22. Mai 2018

Nationalparks in den USA: Eintritt wird teurer

Die 59 Nationalparks der USA sind und bleiben ein beliebtes Reiseziel. Das führt dazu, dass diese häufig überfüllt sind. Höhere Eintrittspreise sollen nun helfen, die Besuchermassen zu regulieren.

Unendliche Weiten, unberührte Prärie, tiefe Schluchten, eindrucksvolle Baumlandschaften und wilde Tiere. Die 59 Nationalparks der USA sind und bleiben ein beliebtes Reiseziel. Das führt jedoch auch dazu, dass diese besonders im Sommer häufig stark überfüllt sind. Eine Gefahr für die empfindlichen Ökosysteme und eine Belastung für die dortige Tier- und Pflanzenwelt. Höhere Eintrittspreise sollen nun zusätzlich zu den bereits bestehenden Lotterieverfahren helfen, die Besuchermassen zu regulieren.

Ob dies durch die ab Juni geltende moderate Preiserhöhung erreicht werden kann, ist jedoch fraglich. Zunächst war eine Verdreifachung der Preise angedacht, jedoch ließ man von diesem Vorhaben wieder ab, um auch Familien, die finanziell schlechter gestellt sind, den Parkbesuch ermöglichen zu können. Die Erhöhungen des US-amerikanischen National Park Service belaufen sich daher auf bis zu fünf Dollar, was einer Preiserhöhung auf meist 35 US-Dollar entspricht. Die Mehreinnahmen sollen vollständig für den Unterhalt der Parks genutzt werden. Gut zwei Drittel der Nationalparks bleiben jedoch auch weiterhin kostenlos zugänglich.

Losverfahren für ausgewählte Nationalparks und Aktivitäten

In einigen Nationalparks herrschen Besucherbeschränkungen und die Genehmigungen werden per Losverfahren vergeben. Nach einer schriftlichen, kostenpflichtigen Bewerbung hat man die Möglichkeit, ein Ticket für die begehrten Parks oder bestimmte Aktivitäten darin zu gewinnen. Parkeintritt und Kosten für die oft vorgeschriebene Tour sind bei Erfolg zusätzlich fällig.

Diese Nationalparks und Aktivitäten sind betroffen

Die Coyote Buttes besuchen

Die Coyote Buttes sind ein Gebirgszug, der sich über die US-Bundesstaaten Arizona und Utah erstreckt.

Die Coyote Buttes sind ein Gebirgszug, der sich über die US-Bundesstaaten Arizona und Utah erstreckt.

Wer zum ersten Mal ein Bild der surreal wirkenden Sandsteinwellen der Coyote Buttes betrachtet, dem wird der Anblick wohl sehr vertraut vorkommen. Denn die Wellen aus Sandstein sind ein beliebter Desktophintergrund der Kategorie „Wunder der Natur“ von Microsoft und kamen zum Beispiel in Windows 7 zum Einsatz. So schön wie die Sandsteinformationen sind, so fragil sind sie auch, weshalb pro Tag nur zwanzig Menschen das poröse Gestein besichtigen dürfen. Zehn der Tagestickets werden online, die weiteren zehn vor Ort per Losverfahren vergeben. Die Chance eines der begehrten Tickets in der Hochsaison zu gewinnen, liegt bei nur vier Prozent.

Die Phantom Ranch besuchen

Die Phantom Ranch am Grund des Grand Canyons gehört zu den exklusivsten Unterkünften weltweit und ist nur zu Fuß, auf dem Maultier oder mit dem Boot über den Colorado River erreichbar. Die Betten auf der Ranch sind sehr begehrt, weshalb die Reservierung kürzlich auf ein Lotteriesystem umgestellt wurde. Man kann jedoch mit ein wenig Glück auch ein Zimmer ergattern, wenn Reservierungen zurückgehen.

Ungestörtes Raften im Grand Canyon

Mit dem Schlauchboot durch den Grand Canyon? Kein Problem!

Mit dem Schlauchboot durch den Grand Canyon? Kein Problem!

Der Grand Canyon ist einer der beliebtesten Nationalparks der USA und befindet sich größtenteils in Arizona. Die meisten Touristen bestaunen den Colorado, der sich durch die Schlucht zieht, von den Klippenrändern aus. Es ist aber auch möglich, den Fluss zwischen Lees Ferry und Diamond Creek in eigenem Tempo mit dem Schlauchboot zu befahren, vorausgesetzt man hat eine Genehmigung dafür ergattert. Früher musste man auf diese bis zu 27 Jahre warten, zwischenzeitlich werden die 460 Lizenzen pro Jahr für die 12- bis 25-tägigen Trips per Losverfahren vergeben.

Den Half Dome im Yosemite Park erkunden

Der Half Dome ist das Wahrzeichen des Yosemite-Nationalparks und verfügt über einen 27 Kilometer langen Rundweg. Seinen Gipfel dürfen nach einer anspruchsvollen Tagestour jedoch nur jeweils 300 Menschen pro Tag besteigen und das auch nur zwischen Mai und Oktober, wenn Stahlkabel und Holzplanken den Aufstieg erleichtern. Die Chance bei der Lotterie eines der begehrten Tickets zu gewinnen, liegt werktags bei etwa sieben und an den Wochenenden bei etwa zwei Prozent.

Die Denali Park Road befahren

Der knapp 24.585 km² große Denali-Nationalpark befindet sich in Alaska.

Der knapp 24.585 km² große Denali-Nationalpark befindet sich in Alaska.

Der Denali-Nationalpark in Alaska ist für seine atemberaubenden Berg- und Talansichten bekannt und insbesondere bei Urlaubern beliebt, die gerne die wilde Tierwelt Alaskas einmal mit eigenen Augen sehen möchten. Diese Popularität führte jedoch auch dazu, dass die Straße durch den Park am Tag von fast 2.000 Fahrzeugen befahren wurde. In Folge wurde der Zugang auf 400 Fahrzeuge, die kommerziellen Reisebusse eingeschlossen, begrenzt. Im Schnitt bewerben sich pro Jahr 10.000 Menschen für die nur 1.600 verfügbaren Lizenzen.

Die Braunbären im McNeil River State Game Sanctuary beobachten

Das McNeil River State Game Sanctuary ist eines der größten Braunbärenreservate der USA. Im Sommer können dort um die 144 wilde Braunbären beobachtet werden, wenn sie die Lachse aus dem Fluss fischen, die das Reservat auf ihrer Wanderung zu ihren Laichplätzen zu tausenden durchqueren. Ein einmaliges Schauspiel, das jedoch vom 7. Juni bis zum 25. August eines jeden Jahres nur zehn Personen pro Tag beobachten dürfen, die die begehrten Tickets im Rahmen einer Lotterie gewonnen haben. Wer eines der Tickets gewinnt, darf dort campen, das Reservat besuchen und an den geführten Bärenbeobachtungstouren teilnehmen.

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