6. Januar 2016

Naturpark in Oregon von bewaffneten Ranchern besetzt

Seit einigen Tagen besetzen bewaffnete Rancher das Verwaltungsgebäude eines Naturparks in Oregon. Foto: By Cacophony (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

Foto: By Cacophony (Own work) [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Seit einigen Tagen besetzen bewaffnete Rancher das Verwaltungsgebäude eines Naturparks in Oregon. Anführer Ammon Bundy beschrieb die Aktion als Bemühen, „die Verfassung wiederherzustellen und zu verteidigen“.

Im „Malheur National Wildlife Refuge“ im US-Bundesstaat Oregon herrscht seit einigen Tagen Ausnahmezustand. Militante Rancher haben das Verwaltungsgebäude des im Jahre 1908 gegründeten Naturparks besetzt und haben zum Ziel, „die Verfassung wiederherzustellen und zu verteidigen“, wie Anführer Ammon Bundy mitteilte. Aus Protest gegen die US-Regierung wären die Anhänger bereit, dass Gebäude solange zu besetzen, „wie es nötig ist – Tage, Wochen, oder sogar noch länger“. Mitglieder einer Bürgerwehr und andere Aktivisten sind am Samstag in das Gebäude eingedrungen. Sie tragen Waffen bei sich. Der örtliche Sheriff rief die Bevölkerung auf, sich von dem Gebäude fernzuhalten.

Die Familie Bundy ist dem Staat bekannt

Weil zwei Rancher – Vater und Sohn – aufgrund einer Brandstiftung zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurden, lief das Fass über. Dass Dwight und Steven Hammond für das Legen eines Feuers auf einem Stück Land der Bundesregierung – sie wollten Spuren der Wilderei verwischen – hinter Gitter müssen, fanden 300 Menschen ungerechtfertigt und protestierten dagegen. Die wütende Masse sammelte sich in der Stadt Burns, von der aus sich dann einige zu dem Naturpark in rund 80 Kilometern Entfernung aufmachten. Zwar saßen Vater (drei Monate) und Sohn (ein Jahr) bereits im Gefängnis, doch ordnete ein Richter die Verlängerung der Haft um jeweils circa vier Jahre an. Der „Malheur National Wildlife Refuge“ ist vor allem für seine mehr als 320 Vogelarten bekannt.

Die Besetzer des Verwaltungsgebäudes des Naturparks rechtfertigten die Aktion damit, dass die Regierung Land und Ressourcen für sich in Anspruch nehme, die dem Volk gehörten. Es sei Zeit, sich gegen den Machtmissbrauch zu wehren. Die Bürgerwehr ist der Meinung, dass die Rancher lediglich dafür bestraft worden, ihr Land nicht an die Bundesregierung verkaufen zu wollen. Zwar ist die Gewalt bis dato nicht eskaliert, doch gehen Experten davon aus, dass die bewaffnete Bürgerwehr auch bereit wäre, ihre Waffen zu benutzen. Wie Ammon Bundy der Tageszeitung „The Oregonian“ mitteilte, besetzen bis zu 100 Menschen das Gebäude. Dwight und Steven Hammond, deren Haftstrafen als Auslöser gelten, stellten sich mittlerweile der Polizei.

Ammon Bundy ist der Sohn eines radikalen Ranchers aus Nevada. Schon 2014 geriet Cliven Bundy in die Schlagzeilen, als er sich gemeinsam mit anderen bewaffneten Viehzüchtern weigerte, seine auf Regierungsland grasenden Herden abzuziehen. Bereits seit 1993 liefert sich der Vater von 14 Kindern Auseinandersetzungen mit dem Staat um Weiderechte. Bundy weigert sich, die Weidelizenzen seiner Rinder zu bezahlen.

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