25. September 2017

„Museum of the Bible“ eröffnet im November in Washington

Nur zwei Blöcke von der National Mall und drei Blöcke vom Kapitol entfernt, entsteht in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten auf rund 40.000 Quadratmetern derzeit das „Museum of the Bible“. Foto: museumofthebible.org

Nur zwei Blöcke von der National Mall und drei Blöcke vom Kapitol entfernt, entsteht in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten auf rund 40.000 Quadratmetern derzeit das „Museum of the Bible“. Foto: museumofthebible.org

Ein Museum, das die Menschen einladen will, sich auf wissenschaftlicher Ebene mit der Geschichte, den Inhalten und dem Einfluss der Bibel auf den Verlauf der Weltgeschichte zu beschäftigen. Eröffnung ist am 17. November dieses Jahres. Das neue Bibelmuseum soll – so die Betreiber – dank modernster Technologie eine beispiellose Erfahrung bieten. Die Bibel erwacht zum Leben so heißt es und die Welt werde wieder mit dem Buch vertraut gemacht, das sie mit geformt hat. Technik ist im gesamten Museumskonzept ein ganz großes Thema. Bereits bei Eintritt ins Museum werden den Besuchern digitale Tablets überreicht, mittels derer sie die Themen auswählen können, die sie am meisten interessieren und die Zeit, die sie für den Museumsbesuch zur Verfügung haben. Der digitale Museumsführer leitet sie dann zu den wichtigsten Orten im Museum und bietet interaktive Features an, sobald sich der Besucher einem Artefakt nähert.

Von der Reiseausstellung zum innovativen Museum

Die Gründer des Bibelmuseums, die Familie Green, Betreiber der Heimwerker- und Geschenkartikelkette Hobby Lobby, wurden unter anderem 2014 durch ihren Sieg gegen Obamacare vor dem Supreme Court bekannt, als man sich weiterte seinen Angestellten Versicherungen anzubieten, die auch Verhütungsmittel wie „Die Pille danach“ abdecken. Eine Form der Abtreibung in den Augen der bibeltreuen Unternehmer.

Diese Greens nun gründeten 2010 das „Museum of the Bible“ als Non-Profit-Organisationen und tourten mit ihrer umfangreichen privaten Sammlung im Rahmen von Reiseausstellungen durch die USA und Länder wie Israel, Kuba, Argentinien, Deutschland und Vatikanstadt. Erste Pläne für das jetzt entstehende Museum wurden 2012 bekannt, als die Familie ein denkmalgeschütztes Lagerhaus in Washington D.C. erwarb, das früher das Washington Design Center beherbergte.

Das 1923 erbaute Gebäude wurde durch den bekannten Bau- und Restaurationsbetrieb Clark Construction und die SmithGroupJJR wieder ins einen ursprünglichen Zustand zurückversetzt und nun auf seine neue Aufgabe vorbereitet. Beide Unternehmen sind unter anderem durch die Umsetzung mehrerer Smithsonian-Museen bekannt. Die Kosten für das Projekt werden auf 400 Millionen Dollar geschätzt.

Über 40.000 Exponate auf sechs Stockwerken

Der Dachbereich verfügt über ein Restaurant und einen Gartenbereich mit aus der Bibel bekannten Pflanzen. Foto: museumofthebible.org

Der Dachbereich verfügt über ein Restaurant und einen Gartenbereich mit aus der Bibel bekannten Pflanzen. Foto: museumofthebible.org

Tritt man durch die zwölf Meter hohen und 2.300 Kilogramm schweren Bronzetüren in das Museum ein, findet man sich in einer großen Lobby mit digitalen visuellen Effekten wider. Dort befinden sich auch der Geschenkeshop und der Kinderbereich.

Im ersten Stock wird der Einfluss der Bibel auf die Weltgeschichte thematisiert, während es im zweiten Stockwerk möglich ist, in die Erzählungen der Bibel einzutauchen und zum Beispiel durch eine Nachbildung des Nazareths zu spazieren, wie es Jesus kannte. Der Besucher kann hier sogar mit Charakterdarstellern in zeitgenössischen Kostümen interagieren.

Im dritten Stock dreht sich alles um die Geschichte der Bibel selbst und im vierten Stock wurde ein hochmodernes Theater mit 500 Sitzplätzen eingerichtet, in dem künftig Multimediadarbietungen und Vorlesungen rund um die Bibel stattfinden sollen. Vom 14. November 2017 bis zum 7. Januar 2018 ist dort das Broadway-Musical „Amazing Grace“ zu sehen.

Virtuell über die Dächer Washingtons geht es im Flugsimulator des Museums, der es Interessierten ermöglicht, einen Blick auf die biblischen Inschriften an der Union Station, dem Kapitol, dem Supreme Court und der Library of Congress zu werfen.

Neben den drei ständigen Ausstellungsflächen gibt es auch Raum für Wanderausstellungen sowie einen Forschungsbereich und eine umfangreiche Referenzbibliothek.

Der fünfte Stock schließlich ist der Dachbereich mit Restaurant, Gartenbereich mit aus der Bibel bekannten Pflanzen und einer herrlichen Aussicht auf das Kapitol und die National Mall. Im Restaurant „Manna“ können Besucher biblische Speisen wie Fladenbrot und Dattelhonig oder auch Falafel und Hummus kosten, wobei viele Angebote als „koscher“ zertifiziert sind.

Die Masse an Artefakten rund um die Bibel ist immens. Besucher erwarten zum Beispiel 13 Fragmente der Qumranschriften, Erstausgaben der King-James-Bibel, die erste Bibel, die auf den Mond gelangte, die Bibel von Elvis und eine Replik der Liberty Bell, die geläutet wurde, als am 8. Juli 1776 in Philadelphia zum ersten Mal die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung in der Öffentlichkeit verlesen wurde.

Kritik am Bibelmuseum

Das Bibelmuseum der Greens wird von Forschern kritisiert, die dem ursprünglich evangelikalen Hintergrund der Ausstellung skeptisch gegenüberstehen, auch wenn man sich nun auf eine rein wissenschaftliche Ausrichtung beruft.

Daneben gibt es Zweifel an der Herkunft der zahllosen Artefakte, die die Familie ab 2009 in kürzester Zeit ansammelte. Bereits 2010 war die Sammlung auf über 30.000 Stücke angewachsen. Einige der Exponate zogen dabei die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft auf sich mit der Folge, dass das Museum drei Millionen Dollar zahlen und 5.000 Artefakte zurückgeben musste, die möglicherweise aus dem heutigen Irak in die USA geschmuggelt wurden.

Adresse und Öffnungszeiten

  • 409 3rd St SW, Washington, DC 20024-4706
  • Geöffnet: montags bis samstags von 10:00 bis 19:00 Uhr, sonntags 10:00 bis 18:00 Uhr (gültig bis 31.12.2017)
  • www.museumofthebible.org

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