14. Juli 2015

New York plant ersten unterirdischen Park der Welt

New York ist die Stadt der Superlative. Das wissen wir nicht erst seit heute. In der Metropole soll der weltweit erste unterirdische Park entstehen.

New York ist die Stadt der Superlative. Das wissen wir nicht erst seit heute. In der Metropole soll der weltweit erste unterirdische Park entstehen.

Eine der vielen verlassenen alten Haltestellen in New Yorks Verkehrssystem soll in den weltweit ersten unterirdischen Park verwandelt werden. In der ausrangierten Straßenbahnendstation im Stadtteil Lower East Side möchte Dan Barasch das Projekt mit dem Namen „Lowline“ zum Leben erwecken. Seitdem 1948 die Straßenbahnen in New York City abgeschafft wurden, liegt die circa 5.000 Quadratmeter große, verlorene Ruine brach. Der Name „Lowline“ ist an die Touristenattraktion „High Line“ angelehnt, deren dritter Abschnitt im vergangenen Jahr eröffnet wurde. Die „Lowline“ soll nun das Gegenstück zur früheren Hochbahntrasse an der Westseite von New York werden.

         

„Lowline“ soll 2018 eröffnet werden

Es wird der erste unterirdische Park der Welt“, so Barasch. Das Besondere: Der Park soll trotz der Tatsache, dass er sich abseits des Tageslichtes befindet, mit Bäumen und Grünflächen versehen werden. Wenn alles glatt läuft, dann wird das Projekt bereits 2018 eröffnet. Das größte Hindernis sieht Dan Barasch nicht in der technischen Realisierung des Plans, sondern eher in der Finanzierung. Der 37-jährige ehemalige Marketingmanager bei Google hat die Idee mit James Ramsey entwickelt. Der ein Jahr jüngere Ramsey ist Architekt und Designer, der früher für die Raumfahrtbehörde Nasa arbeitete. Ramsey lieferte das Konzept der Solartechnologie, welche die „Lowline“ ausstatten soll. An der Oberfläche werden Kollektoren dafür sorgen, das Sonnenlicht einzufangen und per Glasfaserkabel in den Untergrund zu transportieren. Dort soll es von Distributoren an der Decke weitergeleitet werden, so dass die Photosynthese ermöglicht wird. Gefährliche UV-Strahlung wird dagegen blockiert. An dunklen Tagen oder in der Nacht benötigt die „Lowline“ zusätzliches Licht.

         

Die Gegend, die aufgrund der zugezogenen deutschen Einwanderer im neunzehnten Jahrhundert „Little Germany“ genannt wird, freut sich auf das Projekt. Ganz in der Nähe der geplanten „Lowline“ wird ab dem kommenden Jahr ein riesiger Komplex enstehen, der Apartments, Büros, Geschäfte, ein Andy-Warhol-Museum und eine Stadtfarm auf dem Dach beherbergen soll.

Um ihren Plan umzusetzen, brauchen Barasch und Ramsey das Okay der städtischen Verkehrsbehörde MTA. Diese könne sich auch Geschäfte oder einen Nachtclub in der verlassenen Straßenbahnendstation vorstellen. Vor mehr als zwei Jahren versuchten die beiden Initiatoren ihr Glück mit der Finanzierungsplattform Kickstarter. Mehr als 150.000 Dollar von 3.300 Spendern sammelten Barasch und Ramsey. Mit dem damals gespendeten Geld konnten sie eine Miniaturversion ihres Plans erstellen, die den Bürgern der Stadt präsentiert wurde. Tausende Besucher nahmen diese Möglichkeit wahr. Darunter auch die New Yorker Schauspielerin Lena Dunham, die für das Vorhaben wirbt.

Kann die Testphase die Stadtverwaltung überzeugen?

So sehen die aktuellen Planungen der Ideengeber Dan Barasch und James Ramsey aus.

So sehen die aktuellen Planungen der Ideengeber Dan Barasch und James Ramsey aus.

Die Kosten des Gesamtprojektes schätzt Barasch auf circa 55 Millionen Dollar, die er sich von der öffentlichen Hand oder von privaten Geldgebern erhofft. Ähnlich war es auch bei der „High Line“. Noch in diesem Jahr soll die erste Finanzierungskampagne der „Lowline“ 25 Millionen Dollar einbringen. Auch hofft Barasch, Bürgermeister Bill de Blasio in Zukunft von seinem Vorhaben zu überzeugen. Die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung des Projektes schätzt Barasch derzeit auf „mehr als 50 Prozent“.

Auf der Finanzierungsplattform Kickstarter haben Barasch und Ramsey kürzlich weitere 223.000 US-Dollar einsammeln können. Mit dieser zweiten Crowdfunding-Kampagne konnten sich die Ideengeber der „Lowline“ ein Forschungslabor einrichten, in dem die Solartechnologie des Projektes ausgiebig getestet werden kann. Auch sollen unterschiedliche Designs kreiert werden. Die Testphase ist für den Zeitraum von September 2015 bis Februar 2016 geplant, in der das Labor an den Wochenenden für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird – kostenlos. Ob der Park letztendlich gebaut wird, hängt davon ab, ob die Stadtverwaltung von den Testergebnissen überzeugt ist.

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