18. August 2014

„New York Times“ mit Kampagne für Cannabis-Legalisierung

Die US-Bundesstaaten Colorado und Washington haben Cannabis bereits legalisiert. Die “New York Times” fordert nun eine allgemeine Cannabis-Legalisierung.

Die US-Bundesstaaten Colorado und Washington haben Cannabis bereits legalisiert. Die „New York Times“ fordert nun eine allgemeine Cannabis-Legalisierung.

Seit diesem Jahr können Konsumenten, die älter als 21 Jahre sind, in den US-Bundesstaaten Colorado und Washington legal Cannabis erwerben. Allein in Colorado spülten die Cannabis-Steuern im ersten Halbjahr nach der Legalisierung rund zwölf Millionen US-Dollar in die Staatskassen. Die einflussreiche Tageszeitung „New York Times“ fordert nun eine ganzheitliche Legalisierung von Cannabis.

36 der 50 US-Bundesstaaten wollen Drogengesetze liberalisieren

Die Zeitung argumentiert mit der nicht mehr zeitgemäßen Gesetzeslage in den USA. Das 1970 unter Präsident Nixon beschlossene Bundes-Drogengesetz gilt noch immer. Damals als Teufelsdroge abgestempelt, fordern heute viele Menschen die Legalisierung von Marihuana. Laut Meinungsforschern sind nur noch 42 Prozent der Amerikaner der Ansicht, dass Marihuana verboten bleiben sollte. Seit mehreren Jahren entschärfen daher immer mehr US-Staaten ihre Landesgesetze, obwohl das im Widerspruch zum Bundesrecht steht. In Kalifornien darf zum Beispiel seit 1996 auf Rezept gekifft werden. In den Staaten Washington und Colorado ist seit dem 1. Januar 2014 nicht mal mehr ein Rezept nötig.

Die Landesgesetze überstimmen die Bundesgesetze. Und das, obwohl die Bundesgesetze für jeden Staat einzuhalten sind. Dies funktioniert nur, weil die Regierung in Washington signalisiert hat, nicht einzugreifen, solange Jugendliche keinen Zugang zum Cannabis haben. Auch ist der Export in andere Staaten weiterhin zu unterlassen. Wie die „New York Times“ nun in ihrer aktuellen Legalisierungskampagne titelt, haben sich bereits 36 der 50 US-Staaten dazu entschlossen, ihre Gesetze hinsichtlich der Drogen zu liberalisieren. Das heißt, dass der Besitz von Marihuana nach wie vor illegal ist, allerdings nicht mehr strafrechtlich verfolgt wird. Voraussetzung dafür ist, dass es sich um geringe Mengen handelt. Für medizinische Bedürfnisse gibt es sogar offizielle Erlaubnisse: 23 der 50 US-Bundesstaaten haben Cannabis inzwischen für medizinische Zwecke freigegeben.

Kampagne der „New York Times“ gingen Selbstversuche voraus

Die Hanfpflanze zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Vor allem findet Hanf zur Herstellung von Rauschmitteln Verwendung.

Die Hanfpflanze zählt zu den ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Vor allem findet Hanf zur Herstellung von Rauschmitteln Verwendung.

Die Cannabis-Legalisierung wird von US-Präsident Barack Obama unterstützt. Dieser sagte im Januar, dass er früher selbst gern kiffte, es inzwischen allerdings als eine schlechte Angewohnheit und eine Zeitverschwendung ansehe. Alkohol sei laut des Präsidenten allerdings noch schädlicher. Die Liberalisierung der Drogengesetze unterstützt Obama: „Wir sollten die Kids nicht für etwas einsperren, das einige der Typen, die die Gesetze schreiben, möglicherweise auch einmal getan haben.

Die Kampagne der „New York Times“ war von Selbstversuchen der Redakteure ausgegangen. Andrew Rosenthal: „Ich habe früher Marihuana geraucht“, beichtete der Kommentarchef am Sonntag im TV-Network ABC News. „Ich bin in den siebziger Jahren in Colorado aufs College gegangen. Den Rest können Sie sich denken.“ Die Kampagne der „New York Times“ begann mit einem Artikel, der das Thema mit dem Alkoholverbot der zwanziger Jahre vergleicht: „Beendet die Prohibition noch einmal“, titelt die sonst so bürgerliche Tageszeitung. Die Online-Version des Artikels gibt einem das Gefühl, selbst benebelt zu sein: Die Sterne in der abgebildeten US-Flagge verwandeln sich in Cannabis-Blätter.

In einer sechsteiligen Serie von Artikeln widmet sich die „New York Times“ den Vorzügen von Cannabis. Fakt ist: In Amerika weht ein neuer Wind, die restriktivste Drogenpolitik der westlichen Welt scheint zu wanken. Die Aufmerksamkeit der „New York Times“ macht die Legalisierung zu einem ernsten Thema. „Die Regierung sollte das Verbot von Marihuana aufheben“, fordert die renommierte Zeitung.

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