3. Juli 2014

Terrorgefahr erhöht: USA weiten Flughafenkontrollen aus

Die Schlangen an Flughäfen, welche Direktflüge in die USA anbieten, scheinen größer zu werden. Die Sicherheitsvorkehrungen werden aufgrund aktueller Terrorwarnungen verschärft.

Die USA wollen ihre Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen im Ausland aus Angst vor Terroranschlägen verschärfen. Dies gilt für Flughäfen, von denen Direktflüge in die Vereinigten Staaten angeboten werden.

Die USA weiten ihre Sicherheitsmaßnahmen an ausländischen Flughäfen aus. Schon „in den kommenden Tagen“ sollen Vorkehrungen an Flughäfen verschärft werden, die Direktflüge in die USA anbieten. Das sind weltweit circa 250, in Europa unter anderem Amsterdam, Frankfurt, London, Paris und Madrid. Ursächlich dafür seien neue Erkenntnisse amerikanischer Geheimdienste. Der exakte Grund, den US-Heimatschutzminister Jeh Johnson für die Ausweitung der Anti-Terror-Maßnahmen nannte, kann einem Angst und Bange machen. Laut Johnson arbeiten Extremisten aus Syrien und dem Jemen an neuen Sprengstoffen, die bei Flughafenkontrollen unentdeckt bleiben könnten. Vor allem Schuhe und elektronische Geräte sollen in den Fokus der Kontrollen geraten. Zudem sollen an den Flughäfen weitere Geräte zum Aufspüren von Sprengsätzen aufgestellt werden. Auch sollen einzelne Passagiere genauer unter die Lupe genommen werden.

Auch europäische Flughäfen betroffen

Zwar äußerte sich Johnson nicht zum Standort der betroffenen Flughäfen, laut eines Ministeriumsvertreters handelt es sich aber um Airports im Nahen Osten, in Afrika und innerhalb Europas. Bereits in Kürze sollen die verschärften Sicherheitsvorkehrungen an den ausländischen Flughäfen durchgesetzt werden. Es gehe um „sichtbare und unsichtbare Maßnahmen“, „unnötige Behinderungen“ für Flugreisende sollten dabei vermieden werden. Dennoch sollten Flugreisende ausreichend Zeit mitbringen.

Warum die US-Behörden seit Monaten an der Verschärfung der Kontrollen an Flughäfen feilen, scheint angesichts der kursierenden Gerüchte völlig nachvollziehbar. Schon in der Vergangenheit hatten sich Regierungsvertreter alarmiert über nicht metallene Bomben gezeigt, die operativ in Körper von Selbstmordattentätern implantiert werden könnten. Abtastkontrollen oder Metalldetektoren zielten in diesem Fall ins Leere. Eine mit den Informationen vertraute Quelle nannte die mögliche Bedrohung „andersartig“ und „viel bedrohlicher“ als bisherige Anschläge auf Flugzeuge. Eine extreme Untergruppe syrischer Terroristen plane mit jemenitischen Al-Kaida-Kämpfern neue, „kreative“ Bomben.

Auch, so Heimatschutzminister Jeh Johnson, habe man die Verbündeten über neue Erkenntnisse informiert und verhandele mit der Luftfahrtbranche. Großbritannien reagiert: Die britische Verkehrsbehörde DfT teilte bereits mit, dass bereits „einige unserer Regeln für die Luftfahrtsicherheit verschärft wurden“.

Angst vor Sprengstoff-Guru al-Asiri

Ibrahim Hassan al-Asiri ist ein mutmaßlicher saudi-arabischer Terrorist. Der im Jahre 1981 geborene al-Asiri gilt als Experte für Sprengstoff und Bombenbau. Foto: Wikipedia

Ibrahim Hassan al-Asiri ist ein mutmaßlicher saudi-arabischer Terrorist. Der im Jahre 1981 geborene al-Asiri gilt als Experte für Sprengstoff und Bombenbau. Foto: Wikipedia

Dass vor allem der jemenitische El-Kaida-Arm um den aus Saudi-Arabien stammenden Sprengstoff-Guru Ibrahim al-Asiri weiter Selbstmordanschläge auf Flugzeuge mit dem Ziel USA plant, ist in Geheimdienstkreisen hinlänglich bekannt. Der von Al-Asiri beauftragte Nigerianer Umar Abdulmutallab versuchte im Dezember 2009 an Bord einer Passagiermaschine während des Landeanflug auf Detroit eine Bombe in seiner Unterhose zu zünden. Mitreisende wurden auf Rauch aufmerksam, so dass der Anschlag missglückte und Abdulmutallab festgenommen werden konnte. Bereits ein Jahr später verschickte das Terrornetzwerk zwei als Druckerpatronen getarnte Sprengsätze per Post nach Chicago. Die mit Zeitzündern ausgestatteten Sprengsätze sollten nach Angaben von Sicherheitsbehörden an Bord von Frachtflugzeugen über Amerika explodieren. Saudi-Arabiens Geheimdienst deckte den Anschlagsplan rechtzeitig auf.

Vor allem aufgrund des Bürgerkrieges in Syrien sind die US-Geheimdienste inzwischen sehr sensibel. Mehrere hundert extrem militant gewordene Muslime aus Europa und Amerika beteiligen sich an diesem Krieg. „Viele dieser Kämpfer haben gültige Pässe oder Visa und könnten vergleichsweise problemlos ein Flugzeug nach Amerika besteigen, wenn ihnen der Befehl zum Einsatz gegeben wird“, sagten anonyme Geheimdienst-Mitarbeiter der „Washington Post“.

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