San Francisco möchte bis 2020 müllfrei werden

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Die im Jahre 2002 in San Francisco ins Leben gerufene Initiative namens „Zero Waste“ geht in die entscheidende Phase. Bis 2020 möchte die Hauptstadt der High-Tech-Region Silicon Valley müllfrei sein.

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In keiner anderen US-Stadt landet weniger Müll auf der Deponie | Recycling im gesamten Produktionsprozess

Genau wie Miami Beach versucht auch San Francisco den Müllbergen Herr zu werden. Die Stadt in Kalifornien hat bereits im Jahre 2002 die Initiative „Zero Waste“ ins Leben gerufen. Schon jetzt leben in der Hauptstadt der Region Silicon Valley über 860.000 Menschen. Mit den umliegenden Gemeinden liegt die Einwohnerzahl sogar bei über 4,6 Millionen – und es werden immer mehr. In den nächsten Jahrzehnten rechnen Experten weiterhin mit einem enormen Zuwachs der Einwohnerzahlen San Franciscos. Obwohl sich damit auch die Müllberge erhöhen, möchte die Stadt bis zum Jahre 2020 müllfrei sein.

In keiner anderen US-Stadt landet weniger Müll auf der Deponie

Müllfrei? Das klingt natürlich erstmal nach einem langersehnten Wunsch. Doch hat San Francisco ein aggressives Recyclingprogramm gestartet, welches spätestens im Jahre 2020 eine lückenlose Kreislaufwirtschaft garantieren soll. Anstatt die riesigen Müllberge auf Deponien zu lagern oder sie zu verbrennen, visiert die Stadt ein neues Ziel an: Recycling. Schon jetzt bringt das Unternehmen Recology einen großen Teil des Mülls in die Wiederverwertung. Dazu gehören neben Plastikflaschen auch Dosen und Papier. Doch wie läuft das Ganze ab? Alle organischen Materialien werden kompostiert und als Dünger verkauft. Schon nach fast 15 Jahren der Umsetzung der Initiative „Zero Waste“ hat San Francisco Einzigartiges geleistet: In keiner anderen Stadt in den USA landet weniger Müll auf der Deponie als in „Frisco“.

Auch hat die Stadt die Ausgabe kostenloser Plastiktüten verboten. Eine Idee, welche ebenfalls in New York City umgesetzt wird. San Francisco geht sogar noch einen Schritt weiter und hat den Verkauf von kleinen Plastikflaschen untersagt. Doch Recology-Sprecher Robert Reed ruht sich nicht auf Erfolgen aus. Reed möchte der letzte großen Müllplage an den Kragen: Wegwerfwindeln, welche sich nicht recyclen lassen. „Wir müssen zum Einsatz von wiederverwertbaren Windeln kommen“, sagt Reed. Vorbild der Aktion ist übrigens keine andere Metropole der USA. Vielmehr sei Deutschland der Vorreiter, wie die New York Times berichtet.

Recycling im gesamten Produktionsprozess

Wie Recology und die Stadtverwaltung herausfanden, könnte die Hälfte des Mülls, welchen die Menschen in die Restmüll-Tonne werfen, recycelt werden. Daher arbeite man nun weiter an der Aufklärung der Bürger, wie Reed verrät. Ist dieses Ziel erreicht, geht es auf die Zielgerade. Denn dann müssten nur noch rund 10 Prozent des Mülls tatsächlich auf die Kippe. Um die Ziele weiter zu forcieren, möchte Recology in bessere Anlagen investieren. Das Werk am Pier 96 wird bald für elf Millionen US-Dollar auf den neuesten technischen Stand gebracht. Darüber hinaus plant Kalifornien ein sogenanntes „Producer Responsibility System“, welches Hersteller dazu verpflichten soll, das Recycling in ihren gesamten Produktionsprozess einzubauen.