29. Juni 2015

USA legalisieren Homo-Ehe in allen Bundesstaaten

Ein Paukenschlag in den USA: Der Supreme Court hat nicht nur die Home-Ehe in allen US-Bundesstaaten legalisiert, sondern auch ausdrücklich verboten, homosexuellen Partnern das Recht auf Eheschließung zu verbieten.

Ein Paukenschlag in den USA: Der Supreme Court hat nicht nur die Home-Ehe in allen US-Bundesstaaten legalisiert, sondern auch ausdrücklich verboten, homosexuellen Partnern das Recht auf Eheschließung zu verbieten.

Das höchste US-amerikanische Gericht, der Supreme Court, hat gleichgeschlechtliche Eheschließungen in allen 50 Bundesstaaten für zulässig erklärt. Auch hat der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten den Verbot der Home-Ehe ausdrücklich untersagt. Bis dato war das Eherecht den einzelnen Bundesstaaten vorbehalten. Es war Interpretationssache, was unter einer Ehe zu verstehen ist. Bereits 2013 hatte das Gericht die Ungleichbehandlung von verheirateten Homo-Ehepaaren beendet. Hier müssten die gleichen staatlichen Vorteile gewährt werden wie in traditionellen Ehen, so der Supreme Court damals.

Thema seit Jahren in aller Munde

Schon seit Jahren kommt das Thema in den USA immer wieder auf. Ende April, beim Auftakt der Verhandlungen, hatten sich die zuständigen Richter uneins gezeigt. Was die Bevölkerung betrifft, sind mittlerweile circa 60 Prozent der Amerikaner für eine Homo-Ehe. Eine Zahl, die mal deutlich niedriger war.

„Die heutige Entscheidung bestätigt, was Millionen quer durchs Land bereits tief in ihren Herzen wissen. Unsere Liebe ist gleich“, sagte Hauptkläger Jim Obergefell. Um als Witwer seines im Alter von 21 Jahren gestorbenen Partners anerkannt zu werden, hatte sich Obergefell durch die Instanzen gekämpft. US-Präsident Barack Obama gratulierte ihm telefonisch zu seinem Erfolg und bezeichnete das Urteil als Sieg für die USA. Bei seiner Wahl im Jahre 2008 sprach sich der Präsident noch gegen die Homo-Ehe aus, änderte seine Meinung allerdings vor seiner Wiederwahl im Jahr 2012. „Diese Entscheidung bestätigt, was Millionen von Amerikanern bereits in ihren Herzen glauben: Wenn alle Amerikaner gleich behandelt werden, sind wir alle freier“, so der US-Präsident.

390.000 verheiratete gleichgeschlechtliche Paare

Wie das Williams Institute an der University of California bekanntgab, gibt es in den USA bisher 390.000 verheiratete gleichgeschlechtliche Paare.

Wie das Williams Institute an der University of California bekanntgab, gibt es in den USA bisher 390.000 verheiratete gleichgeschlechtliche Paare.

Doch die Entscheidung für die Homo-Ehe konnte knapper nicht sein: Nur fünf der neun Richter stimmten für die Ehe gleichgeschlechtlicher Partner, vier dagegen. Anthony Kennedy, seines Zeichens konservativer Richter, schloss sich den vier linksliberalen Richtern an und sorgte für die Mehrheit. In der offiziellen Mehrheitsmeinung schrieben die neun Richter, dass der im 14. Zusatzartikel der US-Verfassung festgeschriebene Gleichbehandlungsgrundsatz alle Bundesstaaten zur Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen verpflichtet.

Besonders imposant ist dabei die Tatsache, dass die öffentliche Meinung den Antrieb für die Entscheidung zugunsten der Homo-Ehe gab. Doch bis die oberste Instanz grünes Licht für die Ehe gleichgeschlechtlicher Partner gab, ging es lange Zeit hin und her. Volksbefragungen erteilten LGBT-Rechte und nahmen sie wieder, Parlamente stimmten mal dafür, mal dagegen, Gerichte urteilten mal in die eine und mal in die andere Richtung. Doch nun, obwohl lang vergessen, zeigt sich die Demokratie Amerikas in ihrer ganzen Pracht. Die Entscheidung wird allerdings nicht sofort umgesetzt, weil es für die Gegenseite drei Wochen lang die Möglichkeit der Revision gibt. Allerdings können die Standesbeamten der USA bereits auf eigene Faust homosexuelle Paare trauen. Laut des Williams Institute an der University of California gibt es in den USA bisher 390.000 verheiratete gleichgeschlechtliche Paare.

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