8. März 2016

Verrückt. Verrückter. US-Wahlkampf 2016.

Spektakuläre TV-Duelle. Rhetorische Leckerbissen wie niveaulose Entgleisungen. Rekordwahlbeteiligungen. Knappe Wahlentscheidungen. Das Wahlspektakel zum Vorwahlkampf hält die Vereinigten Staaten in Atem.

Spektakuläre TV-Duelle. Rhetorische Leckerbissen wie niveaulose Entgleisungen. Rekordwahlbeteiligungen. Knappe Wahlentscheidungen. Das Wahlspektakel zum Vorwahlkampf hält die Vereinigten Staaten in Atem. Selten zuvor war ein Wahlkampf so polarisierend, skandalös und vor allem spannend. blog1600penn.com hat für uns einen Blick auf den Vorwahlkampf geworfen.

In der vergangenen Woche gewann ein ohnehin schon verrückter Vorwahlkampf nochmals an Intensivität. Begründet lag dies nicht zuletzt am Super Tuesday, an dem elf Bundesstaaten gleichzeitig ihre Vorwahlen abhielten. Einen Überblick über die wichtigsten Kandidaten der diesjährigen Präsidentschaftswahlen finden Sie hier.

Clintons Vorwahl läuft nach Plan

Hillary Clinton, Frau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, ist die Favoritin auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur.

Hillary Clinton, Frau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, ist die Favoritin auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur.

Bei den Demokraten läuft bislang alles nach Plan für Hillary Clinton. Ihre sogenannte „Firewall“ – Clintons Beliebtheit bei Minderheiten – hat dem Ansturm von Bernie Sanders (zumindest) in den Südstaaten standgehalten.

Der Lohn für die ehemalige Außenministerin: Neben dem großen Vorsprung bei Superdelegierten hat sie sich nun auch bei den gewählten Delegierten von Sanders abgesetzt.

Zudem hat Milliardär Michael Bloomberg eine Präsidentschaftsbewerbung als unabhängiger Kandidat ausgeschlossen. Clintons bisheriges starkes Abschneiden dürfte hierfür mitverantwortlich sein.

Auch wenn Bernie Sanders und Hillary Clinton mittlerweile ihren Friedenspakt aufgegeben haben, verhält sich der demokratische Vorwahlkampf nahezu gesittet im Vergleich zu Republikanern.

Kampf um die Zukunft der republikanischen Partei

Die Taktik von Donald Trump geht auf. Obwohl er der Kandidat ist, der am meisten Aufsehen erregt, scheint er das Rennen auf Seiten der Republikaner zu machen.

Die Taktik von Donald Trump geht auf. Obwohl er der Kandidat ist, der am meisten Aufsehen erregt, scheint er das Rennen auf Seiten der Republikaner zu machen.

Bei den Republikanern eilt Donald Trump von Sieg zu Sieg. Alleine am Super Tuesday entschied er sieben Staaten für sich. Lediglich der ultra-rechte Senator Ted Cruz gewinnt ebenso kontinuierlich Delegierte.

Folglich halten mit Trump und Cruz zwei Außenseiter die republikanische Partei in Atem. Die Hoffnungen des Establishments einen starken Gegenkandidaten zu Trump – und Cruz – aufzubauen sind gescheitert.

Viele Gouverneure, sonst beliebt als kommende Präsidentschaftskandidaten, mussten schon lange aus dem Rennen um das Weiße Haus aussteigen. Erinnert sei hierbei an den einstigen Favoriten Jeb Bush, Scott Walker oder Chris Christie. Letzterer unterstützt nun Trump.

Für das Establishment wählbare Alternativen wie Senator Marco Rubio oder John Kasich, Gouverneur von Ohio, enttäuschen bislang. Nach der ersten März-Woche ist es für die Moderaten in der Partei ein Spiel gegen die Zeit.

Es ist eine Wahl zwischen erschossen oder vergiftet werden“, sieht Senator Lindsey Graham die Auswahl zwischen Donald Trump und Ted Cruz. Graham würde sich trotz aller Bedenken für Cruz entscheiden. Begründet dürfte diese Entscheidung nicht zuletzt durch Trumps vermehrte rassistische Äußerungen und verhaltener Abgrenzung zum Ku Klux Klan sein.

Republikanisches Parteiestablishment reagiert – zu spät?

Derweil scheint das republikanische Parteiestablishment realisiert zu haben, dass Donald Trump tatsächlich Präsidentschaftskandidat ihrer Partei werden kann. Viel zu lange wurde Trump unterschätzt – von Republikanern, Medien und Politikexperten.

Doch wie soll ein Kandidat, der die unzufriedene Bevölkerung hinter sich scharrt mitten im Vorwahlkampf gestoppt werden? Und von wem? Hinter diesen Fragen steckt als ein Baustein zur Antwort niemand geringeres als Mitt Romney, ehemals Gouverneur von Massachusetts und republikanischer Präsidentschaftskandidat.

In einer geschichtsträchtigen Rede an der Universität von Utah holte Romney zu einem Rundumschlag aus: Trump fehle die Integrität und die Glaubwürdigkeit für das Amt des Präsidenten. Zudem würden Trumps wirtschaftspolitische Pläne zu Rezession und dessen Außenpolitik zu mehr Unsicherheit in der Welt führen.

Nochmals zur Vergegenwärtigung: Der republikanische Präsidentschaftskandidat des Jahres 2012 attackiert öffentlich den derzeit führenden Republikaner im Kampf um das Weiße Haus. Ein einmaliger Vorgang in der Geschichte US-amerikanischer Politik!

Trump nur auf Parteitag zu stoppen

In einer Rede forderte Mitt Romney seine Parteikollegen dazu auf, taktisch klug organisiert gegen Donald Trump zu wählen.

In einer Rede forderte Mitt Romney seine Parteikollegen dazu auf, taktisch klug organisiert gegen Donald Trump zu wählen.

Des Weiteren gab Romney seinen Parteikollegen den Rat taktisch zu wählen. Es sollte jeweils der Kandidat unterstützt werden, der in einem Staat die besten Erfolgsaussichten gegen Trump habe.

Die Absicht hinter dieser Wahlempfehlung ist das Verhindern einer absoluten Delegiertenmehrheit für Trump, so dass es zu einer Entscheidung beim Parteitag im Juli kommen müsste. Im zweiten Wahlgang wären nämlich die Delegierten nicht mehr auf ihre jeweiligen Kandidaten gebunden und könnten frei wählen. Sogar ein Präsidentschaftskandidat Mitt Romney wäre dann denkbar!

Zittern vor dem 15. März

Ob diese Taktik überhaupt aufgehen kann, wird sich schon am Dienstag, 15. März zeigen. Denn ab diesem Tage heißt es nicht nur, dass der Gewinner einer republikanischen Vorwahl auch alle Delegierte auf sein Konto vereinen kann („The-winner-takes-it-all“). An diesem Tag steigen auch die für Rubio und Kasich entscheidenden Vorwahlen in ihren jeweiligen Heimatstaaten Florida und Ohio.

Es ist ein dramatischer Kampf um die Zukunft der republikanischen Partei. Ein Kampf zwischen unzufriedenen Bürgern und dem Parteiestablishment. Wer denkt, dass diese Präsidentschaftswahl nicht noch verrückter werden kann, sollte sich nicht zu sicher sein. Dieses Jahr ist alles möglich!

USATipps auf Facebook

Hotels für Ihre USA-Reise

Booking.com

USA-Reisen von Experten

Mietwagen für Ihre USA-Reise