14. September 2016

Billig-Airlines: Für 129 Euro von Berlin nach New York

Die Kurzstrecken gehören ihnen, die Mittelstrecken so gut wie. Nun greifen die Billig-Airlines auch den Langstreckenmarkt an und bieten atemberaubende Angebote. So geht es zum Beispiel für 129 Euro von Berlin nach New York.

Die Kurzstrecken gehören ihnen, die Mittelstrecken so gut wie. Nun greifen die Billig-Airlines auch den Langstreckenmarkt an und bieten atemberaubende Angebote. So geht es zum Beispiel für 129 Euro von Berlin nach New York.

Mit Ryanair von Hamburg nach Mailand? Oder von Berlin nach Barcelona mit easyJet? Vielleicht von Düsseldorf nach Paris mit Eurowings? Mittlerweile ist all das möglich. Der Markt ist überflutet, die Preise sinken. Auch klassische europäische Airlines wie zum Beispiel die Lufthansa interessieren sich für das Modell der Billig-Airline. Prompt entwickelte der deutsche Luftfahrtkonzern im Jahre 1996 die Marke Germanwings, aus der aktuell die Marke Eurowings hervorgeht. Warum? Ganz einfach. Die Zeiten, in denen die Trauben auf dem deutschen Flugmarkt geerntet wurden, sind lange vorbei. Jetzt konzentriert sich die Lufthansa auf den Mittel- und Langstreckenmarkt.

Air France-KLM möchte dem Lufthansa-Beispiel folgen

Da gibt es noch andere prominente Beispiele auf dem internationalen Markt, welche zeigen, dass die Branche in Bewegung ist. Die erste französische Langstrecken-Billigfluggesellschaft French Blue fliegt für rund 300 Euro von Paris aus in die Karibik. Auch Norwegian Air Shuttle, eine norwegische Billigfluggesellschaft, weitet ihre Transatlantik-Verbindungen peu à peu aus. Darüber hinaus planen zwei asiatische Billigfluggesellschaften einige Verbindungen nach Europa. Immer mehr Low-Cost-Airlines bieten Verbindungen zu Fernzielen an. Eine Entwicklung, die kaum aufzuhalten ist. Auch Air France-KLM möchte jetzt dem Lufthansa-Beispiel folgen und eine Billigfluggesellschaft für Langstrecken etablieren. Spätestens im November möchte der neue Konzernchef Jean-Marc Janaillac die künftige Strategie der französisch-niederländischen Airline bekanntgeben.

Norwegian Air Shuttle fliegt für 159 Euro pro Strecke von Paris nach New York City und für 179 Euro nach Miami. Darüber hinaus möchte die norwegische Airline ab Sommer 2017 von London, Oslo, Kopenhagen, Stockholm und Barcelona aus Direktverbindungen in die USA anbieten. Die erste französische Billigfluggesellschaft French Blue fliegt für 149 Euro von Paris nach Punta Cana, Eurowings für 159,99 Euro von Deutschland nach Miami. Die isländische Billigfluggesellschaft Wow Air bietet einen Flug von Berlin aus nach New York City – für nur 129 Euro. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen Direktflug. Wer sich für den günstigen Preis entscheidet, der muss einen Zwischenstopp in Reykjavik auf sich nehmen.

Dienstleistungen an Bord machen 15 Prozent des Umsatzes aus

Die französische Billigfluggesellschaft French Blue rechnet damit, dass die Verkäufe von Dienstleistungen an Bord rund 15 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Die französische Billigfluggesellschaft French Blue rechnet damit, dass die Verkäufe von Dienstleistungen an Bord rund 15 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Auf den ersten Blick erscheinen all diese Angebot unglaublich günstig. Doch wirklich günstig sind diese Preise eigentlich nur, wenn Sie wenig Ansprüche haben. Denn das aufgegebene Gepäck, Mahlzeiten, Versicherungen und zusätzlicher Service müssen meist extra gezahlt werden. In der Regel können Fluggäste für all diese Dienstleistungen mit zusätzlichen 50 Euro kalkulieren. Vergessen Sie nicht: Im Vergleich zu den zwei Stunden Flugzeit von Deutschland aus nach Spanien oder Italien sitzen Sie bei den Langstreckenflügen rund acht Stunden im Flieger. Da werden die Fluggäste sicherlich eher konsumieren. French Blue zum Beispiel plant mit rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes für den Verkauf von zusätzlichen Dienstleistungen an Bord.

Doch auch der starke Rückgang der Treibstoffpreise spielt den Billig-Airlines ebenso in die Karten wie die Entwicklung der neuen Flugzeuge Airbus A350 und Boeing 787. Experten gehen davon aus, dass die operativen Kosten mit den neuen spritsparenden Langstreckenjets um 40 Prozent reduziert werden können. Auch das Personal ist bei den Billigfluggesellschaften oftmals jünger und arbeitet länger. Zum Beispiel sind die Flugbegleiter und Piloten bei French Blue rund 10 Jahre jünger als bei Air France und müssen mit 800 Flugstunden pro Jahr rund 50 bis 100 Stunden mehr arbeiten.

Transitzeiten und kleine Flughäfen könnten problematisch werden

Ein Problem könnte für die Low-Cost-Carrier in puncto Transitzeiten entstehen. Denn ein wie auf kürzeren Strecken üblicher Weiterflug nach rund 30 Minuten ist bei Langstreckenflügen nicht erlaubt. Das erhöht die Standzeiten und damit auch die Kosten. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Billig-Airlines in der Regel von kleineren Flughäfen starten, um die Kosten zu minimieren. Auf diesen Flughäfen können die für Langstrecken benötigten größeren Flugzeuge allerdings kaum ausreichend gefüllt werden.

Und auch wenn viele Menschen die Sicherheit der Billig-Airlines infrage stellen: Bis auf den verheerenden Crash der Germanwings-Maschine im vergangenen Jahr gab es innerhalb der letzten 50 Jahren kein tödliches Unglück bei den Billigfluggesellschaften.

Ach, übrigens: Laut dem Buchungsportal Cheapair.com sind Flüge in und aus den USA circa 54 Tage vor dem Termin am preiswertesten.

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