8. Oktober 2016

Trump-Video: Eine Vorentscheidung im US-Wahlkampf?

Einen Monat vor der Präsidentschaftswahl ist schon so manche Kandidatur an neuesten Enthüllungen, Skandalen oder Fehltritten gescheitert. Nun auch Trump?

Die Tage werden kürzer, der Herbst hält Einzug. Es ist Oktober und in den Wahlkampfzentralen der beiden großen Parteien beginnt das große Zittern. Denn einen Monat vor der Präsidentschaftswahl ist schon so manche Kandidatur an neuesten Enthüllungen, Skandalen oder Fehltritten gescheitert. blog1600penn.com hat für uns einen Blick auf den aktuellen Stand geworfen.

Am internationalen Tag des Lächelns dürfte nun Donald Trump das Lachen vergangen sein. Denn die Oktober-Überraschung des diesjährigen Wahlkampfes richtete sich an den republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Die Washington Post veröffentlichte ein Video aus dem Jahr 2005, bei dem Trump in einem – vertraulichen – Gespräch mit TV- und Radioshowgastgeber Billy Bush vulgär und sexistisch über Frauen sprach. Als Star könne man sich alles erlauben, so der Tenor des Gesprächs.

Führende Republikaner distanzierten sich daraufhin von ihrem eigenen Präsidentschaftskandidaten. Der Gouverneur von Utah, Gary Herbert, forderte Trump dazu auf, seine Kandidatur zurückzuziehen. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, sagte eine Veranstaltung mit Trump ab.

Eine nicht vorstellbare Schlammschlacht

Die neuesten Kontroversen um Trumps Kandidatur hätten für den Multi-Milliardär zu keinem denkbar ungünstigeren Zeitpunkt kommen können. Bis zum Urnengang in 30 Tagen wird Trump den neuesten Skandal um seine Person wohl nicht mehr loswerden. Zudem hat just am gleichen Tag WikiLeaks weitere Dokumente rund um Hillary Clinton veröffentlicht. Ohne die Enthüllung des Trump-Videos wäre das Thema der Stunde die Arbeitsweise und das Denken der demokratischen Präsidentschaftskandidatin gewesen. Freilich wird in US-Präsidentschaftswahlen die Vergangenheit der Kandidaten durchleuchtet wie nirgendwo sonst. Das Duell zwischen Clinton und Trump, der unbeliebtesten Kandidaten seit Beginn der Umfrageaufzeichnungen, betritt jedoch eine ganz neue Ebene.

Die neuesten Enthüllungen um Donald Trump – und Hillary Clinton – werden nicht die letzten brisanten Veröffentlichungen sein. Die Präsidentschaftswahl 2016 gewinnt, wer am 08. November 2016 am wenigsten beschmutzt wurde beziehungsweise sich beschmutzen ließ.

Neues Wahlkampfteam macht(e) Trump konkurrenzfähig

Unkonventionelle Verhaltensweisen und eine politisch inkorrekte Rhetorik konnten Trump im republikanischen Vorwahlkampf nichts anhaben. Im Gegenteil. Im Hauptwahlkampf gehen aber die Uhren anders. Trump verpasste lange Zeit den Imagewechsel vom Vor- in den Hauptwahlkampf. Erst mit dem Austausch der Wahlkampf-Führung im Team Trump sah sich die Kampagne des Immobilienmoguls auf einem guten Weg. Trumps Tonart änderte sich, sein Auftreten wirkte präsidentieller und sein Fokus lag – zunehmend – auf politischen Themen.

Der Strategiewechsel zahlte sich aus. Ende September war der Wahlausgang offener denn je. Trump und Clinton lagen in nationalen Umfragen gleichauf. Selbst in Swing States, in denen Clinton deutlich vorne lag, wurde Trump konkurrenzfähig.

Momentum abermals bei Clinton

Hillary Clinton, Frau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, ist die Favoritin auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur.

Hillary Clinton, Frau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, ist die Favoritin auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur.

Doch mit der ersten TV-Debatte schlug das Momentum wieder auf die Seite von Hillary Clinton. Zwar begann Trump stark, zeigte seine ganze Leidenschaft in den Bereichen der Handels- und Wirtschaftspolitik. Je länger jedoch die Debatte dauerte, desto stärker konnte Clinton ihren Vorteil als erfahrene Diskutantin ausspielen. Trump hingegen verlor zunehmend seine noch zu Beginn gezeigte Disziplin, seinen Fokus auf das Wesentliche und verhedderte sich im Detail. Clinton sollte als Punktsiegerin aus dem ersten Duell gehen. Hauptsächlich auf Grund der mangelnden Vorbereitung von Seiten Donald Trumps.

Vorbereitung auf ein Fernsehduell spielt eben doch eine wichtige Rolle, wie Trumps Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence wenige Tage später beim Duell mit Tim Kaine unter Beweis stellen konnte. Diszipliniert und gelassen wehrte Pence eine Vielzahl von Kaines Angriffen ab. Medienvertreter und repräsentative Umfragen waren sich einig, dass der Gouverneur von Indiana die TV-Debatte für Team Trump gewinnen konnte. Ein Befreiungsschlag für Donald Trump war dies jedoch nicht, haben Duelle der VP-Kandidaten traditionell wenig Einfluss auf Wahlentscheidungen.

Da hilft es zudem nicht, dass mit 37 Millionen Fernsehzuschauern die Einschaltquote auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 für solch ein Aufeinandertreffen lag. Von weitaus größerem Interesse wird die zweite Fernsehdebatte in der Nacht von Sonntag auf Montag zwischen Clinton und Trump sein. Nicht zuletzt auf Grund der Oktober-Überraschung, des neuesten Skandals um Donald Trump. Denn für Trump geht es in St. Louis um seine gesamte politische Karriere. Liefert er keinen überzeugenden Auftritt ab, ist die Wahl so gut wie entschieden.

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