14. Oktober 2016

Facebook plant Gratis-Internet in den USA

Wie die „Washington Post“ berichtet, plant Facebook die Einführung des Internetangebotes „Free Basics“ in den USA. Die Verhandlungen mit der US-Regierung laufen bereits.

Wie die „Washington Post“ berichtet, plant Facebook die Einführung des Internetangebotes „Free Basics“ in den USA. Die Verhandlungen mit der US-Regierung laufen bereits.

Laut eines Artikels der „Washington Post“ plant Facebook die Einführung seines Internetangebotes „Free Basics“ in den USA. Zwar bietet der Dienst kostenloses Internet an, beschneidet allerdings an vielen Stellen die Netzneutralität. Die Verhandlungen mit der US-Regierung und einigen US-Netzbetreibern laufen bereits. Das Angebot von Facebook war in Ägypten und Indien kläglich gescheitert. Bis dato richtete sich „Free Basics“ eher an Länder, die über eine schlechte Infrastruktur verfügen. Jetzt möchte Facebook das Angebot in den USA einführen. Das Ziel: US-Bürger mit niedrigem Einkommen sollen dennoch „Basics“ des Internets nutzen können.

Ursprünglich für Schwellenländer konzipiert

In Kooperation mit Mobilfunkbetreibern bietet die App den Smartphone-Nutzern ausgewählte Angebote wie Gesundheits- oder Wetterdienste – und natürlich Facebook. Das dabei verbrauchte Datenvolumen wird dem Nutzer nicht angerechnet. Laut eigener Aussage möchte Facebook damit die „nächste Milliarde“ Menschen schaffen, welche aus unterversorgten Gebieten dennoch ins Internet gelangen können. Das ursprünglich für Schwellenländer konzipierte Tool ist Teil des Partnerschaftsprojekts „Internet.org“, an dem verschiedene IT-Unternehmen beteiligt sind. Möchte ein Website-Betreiber sein Angebot auch über „Free Basics“ verfügbar machen, kann er die von Facebook eingerichtete Entwickler-Seite nutzen. Dabei geht es Facebook dem Vernehmen nach lediglich um „grundlegende Internet-Dienste“ wie Wikipedia, Nachrichten, Wetter-Informationen, Gesundheitstipps, Jobbörsen, WhatsApp und Co.

Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität?

Dem umstrittenen Dienst wurde in Indien ein Riegel vorgeschoben, weil die Regulierungsbehörde einen Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität sah. Demnach muss die Gleichbehandlung aller Dienste und Daten im Internet eingehalten werden. Auch Ägypten stoppte das Angebot nach nur zwei Monaten. Da Facebook mit „Free Basics“ aber lediglich einen beschnittenen Zugriff auf das Internet anbietet, gibt es viel Gegenwind von Experten. Auch die Tatsache, dass die Nutzung ausgewählter Dienste – wie zum Beispiel die der Facebook-App – nicht vom Volumen des Nutzers runtergerechnet werden, wird als Wettbewerbsverzerrung angesehen. Facebook argumentiert, dass „Free Basics“-Inhalte extrem datensparend arbeiten müssen und unter anderem werbefrei sind. Zukünftig möchte das Unternehmen jedem Entwickler die Möglichkeit eröffnen, sein eigenes Angebot bei „Free Basics“ einzustellen.

US-amerikanische Internet-Aktivisten haben die Federal Communications Commission (FCC) aufgefordert, die App „Free Basics“ auf ihre Netzneutralität zu überprüfen. Das Hauptargument: Solche Projekte seien lediglich den großen Unternehmen vorbehalten. Vertreter der FCC sind bereits mit Netzbetreibern wie Comcast, T-Mobile und Verizon in Kontakt, um über das schwierige Thema zu disktuieren.

USATipps auf Facebook

Hotels für Ihre USA-Reise

Booking.com

Mietwagen für Ihre USA-Reise

Tipps für Ihre USA-Reise