9. April 2018

Warum fliegen USA-Reisende oft über Grönland?

Wer in die USA fliegt und die Route betrachtet, ist oft verwundert. Schließlich sieht es aus, als würde man einen großen Bogen fliegen, der oftmals sogar über Grönland reicht. Aber warum?

Wer in die USA fliegt und die Route auf dem Monitor betrachtet, ist oft verwundert. Schließlich sieht es aus, als würde man einen großen Bogen fliegen, der oftmals sogar über Grönland reicht. Ein Phänomen, das Grund zur Frage gibt, warum man diesen „Umweg“ fliegt. Vielleicht, um möglichst nah am Festland zu bleiben, um im Notfall möglichst einen Flughafen in der Nähe zu haben? Nein, die verblüffende Wahrheit ist: Es ist tatsächlich die kürzeste Route.

Doch um dieses Phänomen zu erklären, müssen wir ein wenig weiter ausholen.

Auf der Karte ist nichts so, wie es scheint

Wie wir heutzutage alle wissen, ist die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel und damit rund. Auf einer Karte ist die Erdkugel jedoch zwangsläufig flach, also zweidimensional abgebildet, wodurch die Erde aus ihrer natürlich runden Form quasi in einen horizontalen Zustand gepresst wird. Dabei wird sie verzerrt, da sich die Breiten- und Längengrade zwangsläufig auseinanderziehen.

Dieser Vorgang, der von Kartografen als Projektion bezeichnet wird, kann mitunter zu grotesken Verzerrungen führen. So wirkt Grönland in der Mercator-Projektion auf der Karte zehnmal größer, als es in Wirklichkeit ist. Ein Scheinriese quasi, der dadurch entsteht, dass die Mercator-Projektion zum einen eine winkeltreue Darstellung der Erdkugel erlaubt, zum anderen aber dafür sorgt, dass Flächengrößen nicht immer im korrekten Verhältnis angezeigt werden.

Auf dem Globus wird es klarer

Erst der Globus klärt das Phänomen auf.

Erst der Globus klärt das Phänomen auf.

Nimmt man statt der Landkarte einen Globus und einen Faden zur Hand wird die Logik hinter den Großkreisrouten, denen Flugzeuge auf Flügen zwischen den Kontinenten folgen, klarer. So zeigt ein Faden, der auf der Weltkugel von Frankfurt nach Los Angeles geführt wird, deutlich, dass die Strecke direkt über den Süden Grönlands führt.

Ebenso lassen sich auf diese Weise alle anderen merkwürdig anmutenden Langstrecken-Paarungen erklären. Man sieht zum Beispiel sehr schön, dass die kürzeste Entfernung zwischen New York und Hongkong tatsächlich ziemlich gerade nach Norden, bis in die Arktis und dann gerade nach Süden führt oder dass beim Flug von Los Angeles nach Peking die Aleuten und die östlichsten Teile Russlands unter dem Faden liegen werden.

Ungeachtet dieses interessanten Phänomens, ist und bleibt der Flug über Grönland ein Highlight auf dem Nordatlantikflug. Insbesondere dann, wenn die Wetterverhältnisse einen guten Blick auf die imposanten Eismassen der größten Insel der Erde erlauben.

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