17. Juni 2015

Heute vor 130 Jahren: Freiheitsstatue kommt nach New York

Heute vor 130 Jahren erreichte die Freiheitsstatue New York City. Doch erst ein Jahr nach ihrer Ankunft wurde die 'Statue of Liberty' offiziell eingeweiht.

Heute vor 130 Jahren erreichte die Freiheitsstatue New York City. Doch erst ein Jahr nach ihrer Ankunft wurde die „Statue of Liberty“ offiziell eingeweiht.

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Ermordung von Abraham Lincoln gab den Startschuss für die Planung der wohl bedeutendsten Statue der Welt. Kurz nach dem Tod des 16. Präsident der Vereinigten Staaten traf sich eine Gruppe französischer Liberaler zum Essen. Zur Ehrung Lincolns soll ein monumentales Denkmal her. Ein Geschenk der Franzosen an die Neue Welt, ein Denkmal für die amerikanische Unabhängigkeit, so die Idee. Auch Frédéric-Auguste Bartholdi, ein französischer Bildhauer war zugegen und hat sofort ein Bild vor Augen. Es soll eine Statue nach dem Vorbild der Antike, allerdings keine zügellose Göttin mit entblößter Brust werden. Im Kopf von Bartholdi entsteht eine mit Kleidern bedeckte, anmutig wirkende, riesige Statue.

204 Tonnen Gesamtgewicht

Doch bis zur handfesten Planung dauert es fünf Jahre. Die mit Abstand größte Statue, die zu dem Zeitpunkt erreicht wurde, soll in Paris entstehen. Im Anschluss soll sie zerlegt und per Schiff über den Atlantik gebracht werden. Die Statue hat gigantische Ausmaße: Ihre Nase ist mehr als einen Meter lang, ihr rechter Arm bringt es auf 13 Meter Länge, insgesamt wiegt sie 204 Tonnen. Die tragende Konstruktion besteht aus Eisenträgern, die Außenhaut aus Kupferblechen. Das innere Skelett entwirft der französische Ingenieur Gustave Eiffel, der sich auch für den Eiffelturm verantwortlich zeigt.

Liberty Island ist eine kleine unbewohnte Insel in der Upper New York Bay im New Yorker Hafen.

Liberty Island ist eine kleine unbewohnte Insel in der Upper New York Bay im New Yorker Hafen.

Das riesige Bauwerk soll durch Spendengelder finanziert werden. Die Amerikaner sammeln für Fundament und Sockel, die Franzosen für die Statue an sich. „Jeder kennt die Freiheitsstatue, lange bevor sie nach New York kommt“, weist Edward Berenson, Professor für Geschichte an der New York University, auf den riesigen Hype um die „Statue of Liberty“ hin. Während Frankreich schnell an Gelder kommt, tun sich die Amerikaner schwer. Die Bevölkerung sieht nicht ein, Geld für eine Statue zu sammeln, in deren Spendenkomitee lauter reiche Leute sitzen. Als Bartholdi mit seiner Arbeit fertig ist, wird die Statue zerlegt und in 212 Kisten verpackt. Doch während das Dampfschiff Richtung New York City unterwegs ist, haben die Amerikaner die Finanzierung von Fundament und Sockel noch immer nicht stemmen können.

Jährlich drei Millionen Besucher

Als sie am 17. Juni 1885 den Hafen erreicht, will sich zunächst keiner so recht freuen. Erst zwei Tage später bereiten die Bürger New Yorks der Freiheitsstatue einen standesgemäßen Empfang mit Zehntausenden Schaulustigen. Allerdings bleibt die Statue nach der Ankunft monatelang in Kisten eingesperrt – denn schließlich steht die Finanzierung immer noch nicht. Erst als der Verleger Joseph Pulitzer das Zepter in die Hand nimmt und eine Kampagne startet, kommt das Geld für den Sockel zusammen. Über ein Jahr nach der Ankunft, am 28. Oktober 1886, wird die Freiheitsstatue offiziell eingeweiht. Diese ehrenvolle Aufgabe übernimmt der damalige Präsident der USA, Grover Cleveland, höchstpersönlich.

In der Rechten die goldene Fackel, in der Linken die Inschriftentafel mit dem Datum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung: So ragt die Freiheitsstatue 90 Meter in die Höhe und gehört fest zur New Yorker Skyline. Alljährlich nehmen drei Millionen Touristen und US-Bürger die Fähre auf die Insel Liberty Island – denn dort befindet sich die „Statue of Liberty“, das Geschenk der Franzosen.

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