11. Juli 2016

Notstand: Giftige Algen verdrecken Floridas Strände

An vielen Stränden des US-Bundesstaates Florida sorgt eine giftige Algenplage für Aufsehen. Der Gouverneur rief den Notstand aus und schloss mehrere Strände.

An vielen Stränden des US-Bundesstaates Florida sorgt eine giftige Algenplage für Aufsehen. Der Gouverneur rief den Notstand aus und schloss mehrere Strände.

Eigentlich gehören die Strände Floridas zu den besten der Welt. Türkises Wasser und weißer Sand sorgen für strahlende Augen – vor allem bei Kindern. Doch zumindest mit dem Planschen im Wasser ist erst einmal Schluss: Eine Algenplage veranlasste den Gouverneur des US-Bundesstaates Florida dazu, einen Notstand auszurufen und einige Strände zu schließen.

Das Problem entsteht am Lake Okeechobee

Die eklig aussehende, rund 2,5 Zentimeter dicke Algenbrühe stinkt nicht nur bis zum Himmel, sondern ist außerdem auch giftig. Somit sah sich Gouverneur Rick Scott gezwungen, mehrere Strände im Südosten Floridas zu schließen. Für die Bezirke St. Lucie, Martin und Palm Beach, welche allesamt zur Treasure Coast (Schatzküste) gehören, gilt ein Notstand. Aber wo kommt die stinkende Brühe her? Der circa 60 Kilometer entfernte Lake Okeechobee ist durch agrarwirtschaftliche Abfallprodukte verschmutzt. Der größte Binnensee Floridas mit seinem 80 Jahre alten Deichsystem muss entlastet werden. Dazu wird regelmäßig Wasser abgelassen, welches nun für die Algenplage verantwortlich ist. Denn wenn zu viele Schadstoffe ins Wasser gelangen, dann verursacht die Mischung aus Salz- und Frischwasser an den Flussmündungen eine grünblaue Algenblüte. Auf den meisten Seen gibt es bereits Algenblüten, welche dann mitgeschwemmt werden und die Situation weiter verschärfen.

Mächtige Zuckerindustrie in Florida

Der Lake Okeechobee ist der größte Binnensee des US-Bundesstaates Florida.

Der Lake Okeechobee ist der größte Binnensee des US-Bundesstaates Florida.

Bereits seit dem Unabhängigkeitstag am 4. Juli besteht das Algenproblem in Florida. Vor allem in einer Region, die vom Tourismus lebt, sorgt die Plage für Angst und Schrecken. Denn wo sich sonst Tausende von Menschen bewegen, breitet sich derzeit eine Algenschicht aus. Doch nicht nur Menschen, sondern auch Tiere werden in Mitleidenschaft gezogen. Einige Biologen gehen davon aus, dass viele Tiere sterben könnten.

Die „New York Times“ schreibt in einem Artikel davon, dass hinter der Algenplage Probleme stecken, „die das moderne Florida definieren“. In dem Artikel ist von einem Konflikt zwischen agrarwirtschaftlichen Interessen, dem Versagen des Staates, Besiedlung und Umweltschutz die Rede. Es fängt schon damit an, dass das Wasser des Lake Okeechobee nicht Richtung Süden – also wie es naturgemäß fließen würde – abgelassen wird, sondern Richtung Westen und Osten. Warum? Ganz einfach: Südlich des Lake Okeechobee befindet sich ein Zuckeranbaugebiet, welches kürzlich eine neue Rekordernte verbuchen konnte. Ein Gebiet, welches ebenfalls geschützt werden soll. Denn die Zuckerindustrie in Florida ist mächtig. Sehr mächtig.

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