6. März 2016

„Oculus“: New York eröffnet teuersten Bahnhof der Welt

Unter dem „One World Trade Center” in New York ist der teuerste Bahnhof der Welt eröffnet worden. Der sieben Jahre verspätete Bau verschlang fast vier Milliarden Dollar. Foto: By JJBers (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Foto: By JJBers (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Unter dem „One World Trade Center” in New York ist der teuerste Bahnhof der Welt eröffnet worden. Der sieben Jahre verspätete Bau verschlang fast vier Milliarden Dollar.

Mehr als 3,85 Milliarden US-Dollar kostete das neue Schmuckstück unterhalb des „One World Trade Centers”. Das entspricht rund 3,5 Milliarden Euro. Der nun teuerste Bahnhof der Welt wurde mit sieben Jahren Verspätung eröffnet und löste heftige Diskussionen aus. Denn eigentlich sollte der „Oculus“-Bahnhof knapp zwei Milliarden US-Dollar weniger kosten. Der spanische Stararchitekt Santiago Calatrava sieht sein neues Projekt als „ein Geschenk für alle New Yorker“, sagte er. „Ich hoffe, sie werden es so begeistert annehmen, wie wir es tun, und die Botschaft der Liebe an sie verstehen“, so der Architekt, der sich auch für internationale Meisterwerke wie den Telefonturm in Barcelona, die Skulptur Wave in Dallas oder die Samuel-Beckett-Bridge in Dublin verantwortlich zeigt. In New York City sind die Pforten seines „Oculus“-Bahnhofes inzwischen eröffnet. Zumindest teilweise.

Weiße Flügel aus dem Ausland

Klar, das Design ist irre: Eine elliptische Halle, welche sich nach außen öffnet und dabei an riesige Flügel erinnert. Doch muss man wirklich fast vier Milliarden US-Dollar für einen Bahnhof ausgeben? Genau diese Frage erhitzte die Gemüter. Am vergangenen Donnerstag wurde ein Teil des Gebäudes eröffnet. Das geplante, gigantische Einkaufszentrum soll erst im August folgen. Mit rund 200.000 Pendlern pro Tag soll der „Oculus“-Bahnhof der drittgrößte Verkehrsknotenpunkt der Weltmetropole werden. Die 111 Meter lange und 49 Meter hohe Halle aus Glas und ihrem weißen Stahlgerippe sieht beachtlich aus. Kein Wunder, denn schließlich soll das neue Gebäude laut Calatrava „ein Werkzeug der Erneuerung“ vom Stadtbezirk Manhattan werden. Aufwändige Baumethoden und exklusive Ideen, wie zum Beispiel säulenfreie Innenräume, ließen die Kosten des Baus sprengen. Auch die weißen Stahlelemente konnten nur im Ausland hergestellt werden, was einen hohen Kostenpunkt darstellte. Die zwei weißen, gigantischen Flügel standen im Mittelpunkt des Konzepts. Doch was sagt Calatrava zu den immensen Kosten? „Das Schöne ist halt schwierig“.

Eine weiße Taube und ihre Unverhältnismäßigkeit

Das neue Projekt unterhalb des höchsten Gebäudes der USA – das „One World Trade Center” ist 541 Meter hoch – soll weitaus mehr als nur ein Bahnhof werden. Das kathedralenartige Gebäude im südlichen Manhattan soll im Frühling feierlich eröffnet werden. Spätestens dann verbindet der neue Bahnhof Einkaufszentrum, Fußgängertunnel, Bahnhof, Läden und Boutiquen. Noch 2008 bezeichnete der ehemalige Bürgermeister New Yorks, Michael Bloomberg, die Halle als „zu kompliziert, um gebaut zu werden“. Architekt Santiago Calatrava sah das schon damals komplett anders. Als er seinen Entwurf im Jahre 2004 vorstellte, sprach er von einer „Leuchte der Hoffnung“ und ließ eine weiße Taube fliegen.

Die teuerste U-Bahn-Station der Welt hat stolze 12 Jahre Bauzeit vorzuweisen. Eigentlich sollte das Projekt schon vor sieben Jahren eröffnet werden. Doch die Zeit benötigten die Verantwortlichen, um die geplanten Kosten von rund zwei Milliarden Dollar zu verdoppeln. Ganz schön teuer, wenn man überlegt, dass „Oculus“ der gerade mal 18.-größte U-Bahnhof der Stadt ist.

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