial Museum eröffnet, welches an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedenken soll.

In den Regalen des Souvenir-Shop stehen Kühlschrankmagnete mit den Twin Towers, ein Schal mit dem Fotomotiv „Die Skyline, wie sie früher einmal war“ oder ein Plüschrettungshund mit der orangenen Search&Rescue-Weste für die Kleinen. Vielleicht, damit Kinder die Suche nach Überlebenden und nach den 2753 Toten der Katastrophe daheim nachspielen können? Jedenfalls ist das Geschäft mit den Toten eine äußerst makabere Angelegenheit. Auf der einen Seite das Grab der Toten, auf der anderen Seite feine Ohrringe für 29 US-Dollar, welche den Blüten am „Survivor Tree“ nachempfunden sind – einem Baum, der den Terroranschlag am World Trade Center überstand.

Museum erhält keine Subventionen

Insbesondere die Hinterbliebenen der Opfer sind empört, dass auf dem Gelände von Ground Zero mit Utensilien wie Polizei-T-Shirts für 22 Dollar, Baseballmützen (19,95 Dollar) oder Feuerwehrautos für Kinder (14,99 Dollar) Geld gemacht wird. Auch die hohen Eintrittspreise sind ein Kritikpunkt, mit dem das Museum schon jetzt des Öfteren konfrontiert wurde. Eine Familie mit zwei Kindern bezahlt allein für den Eintritt immerhin 82 Dollar. „Wir müssen das verlangen, damit die Organisation auf gesunden finanziellen Beinen steht„, erklärte der Präsident des 9/11 Memorial Museum, Joe Daniels, in einem schriftlichen Statement. Ach, übrigens: Herr Joe Daniels erhält als „kleine“ Entschädigung ein Jahresgehalt von 378.000 Dollar.

Im Inneren des Museums lagern Erinnerungsstücke des 11. September 2001.

Im Inneren des Museums lagern Erinnerungsstücke des 11. September 2001.

Alle Einnahmen unserer Verkäufe werden für die Weiterentwicklung und den Erhalt des Museums benutzt„, heißt es auf der kurzen Mitteilung im Shop. Da das Museum durch keine staatlichen Gelder bezuschusst wird, muss es sich über Spenden, Eintrittsgelder und weitere Einnahmen finanzieren. Immerhin, die laufenden Kosten werden auf insgesamt 63 Millionen Dollar geschätzt. Sollten Besucher in nächster Zeit nicht nach Ground Zero kommen, kein Problem: Da Kommerz überregional funktioniert, bietet der Museumsladen seine Waren auch online an.

USATipps auf Facebook

Hotels für Ihre USA-Reise

Booking.com

USA-Reisen von Experten

Mietwagen für Ihre USA-Reise

Tickets für Ihre USA-Reise