11. Februar 2015

USA lockern Reisebeschränkungen für Kuba

Um nach Kuba zu reisen, benötigen US-Bürger ab sofort keine spezielle Genehmigung mehr. Nun reichen ein Flugticket, eine Kreditkarte und die Angabe eines Grundes.

Um nach Kuba zu reisen, benötigen US-Bürger ab sofort keine spezielle Genehmigung mehr. Nun reichen ein Flugticket, eine Kreditkarte und die Angabe eines Grundes.

In den rund 50 Jahren, in denen Revolutionsführer Fidel Castro zentrale politischen Ämter auf Kuba besetzte, waren die USA sein ärgster Feind. Nach der gescheiterten Schweinebucht-Invasion im Jahre 1961 stellten die USA stets einen gefürchteten Konkurrenten dar. Ein Nachbarland, in dem der Kapitalismus herrscht. Und die Bürger genau dieses Nachbarlandes benötigen ab sofort keine spezielle Genehmigung mehr, um nach Kuba zu reisen. Allerdings müssen sie einen Grund angeben, warum sie auf die Insel reisen wollen.

Erlaubt sind Reisen aus familiären, religiösen, beruflichen und humanitären Anlässen. Auch der Austausch zwischen Sportlern, Künstlern und Wissenschaftlern wird genehmigt, ebenso wie Reisen von Journalisten. Erstmals seit einem halben Jahrhundert dürfen nun auch Rum und Tabakwaren im Wert von bis zu 85 Euro mit in die USA gebracht werden.

Kluft zwischen arm und reich wird größer

Neben den US-Bürgern sind auch Banken und Kreditkartenunternehmen des Landes glücklich. Künftig dürfen diese mit Kuba Geschäfte machen. Finanzminister Jacob Lew erklärte, damit solle „die politische und wirtschaftliche Freiheit des kubanischen Volkes“ gefördert werden.

Doch für die Kubaner bedeuten die Neuregelungen vor allem einen Touristenandrang. Experten rechnen damit, dass Touristen aus den USA in Kürze die Preise auf Kuba in die Höhe treiben werden. Positive Seiten haben die Gesetzesänderungen sicherlich auch: Die Karibikinsel wird technologischer: Computer, Software, Fernseher, Speichermedien und auch Handys dürfen und sollen ab sofort exportiert werden. Damit soll „die Fähigkeit der Kubaner innerhalb Kubas, mit den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt zu kommunizieren, verbessert werden“, erklärt das amerikanische Finanzministerium.

Kaum jemand hat von zu Hause aus Zugang zum stark zensurierten und kontrollierten Internet. Laut einer Statistik der amerikanischen Nichtregierungsorganisation Freedom House haben lediglich fünf Prozent der Kubaner an ihrem Arbeitsplatz einen Internetzugang.

Bereits jetzt existiert auf Kuba eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Experten befürchten, dass die Kluft zwischen arm und reich durch die neuen Regelungen noch enormer wird. „Wir werden unsere Ideale nicht verraten„, verspricht Kubas Staatspräsident Raúl Castro dennoch. Viele Kubaner erhoffen sich durch die Annäherung der USA an ihr Land einen wirtschaftlichen Aufschwung. Während die Bürger noch bangen, kann sich die Tabakindustrie freuen: Da das Importverbot von kubanischen Zigarren in die USA ebenfalls aufgehoben worden ist, wird die Tabakindustrie definitiv ein Gewinner der Gesetzesänderungen.

Urlaub bleibt verboten

Havanna ist die Hauptstadt Kubas und mit rund 2,1 Millionen Einwohnern die größte Metropole der Karibik.

Havanna ist die Hauptstadt Kubas und mit rund 2,1 Millionen Einwohnern die größte Metropole der Karibik.

Ab sofort dürfen Reisebüros und Luftfahrtgesellschaften ohne bürokratischen Aufwand Direktflüge nach Kuba anbieten. Bis dato war eine Sondergenehmigung notwendig. Die Airlines stehen bereits in den Startlöchern: United Airlines kündigte an, direkte Flüge von Houston und Newark (New Jersey) nach Kuba anbieten zu wollen. Vor allem in der Exil-Kubaner-Hochburg Miami reiben sich Fluggesellschaften die Hände. Nur eine knappe halbe Flugstunde liegt zwischen der Millionenstadt und Havanna, die im Übrigen auch zu dieser Kategorie zu zählen ist. Die Hauptstadt Kubas hat über 2,1 Millionen Einwohner und kann für das Land eine Perle von unschätzbarem Wert werden. Havanna verfügt mit seinen historischen Bauten und dem fast schon südamerikanisch anmutenden Flair über einen hohen touristischen Wert.

Der Urlaub auf Kuba bleibt für US-Bürger nach wie vor verboten. Doch rückt er näher, so kündigte US-Präsident Obama bereits vor langer Zeit an, das bestehende Embargo immer weiter zu reduzieren. Viele US-Amerikaner umgehen das Verbot auch jetzt schon, indem sie sich einen anderen „Grund“ genehmigen lassen: Besucht man die Familie, darf man sich beim „Urlauben“ nur nicht erwischen lassen. Der amerikanische Traum, mit einem Glas Rum in der linken und einer Havanna-Zigarre in der rechten Hand am Strand von Varadero zu liegen, wird sich also zunächst nicht erfüllen lassen.

USATipps auf Facebook

Hotels für Ihre USA-Reise

Booking.com

Mietwagen für Ihre USA-Reise

Tipps für Ihre USA-Reise