13. August 2015

Millionen Plastikkugeln sollen gegen kalifornische Trockenheit helfen

Bereits seit Jahren leidet der US-Bundesstaat Kalifornien unter einer schweren Dürre. Nun sollen Millionen Plastikkugeln dabei helfen, die Trockenheit zu besiegen. Foto: globalnews.ca

Bereits seit Jahren leidet der US-Bundesstaat Kalifornien unter einer schweren Dürre. Nun sollen Millionen Plastikkugeln dabei helfen, die Trockenheit zu besiegen.

Die bereits seit Jahren anhaltende Dürre im Südwesten der USA führt zu Grundwasser-Verlust. Jerry Brown, der Gouverneur von Kalifornien, rationierte sogar das Trinkwasser. Wälder brennen, Äcker verdorren. Das Wasser wird immer knapper. In Los Angeles wurde nun zu unkonventionellen Maßnahmen gegriffen, um nicht noch mehr Wasser zu verlieren: Hier verwandelte man ein Trinkwasser-Reservoir in ein Bällebad. Circa 96 Millionen schwarze Plastikkugeln sollen gegen die Trockenheit helfen.

36 US-Cent pro Kugel

Am Anfang dieser Woche füllten Arbeiter die letzten der fast 100 Millionen Kugeln in ein Staubecken in Sylmar. Die Stadt liegt 40 Kilometer nördlich von Los Angeles. In dem mehr als 700.000 Quadratmeter großen Trinkwasser-Reservoir der Region sollen die Kugeln das Wasser vor Verunreinigungen, Pflanzen, Tieren, Chemikalien und vor allem der Sonne schützen. Daher werden sie auch Shade Balls, also Schattenkugeln genannt. Im Südwesten der USA verdunsten alljährlich 1,1 Milliarden Liter Wasser. Dafür verantwortlich sind vornehmlich die hohen Temperaturen sowie die starke Sonneneinstrahlung. Auch soll durch die Bälle eine mögliche chemische Reaktion verhindert werden. Das natürlicherweise in Wasser vorhandene Bromid würde sich in diesem Fall in Bromat verwandeln und kann infolgedessen gesundheitsschädlich sein. Pro Kugel musste die Stadt gar nicht mal so tief in die Tasche greifen. Nur 36 US-Cent kostet eine Plastikkugel. Die Verdunstung des Wassers sollen sie um bis zu 90 Prozent reduzieren.

Ein Tropfen auf den heißen Stein

So wie auch hier, am Stausee Shasta Lake, sinkt der Wasserspiegel in den Flüssen Kaliforniens kontinuierlich.

So wie auch hier, am Stausee Shasta Lake, sinkt der Wasserspiegel in den Flüssen Kaliforniens kontinuierlich.

Experten schätzen, dass durch die ungewöhnliche Maßnahme bis zu 250 Millionen Dollar eingespart werden können. Dabei ist die Grundidee nicht neu. Viele Flughäfen nutzen ähnliche Kugeln in Süßwasser- und Löschteichen, um die Tiere von Start- und Landebahnen fernzuhalten.

Um die Dürre Kaliforniens einzudämmen, erließ Gouverneur Brown im April sogar Auflagen, die den Wasserverbrauch drosseln sollen. Und tatsächlich wurden im Mai bereits circa 30 Prozent eingespart. Doch all dies scheint nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein. Der vergangene Winter hat die Wasserreservoirs für den Sommer nicht auffüllen können. Die Schneemengen in dem Hochgebirge Sierra Nevada waren die niedrigsten seit Beginn der Messungen im Jahr 1950. Die Durchschnittstemperatur des Vorjahres lag 2,5 Grad Celcius über der des gesamten 20. Jahrhunderts.

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