Chicago plant schwimmenden Radweg

Chicago plant einen schwimmenden Radweg entlang des Chicago River. Der rund 10 Kilometer lange Radweg soll „RiverRide“ heißen und durch ein solarbetriebenes Heizsystem schnee- und eisfrei bleiben. Foto: Second Shore

Chicago plant einen schwimmenden Radweg entlang des Chicago River. Der rund 10 Kilometer lange Radweg soll „RiverRide“ heißen und durch ein solarbetriebenes Heizsystem schnee- und eisfrei bleiben. Foto: Second Shore

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Noch vor San Francisco, Portland und New York City | 2018 soll Pilotprojekt starten

Unter dem Namen „RiverRide“ soll in Chicago ein schwimmender Radweg entstehen. Der geplante 10 Kilometer lange Radweg soll auf dem Chicago River schwimmen und auch im Winter komplett geöffnet bleiben. Dies wird von einem solarbetriebenen Heizsystem gewährleistet, welches neben der Beleuchtung auch dafür sorgt, dass der „RiverRide“ eis- und schneefrei bleibt. Die Bürger der „fahrradfreundlichsten Stadt der USA“, wie das Fahrradmagazin „Bicycling“ vor wenigen Monaten feststellte, dürfen sich also auf eine neue Attraktion freuen.

Noch vor San Francisco, Portland und New York City

Im Ranking des Magazins „Bicycling“ landet Chicago damit noch vor San Francisco, Portland und New York City. Das liegt vor allem daran, dass Bürgermeister Rahm Emanuel in der Stadt rund 150 Kilometer Radweg bauen ließ. Darüber hinaus führte Emanuel das System „Divvy“ ein, dank diesem sich Fahrradfahrer eines von rund 3.000 blauen Rädern an 300 Stationen ausleihen können. Jetzt plant die Stadt den „RiverRide“ und setzt damit eine vor langer Zeit gehegte Idee in die Tat um. Denn da sich Fahrradfahrer und Autofahrer an vielen Stellen die Straße teilen müssen, kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Diese werden durch den isolierten Radweg „RiverRide“ sicherlich reduziert.

Schwimmende modulare Segmente, welche mit stahlverstärktem Beton verstärkt sind, werden entlang des Flusses aneinandergesteckt und im Flussbett verankert. Der überdachte Radweg entsteht zwischen dem Horner Park im Norden der Stadt und dem weiter südlich gelegenen Ping Tom Memorial Park.

2018 soll Pilotprojekt starten

Sollte das Wetter gut sein, kann die Überdachung des Radwegs übrigens automatisch eingefahren werden. In den Gesamtkosten von circa 84 Millionen US-Dollar (rund 80 Millionen Euro) sind Verbindungen und Rampen zu bereits existierenden Radwegen inbegriffen. Damit nach einem Sturz niemand im Wasser landet, sind stets seitliche Geländer angebracht. Zwar sind die einzelnen Segmente stabil verankert, können aber bei Bedarf schnell abgebaut und woanders installiert werden. Der Investor James Chuck plant die Finanzierung mit privaten und öffentlichen Geldern. Sollte Chuck die notwendigen Genehmigungen erhalten, möchte er sein Vorhaben im Jahre 2018 an einem Flussabschnitt testen.