Ecological Living Module vor UNO-Hauptsitz

Vor dem Hauptsitz der UNO ist noch bis zum 11. August 2018 ein Prototyp eines modernen Selbstversorger-Hauses ausgestellt, das von einer interdisziplinären Gruppe aus Ingenieuren, Architekten und Designern des Yale Center for Ecosystems in Architecture in Zusammenarbeit mit der Architekturfirma Gray Organschi Architecture entwickelt wurde. Danach wird das „Tiny House“ abgebaut und in San Francisco ausgestellt. Foto: © Yale University

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20 Liter Wasser, 12 Kilowattstunden Strom und 6 Portionen Obst und Gemüse pro Tag | Das ELM soll zum Umdenken beim weltweiten Wohnungsbau anregen

Die Weltbevölkerung wächst stetig und mit ihr der Bedarf an neuem, möglichst umweltfreundlichem Wohnraum. Zudem leben aktuell viele Millionen Menschen in Gebäuden, die nicht umweltfreundlich sind. Entsprechend besteht Bedarf an Lösungen, die zum einen mehr Wohnraum schaffen und zum anderen auch ausgeklügelt und umweltbewusst sind. Das Ecological Living Module (ELM) soll aufzeigen, wie solche Gebäude aussehen könnten und was auf kleinem Raum bei minimaler Umweltbelastung erreicht werden kann. Und das aus gutem Grund. Denn derzeit ist das Wohnungswesen für ganze 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und ein Drittel der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

20 Liter Wasser, 12 Kilowattstunden Strom und 6 Portionen Obst und Gemüse pro Tag

Das ELM ist ein modernes Selbstversorgerhaus, das auf 22 Quadratmetern kleinen, aber feinen Wohnraum für eine vierköpfige Familie bietet. Das Haus wurde aus Holz und aus weiteren vorwiegend biobasierten erneuerbaren und recycelbaren Materialien aus lokalen Quellen gebaut. Viele der verwendeten Materialien stammen aus früheren Projekten und wurden erneut verwendet oder einem neuen Zweck zugeführt.

Die Versorgung des Häuschens wird darüber hinaus vollständig über regenerative Energien gewährleistet. Hierbei sichern Solarpanels am Dach die notwendige Stromversorgung, während Trinkwasser aus Regenwasser und Luftfeuchtigkeit generiert wird. An den Außenwänden des Ecological Living Modules können Obst und Gemüse angebaut werden, die über einen Abwassertank und ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit Wasser versorgt werden.

Die effiziente Ausnutzung natürlichen Tageslichts, eine passive Kühlung und Querlüftung sowie andere modernste Technologien runden darüber hinaus die Ausstattung des flexiblen Prototyps ab, der auch als kleines Geschäft genutzt werden kann.

Die Zeit von der Herstellung bis zum Aufbau ist überschaubar. Nach einer nur vierwöchigen Produktionszeit können die Container innerhalb von zwei Tagen aufgebaut werden.

Das ELM soll zum Umdenken beim weltweiten Wohnungsbau anregen

Als tatsächlicher Wohnraum ist das Modell jedoch nicht gedacht. Es handelt sich vielmehr um eine Art Gedankenspiel mit dem Hauptziel, eine Debatte über die Zukunft des Wohnungsbaus anzufachen und zu zeigen, was dank geeigneter Baumaterialien, besserer Planung und verbesserter Bautechniken im Bereich Energieeffizienz bei Gebäuden möglich ist.

Besucher können das Innere des zweistöckigen Gebäudes, in dem ein Sofabett, eine Küchenzeile, ein Essbereich, ein Lagerraum, ein Bad mit Dusche und kompostierender Toilette sowie ein über Stufen erreichbarer Schlafraum untergebracht sind, auch besichtigen. Dabei haben sie Gelegenheit, mehr über energieeffiziente Beleuchtung, Urban Farming und kompostierende Toiletten zu erfahren sowie Methoden zu lernen, mit denen sie Wasser und Hygieneartikel einsparen und die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren können.

Neben dem ELM in den USA sind weitere Prototypen für Nairobi (Kenia) und Quito (Ecuador) geplant. Bei diesen kommt aufgrund der abweichenden klimatischen Bedingungen und der unterschiedlichen Höhenlage jedoch eine andere Bauart zum Einsatz.