„Amazon Go“: Supermarkt ohne Kassen

Partner von Marco Polo

In Seattle testet Amazon seine neueste Innovation: Anstatt online zu bestellen, geht der Kunde in den Laden „Amazon Go“. Dort gekaufte Waren werden automatisch über das Amazon-Konto abgerechnet. Foto: YouTube, Amazon

Ein Supermarkt ohne Kassen? Das war eigentlich nur eine Frage der Zeit. In Seattle testet der Versandhändler Amazon genau dieses Modell. Anstatt online zu bestellen, geht der Kunde dort nämlich selbst in einen Laden namens „Amazon Go“. Die erworbene Ware wird online über sein Amazon-Konto abgerechnet. In dem Testladen in Seattle soll niemand mehr Schlange stehen, so das Versprechen von Amazon. Wo sollten diese Schlangen auch entstehen? Kassen gibt es nämlich nicht! Nachdem Sensoren registrieren, welcher Kunde welches Produkt aus dem Regal entnimmt, wird die Summe automatisch über das Amazon-Konto eingezogen. Ganz ohne Wartezeit.

Amazon versucht im Einzelhandel Fuß zu fassen

Um den Dienst zu nutzen, müssen Kunden am Eingang des Ladens lediglich ihr Smartphone scannen. Sobald der Kunde das Geschäft verlässt, wird der Betrag über sein Amazon-Konto eingezogen. Allerdings können in diesen Genuss derzeit nur Amazon-Mitarbeiter kommen. Der Testladen in Seattle soll erst Anfang 2017 für die breite Kundschaft öffnen und bietet Fertiggerichte und Lebensmittel an. Mit „Amazon Fresh“ betreibt das Unternehmen in den USA sowie in London bereits einen Lieferservice, der frische Lebensmittel bringt. Für 15 Dollar pro Monat kann der Kunde diese Option dazubuchen. Aber nur dann, wenn er auch den jährlich 99 Dollar kostenden Prime-Service nutzt. Dank „Amazon Restaurants“ können sich die Kunden in den USA bereits in vielen Städten aus Restaurants heraus beliefern lassen.

Mit dem neuen Konzept „Amazon Go“ greift das Unternehmen nun vor allem Supermärkte an. Wie der Versandhändler in der Testphase mit „Amazon Fresh“ feststellen musste, eignen sich nicht alle Waren für den Online-Handel. Da kommt der neue Amazon-Laden gerade recht.

Auch die Idee, Waren aus dem Online-Handel auszulagern, ist nicht neu. Seit einiger Zeit betreibt Amazon unter dem Namen „Amazon Books“ eigene Buchläden und versucht im klassischen Einzelhandel Fuß zu fassen. Dabei bringt der 1994 gegründete Versandhändler gleich eine Innovation mit: Die Abschaffung der Kassenbereiche, die vielen Händlern ohnehin ein Dorn im Auge sind. Sie sorgen für lange Wartezeiten und sind zudem sehr kostenintensiv.