9. Januar 2015

Boston soll Olympia 2024 in die USA holen

Nicht Los Angeles, San Francisco oder Washington, sondern Boston: Die USA bewerben sich mit dem kleinsten Kandidaten um die Olympischen Sommerspiele 2024.

Nicht Los Angeles, San Francisco oder Washington, sondern Boston: Die USA bewerben sich mit dem kleinsten Kandidaten um die Olympischen Sommerspiele 2024.

Während eines Treffens des nationalen Olympischen Komitees (USOC) in Denver fällte der Vorstand die Entscheidung: Die USA bewerben sich mit Boston um die Olympischen Sommerspiele 2024. Damit bekam die Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts den Vorzug vor Los Angeles, San Francisco und Washington. Die Entscheidung gilt als eine Überraschung. „Wir freuen uns darauf, eine Bewerbung für die Sommerspiele 2024 einzureichen und glauben, dass wir mit Boston einen unglaublich starken Partner haben“, sagte USOC-Präsident Larry Probst. Am Freitag sollen Details der Bewerbung veröffentlicht werden.

Bereit für die sechsten olympischen Sommerspiele

Boston ist die größte Stadt in Neuengland und Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts.

Boston ist die größte Stadt in Neuengland und Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts.

Schon seit Jahren sind die USA heiß darauf, die Olympischen Sommerspiele ausrichten zu dürfen. Diese Ehre wurde dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zuletzt 1996 zuteil, als Atlanta der Austragungsort war. Insgesamt wären die Olympischen Sommerspiele in Boston nach St. Louis (1904), Los Angeles (1932, 1984) und Atlanta (1996) die sechsten in den USA. New York City war mit seiner Bewerbung für London im Jahre 2012 und Chicago mit der für Rio de Janeiro im Jahre 2016 gescheitert. Mit der Bewerbung für 2024 beginnt für die Amerikaner das Zittern erneut: Erst 2017 verkündet das Internationale Olympische Komitee (IOC), welche Stadt den Zuschlag bekommt.

Bislang liegt nur die Bewerbung der italienischen Hauptstadt Rom vor. Auch Deutschland möchte sich bewerben. Eine Entscheidung zwischen Hamburg und Berlin soll im März fallen. Zudem werden Frankreich, Ungarn, Südafrika und Australien als mögliche Kandidaten gehandelt. Bis zum 15. September 2015 müssen alle Bewerbungen beim IOC eingereicht werden.

Unser Ziel ist, olympische und paralympische Spiele zu veranstalten, die innovativ und gastfreundlich für alle sind“, so Bostons Bürgermeister Martin Walsh. US-Präsident Barack Obama gedachte dem Terroranschlag auf den Boston-Marathon. „Diese Stadt hat uns alle gelehrt, was Stärke heißt“, wird der Präsident in einer Stellungnahme aus dem Weißen Haus zitiert. Bei dem Anschlag im Jahre 2013 waren durch Bomben drei Menschen getötet und über 260 verletzt worden. „Meine Frau und ich unterstützen tatkräftig die Bemühungen, die Sommerspiele 2024 in die USA zu holen. Wir hoffen, die Athleten der Welt 2024 in Boston begrüßen zu können“, sagte der Präsident weiter.

Bostons schlankes Budget soll überzeugen

Die Reaktionen der Tageszeitungen hätte dagegen kaum unterschiedlicher sein können: Der „Boston Globe“ schrieb „Wie so viele andere, war USOC entzückt von Boston“. Die „Los Angeles Times“ stellte die verblüffte Frage „Wie zum Teufel verliert L.A. gegen Boston?“ und warf dem USOC vor, einen „Goldkandidaten“ abgelehnt zu haben. Der „San Francisco Chronicle“ titelte: „San Franciscos Olyimpia-Traum zerschmettert“. IOC-Präsident Thomas Bach hingegen begrüßte die Bewerbung Bostons: „Sie wird eine starke Bewerbung sein. Die Menschen in Boston sind bekannt für ihren Enthusiasmus im Sport und die Stadt hat ein großes Erbe im Sport, in der Wissenschaft und in der Bildung“, lobte Bach. Doch mit seinen 600.000 Einwohnern ist Boston nicht mit bisherigen Gastgebern wie Peking, London oder Sydney zu vergleichen. Glänzen soll das mögliche Event allerdings mit einem schlanken Budget, welches IOC-Präsident Bach im Zuge seiner Agenda 2020 forderte.

Im Vergleich zu Peking 2008 (40 Milliarden Dollar) oder Sotschi 2014 (50 Milliarden Dollar) soll Boston 2024 „nur“ 4,5 Milliarden US-Dollar kosten. Außerdem sollen „die Boston-Spiele eine der innovativsten, nachhaltigsten und aufregendsten der Geschichte werden. Sie werden die nächste Generation hier und in der Welt inspirieren“, sagt John Fish, Präsident vom Organisationskomitee „Boston2024“. Die Organisatoren versprechen kurze Wege und streben den Spitznamen „Walking City“ an: Keine Sportstätte soll weiter als zehn Minuten zu Fuß von öffentlichen Transportmitteln entfernt sein. Kürzere Wege haben sich die USA wahrscheinlich auch bei ihren Olympia-Bewerbungen gewünscht. Seit 28 Jahren wartet das Land nun schon auf olympische Sommerspiele.

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