USA wollen Niagarafälle trockenlegen

Schon bald könnte das laute Rauschen der berühmten Niagarafälle ein Ende nehmen. Denn die USA wollen den berühmten Wasserfall an der Grenze zu Kanada trockenlegen.

Schon bald könnte das laute Rauschen der berühmten Niagarafälle ein Ende nehmen. Denn die USA wollen den berühmten Wasserfall an der Grenze zu Kanada trockenlegen.

Inhaltsverzeichnis
Vor 10.000 Jahren durch Gletscher geformt | Kosten zwischen 21 und 42 Millionen US-Dollar | Tickets für Touren und Aktivitäten rund um die Niagarafälle

Ja, Sie haben richtig gelesen. Einem der größten Naturspektakel Nordamerikas wird vermutlich bald der Hahn abgedreht. Die USA wollen die berühmten Niagarafälle an der Grenze zu Kanada abstellen. Bereits 1969 wurde ein zu den Niagarafällen führender Fluss auf kanadischem Boden umgeleitet. Nun hat das Ministerium für Parks und Transport des US-Bundesstaates New York den Plan entwickelt, zwei 115 Jahre alte Steinbrücken zu reparieren. Die erste öffentliche Anhörung zur zweiten Wasserumleitung seit 1969 fand vor wenigen Tagen statt. Die drei gigantischen Felsklippen Horseshoe Falls, die American Falls und die Bridal Veil Falls sind ein Naturschauspiel der besonderen Art: 6.400 Kubikmeter Wasser donnern pro Sekunde über 60 Meter in die Tiefe. Doch damit soll bald Schluss sein.

Vor 10.000 Jahren durch Gletscher geformt

Die rund 22 Millionen Besucher pro Jahr, welche sich die Niagarafälle ansehen, müssen sich wohl bald schon eine andere Attraktion suchen. Viele von ihnen kommen aufgrund des atemberaubenden, nächtlichen Farbenspiels: Seit 1925 leuchten die Niagarafälle nachts rot, grün, orange und blau. Doch nicht nur Touristen besuchen die gigantischen Wasserfälle. 20 bis 40 Selbstmörder pro Jahr suchen in den Niagarafällen ihr Lebensende. Für fünf bis neun Monate, geht es nach den noch nicht abgesegneten Plänen, wird sich an den Wasserfällen auch die Selbstmordrate reduzieren: Denn in diesem Zeitraum soll das Wasser abgegraben werden. Wobei auch das kein Grund für weniger Tourismus ist. Die vor rund 10.000 Jahren durch Gletscher geformten Kliffs machen sicherlich auch ohne Wasser eine imposante Figur. Es gibt übrigens keine andere Möglichkeit, um die beiden Steinbrücken zur Goat Island und zur Luna Island vor der Erosion zu retten, sagen Ingenieure. Dafür ist die Strömung zwischen Ontariosee und Eriesee zu stark. Beide Brücken sind seit 2004 nur eingeschränkt nutzbar.

Kosten zwischen 21 und 42 Millionen US-Dollar

Vor allem bei Dunkelheit sind die Niagarafälle eine atemberaubende Attraktion.
Vor allem bei Dunkelheit sind die Niagarafälle eine atemberaubende Attraktion.

Die Kosten des im Oktober letzten Jahres entwickelten Plans werden auf 21,56 Millionen bis 41,94 Millionen US-Dollar geschätzt. Doch der laufende Etat des Ministeriums für Park und Transport nicht ausreicht, ist die Finanzierung noch nicht gesichert. Doch das Geld ist nicht das einzige Wagnis. Als das Flussbett 1969 schon mal verschoben wurde, vertrockneten in kurzer Zeit viele Bäume an den Ufern. Dabei könnte die Vegetation hilfreich sein, um die Landschaft vor Erdrutschen zu bewahren.

Der Name der Niagarafälle hat indianischen Ursprung und kommt entweder vom irokesischen Wort für „die Stelle, die das Land teilt“ oder vom Begriff der Mohawks für „Nacken“. Zu Höchstzeiten fließen hier rund 168.000 Kubikmeter Wasser pro Minute über die Kante, die auf amerikanische Seite 360 und auf kanadischer Seite etwa 790 Meter misst. Der höchste Wasserfall der Welt ist der Salto Angel in Venezuela (979 Meter), der breiteste mit circa 2,7 Kilometern der Iguazu zwischen Brasilien und Argentinien.

Tickets für Touren und Aktivitäten rund um die Niagarafälle

Tickets für Touren und Aktivitäten rund um die Niagarafälle finden Sie auf www.getyourguide.de.