Staten Island – die Seite New Yorks, die man gerne übersieht

New York kennt ja nun wirklich fast jeder. Und wer an New York denkt, dem kommen wohl zuerst Manhattan und Brooklyn in den Sinn. Staten Island, der kleinste und südlichste der fünf Stadtbezirke der Welthauptstadt, wird meist vergessen. Zu Unrecht.

Staten Island ist der Stadtbezirk New Yorks, in den niemand so wirklich will. Sogar viele New Yorker waren noch nie dort oder besuchen den Stadtbezirk nur ungern, auch wenn dort Freunde von ihnen leben. Aber auch die Bewohner wollen mit dem Rest der Stadt eher nichts zu tun haben, so heißt es, und keine Veränderungen. Viele der rund 500.000 Einwohner haben das Viertel noch nie verlassen.

Ein Problem ist die Anbindung an die anderen Stadtbezirke. So ist die Verbindung nach Manhattan nur über die Fähre möglich, deren Fahrtzeit eine halbe Stunde beträgt. Mit Brooklyn ist Staten Island über die Verrazano-Narrows-Brücke verbunden, die allerdings mautpflichtig ist (17 Dollar Mautgebühr). Zwar gibt es Bus- und Bahnverbindungen auf der Insel, aber anders als in den anderen Stadtbezirken, kommt man auf Staten Island kaum ohne Auto aus.

Für Touristen meist nur Durchgangsstation

Die Verrazano-Narrows Bridge ist eine zweistöckige Hängebrücke, die die New Yorker Stadtbezirke Staten Island und Brooklyn über die Meerenge The Narrows hinweg verbindet.
Die Verrazano-Narrows Bridge ist eine zweistöckige Hängebrücke, die die New Yorker Stadtbezirke Staten Island und Brooklyn über die Meerenge The Narrows hinweg verbindet.

Und auch für die Besucher New Yorks ist Staten Island meist nur Durchgangsstation. Zwar fahren rund 23 Millionen Menschen pro Jahr mit der kostenlosen Staten Island Ferry, doch den Hafen verlassen die wenigsten. In der Regel ist er nur ein Zwischenhalt, um nach der Fährfahrt mit dem fantastischen Ausblick auf Manhattan und das One World Trade Center, wieder zurück nach Manhattan zu gelangen.

Doch das ist eigentlich schade. Denn der vergessene Stadtteil hat auch für Touristen einiges zu bieten. Zwar dauert es wohl noch ein wenig, bis das geplante größte Riesenrad der Welt dort gebaut wird, aber insbesondere an der Nordküste wurde schon viel investiert. So eröffnet im Herbst ein riesiges Einkaufszentrum direkt am Fähranleger. Es gibt Strände, einen Zoo, viel Grün und mit dem Todt Hill (125 m) sogar den höchsten Punkt in New York City, der einen fantastischen Panoramablick über Manhattan bietet.

Und auch Kultur- und Geschichtsinteressierte kommen auf ihre Kosten. Denn ganze sechs Orte auf der Insel tragen den Status einer „National Historic Landmark“. Mit dem Conference House und dem Voorlezer’s House befinden sich die beiden ältesten noch erhaltenen Schulgebäude der USA auf der Insel. In Historic Richmond Town im Stadtteil Richmondtown warten über 30 historische Gebäude im kolonialen, amerikanischen Stil und zudem laden auf Staten Island Museen wie „Snug Harbor“ oder das Alice-Austen-Haus mit seiner Fotografieausstellung zum Besuch ein.

Das kulinarische Angebot auf Staten Island ist vielfältig. Erbe der deutschen Einwanderer sind die Bierbrauereien, es gibt gute Pizzerien und Eisdielen sowie ganz unterschiedliche kulinarische Angebote, von mexikanischer bis hin zu sri-lankischer Küche.