Los Angeles tritt für Olympia 2024 an

Das Debakel rund um Boston ist offiziell beendet. Neuer Bewerber und aussichtsreicher Kandidat für die Olympischen Sommerspiele 2024 ist nun Los Angeles.

Das Debakel rund um Boston ist offiziell beendet. Neuer Bewerber und aussichtsreicher Kandidat für die Olympischen Sommerspiele 2024 ist nun Los Angeles.

Nachdem Boston im Juli als Olympia-Kandidat ausschied, vermuteten viele, dass Los Angeles nachziehen würde. Und so ist es auch gekommen. Die Stadt der Engel hat viele Erfahrungen mit Mega-Events. Arenen und Hallen sind vorbereitet, die Unterstützung aus der eigenen Bevölkerung ist riesig. Schließlich war Los Angeles schon 1932 und 1984 Ausrichter der Olympischen Sommerspiele.

Boston von immensen Kosten abgeschreckt

Viele Städte liebäugeln mit einer Olympia-Bewerbung 2024. Doch die größten Konkurrenten von Los Angeles werden wohl Hamburg, Rom, Paris und Budapest sein.
Viele Städte liebäugeln mit einer Olympia-Bewerbung 2024. Doch die größten Konkurrenten von Los Angeles werden wohl Hamburg, Rom, Paris und Budapest sein.

Noch immer herrscht eine immense Dürre im Westen der USA. Besonders davon betroffen: Kalifornien. Da trifft es sich doch gut, dass die Menschen vor Ort die Jahrhundertdürre zumindest für einen kurzen Moment vergessen können. Denn die größte Stadt des US-Bundesstaates kandidiert für die Olympischen Sommerspiele. „Los Angeles ist gemacht hierfür, die Stadt ist der Welt größte Bühne“, sagte Bürgermeister Eric Garcetti stolz. Er trat vor die Presse, nachdem der Stadtrat einstimmig (15:0) für die Olympia-Bewerbung votierte. Dies freute auch Scott Blackmun. Der Geschäftsführer des nationalen Olympischen Komitees, USOC, bedankte sich dafür, dass Los Angeles „einmal mehr als US-Bewerber einspringt.“ Circa neun Monate vorher stand Blackmun im Convention Center von Boston und freute sich auch damals darüber, die Olympia-Bewerbung Bostons zu verlauten. Doch Boston fehlte der Rückhalt aus der eigenen Bevölkerung. Grund dafür war die Angst vor den immensen Kosten.

Nun soll Los Angeles, wie schon 1932 und 1984, die Vereinigten Staaten von Amerika auf der Weltbühne des Sports präsentieren. Die Stadt in Kalifornien hat eine große Erfahrungen mit Events einer solchen Größenordnung. Fast alle Wettkampfstätten sind bereits vorhanden oder in Planung. Zwar müssen viele davon renoviert werden, doch verfügte zum Beispiel Boston über fast keine nutzbaren Austragungsorte. Insgesamt seien rund 85 Prozent der Sportstätten existent oder in Planung, wurde bei einer Pressekonferenz erklärt.

Attraktive Bewerberliste

Circa sechs Milliarden Dollar soll das Olympia-Budget betragen. Circa 1,7 Milliarden Dollar kommen von Privatinvestoren. Allein 925 Millionen Dollar fließen in das Dorf, in dem die Athleten während der Olympischen Spiele leben. Allerdings gehört das dafür eingeplante Gelände nicht der Stadt. Experten schlagen Alarm und machen darauf aufmerksam, dass das Budget so schnell zwei- oder dreimal so hoch ausfallen kann. Doch all das hemmt die Euphorie der Stadt keineswegs. Hier ist man fest entschlossen, die Olympischen Sommerspiele 2024 auszutragen. Und das, obwohl die Bewerberliste attraktiv ist: Hamburg, Rom, Paris und Budapest kämpfen mit Los Angeles um den begehrten Zuschlag.

Doch wer sich wirklich bewirbt, wird erst am 15. September klar sein. Bis dahin haben die Städte Zeit, ihr Votum zu treffen. Mögliche Bewerber sind Casablanca und Nairobi in Afrika, Toronto und Los Angeles in Amerika, Baku, Doha, Malaysia und Thailand in Asien sowie Budapest, Hamburg, Istanbul, Kiew, Paris, Rom und Sankt Petersburg in Europa. Erst in zwei Jahren wird im peruanischen Lima dann endgültig gewählt.

Eine USOC-Umfrage ergab, dass 81 Prozent der Bewohner von Los Angeles für die Austragung von Olympia sind. Klappt dieses Vorhaben, dann wäre Los Angeles nach London die zweite Stadt, die zum dritten Mal Olympische Sommerspiele ausrichtet. Bewerbungschef Casey Wasserman und Bürgermeister Eric Garcetti treffen sich in Kürze mit Thomas Bach, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). „Es ist wichtig, zu betonen, dass wir nicht das Gesicht unserer Stadt verändern, um uns den Olympischen Spielen anzupassen“, sagte Garcetti. „Wir übernehmen ein innovatives Konzept für Olympische Spiele, das bequem zu dem passt, was diese Stadt ohnehin macht.