16. April 2015

100 Jahre Miami Beach: Vom Drogen- zum Touristenmekka

100 Jahre nach der Gründung von Miami Beach, das durch eine Idee eines Farmers aus New Jersey entstand, ist die Strandsiedlung zum Hotspot der Reichen und Schönen geworden.

100 Jahre nach der Gründung von Miami Beach, das durch eine Idee eines Farmers aus New Jersey entstand, ist die Strandsiedlung zum Hotspot der Reichen und Schönen geworden.

Wer sich heutzutage im US-Bundesstaat Florida befindet und Miami Beach besucht, der kann sich kaum vorstellen, dass es sich hierbei einst um eine mit Mangroven bewachsene Insel handelte. Inzwischen hat sich der rund elf Kilometer lange Hotspot nämlich zu einem weltweiten Reiseziel entwickelt. Vor rund 100 Jahren hatte John S. Collins, ein Farmer aus New Jersey, eine Idee: Aus der Insel vor Miami sollte eine Avocado-Plantage werden. Doch dann erkannte er das touristische Potenzial der vorgelagerten Insel und baute gemeinsam mit dem Millionär Carl G. Fisher eine Holzbrücke, die ab 1913 Miami mit Miami Beach verband. Die damals längste Holzbrücke der Welt sollte die Basis für reiche Zuzügler aus dem Norden der USA sein. Die beiden Geschäftsleute ließen Mangroven roden, Ufer befestigen, Sümpfe trockenlegen und Holzhäuser bauen.

Entwicklung der Stadt ein Auf und Ab

Vor knapp hundert Jahren, am 26. März 1915, wurde Miami Beach offiziell zur Stadt ernannt. Seitdem wächst die Siedlung immer mehr und ist inzwischen ein Treffpunkt der Reichen und Schönen. „Diejenigen, die Miami Beach aufbauten, haben in einem Punkt übereingestimmt„, sagt Bürgermeister Philip Levine, „es ging ihnen um den kühnen Entwurf, um den großen Traum.“ Auch wenn es inzwischen nicht mehr danach aussieht: Die Entwicklung der Stadt war ein ziemliches Auf und Ab. Doch zunächst ging es glamourös los: Schon im Jahr der Gründung wurde das erste Hotel eröffnet. Das „Brown’s Hotel“, ein Holzhaus im Western-Stil, existiert noch heute. Außerdem zählt die Stadt 153 weitere Herbergen mit insgesamt circa 17.000 Zimmern. Bis 1926 wuchs Miami Beach. Doch dann zerstörte ein heftiger Hurrikan fast alle Häuser der Insel.

Schon kurze Zeit später feierte Miami Beach seine Wiederauferstehung. In den 30er- und 40er-Jahren wuchs die Insel in Form des Art-déco-Viertels erneut. Mit circa 1.000 Gebäuden war es das zweitgrößte dieser Art; nur im neuseeländischen Napier gibt es mehr der Art-déco-Gebäude. „Dass diese prächtigen Fassaden nicht längst abgerissen wurden, ist ein kleines Wunder„, sagt Richard Towers von der Miami Design Preservation League. „Aber Gott sei Dank waren da Barbara Capitman und Leonard Horowitz, die 1976 die älteste Art-déco-Gesellschaft der Welt gründeten und die Bauten unter Denkmalschutz stellen ließen.“ Im Zweiten Weltkrieg wurde Miami Beach zur Militärzone. Circa 500.000 Soldaten wurden dort ausgebildet, der Tourismus verkümmerte. Nach Kriegsende ging es nur langsam bergauf.

Massentourismus verdrängte die Reichen

Der Ocean Drive entzückt durch seine Art-déco-Häuser.

Der Ocean Drive entzückt durch seine Art-déco-Häuser.

Anfang der 60er-Jahre kamen vor Fidel Castros Revolution flüchtende Kubaner hinzu. Dann folgten Rentner aus dem winterkalten Norden. Unter den Zuwanderern waren auch viele Juden. In den Siebzigern lebten über 70.000 hier, heute sind es noch etwa 15.000. Mit all den Zuwanderern verlor die Insel an Charme. Je schneller Miami Beach wuchs, desto schneller verlor die Stadt ihr Besonderes. Mitte der 60er-Jahre war Las Vegas die neue Verlockung der Reichen und Berühmten, Miami Beach war out. Urlaube in Kalifornien, Europa oder in der Karibik waren stilvoller. Immer mehr Gebäude in Miami Beach standen leer. Die Mordrate verdreifachte sich. Drogenhändler und Straßengangs drängten in den Ort, der von 1984 bis 1990 die Kulisse für „Miami Vice“ bot, eine der populärsten Räuber-und-Gendarm-Serien des US-Fernsehens. Sogar Gangsterboss Al Capone residierte einst in Miami Beach.

Doch seit den 90er-Jahren ist Miami Beach wieder eine angesagte Adresse. Die Art-déco-Häuser wurden wiederbelebt, der Strand gehört zu den attraktivsten der USA. Die Lebensqualität ist hoch, die Steuern sind niedrig. 2014 wurden gut zehn Millionen Besucher gezählt. Man lebt, man urlaubt, man feiert, und das rund ums Jahr. Zahlreiche Prominente haben dort ein Anwesen, zum Beispiel Schauspieler Will Smith sowie Basketballstar Shaquille O’Neal. Doch Miami Beach denkt auch an den Klimawandel. Seit 1994 ist der Meeresspiegel um 9,4 Zentimeter gestiegen. „Wir investieren 300 bis 400 Millionen von Dollar in Drainagen und Pumpen, damit das Wasser ins Meer zurückgepresst wird„, sagt Bürgermeister Levine.

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